Die
verborgene Agenda, über die fast niemand wagt zu diskutieren.
Ein
Wort an die Leser
Im
Namen der Religion sind mehr Kriege geführt und ist Blut vergossen
worden als aus irgendeinem anderen Grund. Unzählige Millionen von
Menschen sind im Namen Gottes, Allahs, Buddhas und Christi umgebracht
worden. Seit tausenden von Jahren — Christen töten Juden, Juden
hassen Moslems, Moslems bekämpfen Hindus, Christen kämpfen gegen
Christen, Schiiten gegen Sunnis und Sikhs wieder gegen Hindus —
werden endlose Ströme von Blut vergossen, um angeblich die Welt von
bösen Menschen zu befreien und Frieden zu schaffen. Ist es für
Menschen verschiedener Glaubensanschauungen und Kulturen möglich, in
dieser Welt in Frieden zusammenzuleben? Wenn man die Spaltung und
Trennung unter den Christen betrachtet oder den nie endenden Konflikt
zwischen den Palästinersern und Juden, scheint die Aussicht auf
Frieden in der Tat trübe zu sein. Einige, die sich der dunklen
Geschichte bewußt sind, würden alle Religionen abschaffen - einige
würden alle Religionen miteinander verbinden!
Heute
findet etwas statt, was in der Geschichte unvergleichlich ist.
Führende Staatsmänner und religiöse Oberhäupter stellen eine neue
Weltordnung vor - ein Plan, von dem viele aufrichtig überzeugt sind,
daß er auf Erden Frieden bringen kann. Man stellt sich eine
Einigkeit vor, die unwillkürlich Barrieren, die solange Kulturen und
Religionen voneinander getrennt haben, überschreiten wird.
Bedeutsame
Fortschritte hinsichtlich der "Neuen Weltordnung" werden
durch den "Geist der Ökumene" oder
"Zusammengehörigkeit" erzielt, für den sich jetzt
prominente religiöse Führer so sehr einsetzen. In dem ökumenischen
Plan werden grundsätzliche theologische oder ideologische
Unterschiede beiseite gelegt, während stattdessen die Grundsätze
hervorgehoben werden, die die meisten Religionen gemeinsam verbinden
Kann
es sein, daß der langersehnte Weltfrieden gerade um die Ecke ist?
Ist es für Menschen eigentlich möglich, einen anhaltenden Frieden
aufgrund von Kompromissen zu schaffen oder kann es sein, daß wir
argloser Weise nicht eine "Neue Weltordnung" ,
sondern eher die "Eine Weltordnung" schaffen,
die in der Apokalypse prophezeit ist?
Es
ist nicht Absicht dieser Veröffentlichung, die ehrlichen
Überzeugungen aufrichtiger Personen, ganz gleich welche Politik oder
welchen Glauben sie vertreten zu verachten oder anzugreifen.
Stattdessen ist beabsichtigt, Tatsachen und Grundsätze
hervorzuheben, die eine Bedeutung in den kommenden Ereignissen
haben. Sie offenbart die versteckte Agenda hinter der "Neuen
Weltordnung" und der ökumenischen Bewegung, über die fast
niemand wagt zu diskutieren. Aber über diese Fakten muß
freigesprochen werden, denn diejenigen, die Geschichte kennen, wissen
daß sich "Geschichte wiederholt". Winston
Churchill bemerkte einmal: "Je weiter du
zurückblicken kannst, desto weiter kannst du voraussehen!"
- DIE
HERAUSGEBER -
Diese
Broschüre enthält Auszüge aus dem historischen Bestseller "Der
große Konflikt", der ursprünglich vor mehr als hundert
Jahren von E. G. White unter dem Titel "The great
Gontroversy" veröffentlicht wurde. Zwischenzeitlich
wurde dieses Buch von Millionen Menschen in über 50 verschiedenen
Sprachen weltweit gelesen.
Auch
die Broschüre "Was steckt hinter der neuen
Weltordnung?" wurde inzwischen über 20 Millionen
Menschen in den verschiedenen Ländern der Erde übergeben.
Die
Feuer der Verfolgung
Als
Jesus seinen Jüngern das Schicksal Jerusalems und die Ereignisse
seines zweiten Kommens enthüllte, sprach er auch über die
zukünftigen Erfahrungen seines Volkes, von der Zeit seiner
Himmelfahrt an bis zu seiner Wiederkunft in Macht und Herrlichkeit zu
ihrer Befreiung. In wenigen kurzen Äußerungen voll Bedeutsamkeit
sagte er ihnen voraus, in welchem Ausmaß die Herrscher dieser Welt
die Gemeinde Gottes verfolgen werden. (Siehe
Matthäus 29:9, 21+22)
Die
Geschichte der ersten Gemeinde zeugt von der Erfüllung seiner Worte.
Als die Feuer der Verfolgung gezündet wurden, raubte man Christen
ihre Besitztümer und Vertrieb sie aus ihren Heimen. Eine große
Anzahl besiegelte ihr Zeugnis mit ihrem Blut. Edelmänner und
Sklaven, Reich und Arm, Gelehrte und unwissende wurden ohne
Unterschied erbarmungslos umgebracht.
Diese
Verfolgungen, die unter Nero (Römischer Kaiser von 55-68 n.
Chr.) etwa zur Zeit des Märtyrertums des Paulus begannen,
dauerten mit größerer oder geringerer Heftigkeit jahrhundertelang
an. Christen wurden zu Unrecht der abscheulichsten Verbrechen
angeklagt und als die Ursache großer Unglücksfälle, wie
Hungersnot, Pestilenz und Erdbeben, hingestellt. Die Christen wurden
als Empörer gegen das Reich, als Feinde der Religion und als
Schädlinge der Gesellschaft verurteilt. Viele warf man wilden Tieren
vor oder verbrannte sie lebendig in den Amphitheatern. Manche wurden
gekreuzigt; andere mit Fellen wilder Tiere bedeckt und in die Arena
geworfen, um von Hunden zerrissen zu werden. Viele Menschen kamen
zusammen, um sich an diesen Anblicken zu ergötzen. Sie begrüßten
deren Todesschmerzen mit Gelächter und Beifall klatschen.
Weil
sie wie Raubtiere gejagt wurden, waren die Nachfolger Christi
genötigt, sich an öden und verlassenen Städten zu verbergen. Unter
den Hügeln außerhalb der Stadt Roms gab es lange, durch Erde und
Felsen getriebene Gänge, deren dunkles, verschlungenes Netzwerk sich
kilometerweit über die Stadtmauern hinaus erstreckte. In diesen
unterirdischen Zufluchtsorten begruben die Nachfolger Christi ihre
Toten. Wenn der Geber des Lebens wieder kommen wird, um all
diejenigen, die den guten Kampf gekämpft haben, auf zu erwecken,
werden viele, die um seinetwillen Märtyrer geworden sind, aus jenen
düsteren Katakomben hervorkommen.
Vergeblich
waren Satans Anstrengungen, die Gemeinde Christi mit Gewalt zu
zerstören. Gottes Mitarbeiter wurden erschlagen, sein Werk aber ging
stetig vorwärts. Ein Christ sagte einmal: "Ihr könnt uns
kreuzigen, quälen und verurteilen. ... Je mehr von uns niedergemäht
werden, umso mehr werden wieder aufspringen. Das Blut der Christen
ist ein Same." - Tertullian, in "Apology",
(dt.: Entschuldigung),
Paragraph 50. Tausende wurden eingekerkert und umgebracht, aber
andere standen auf, um ihre Plätze auszufüllen.
Der
große Gegner bemühte sich nun, durch Hinterlist das zu erreichen,
was er mit Gewalt nicht hatte sicherstellen können. Die Verfolgungen
hörten auf, und an ihre Stelle traten die gefährlichen Verlockungen
irdischen Wohllebens und weltlichen Ruhms. Götzendiener wurden
veranlasst, einen Teil des christlichen Glaubens anzunehmen, während
sie andere wesentliche Wahrheiten verwarfen. Sie gaben vor, Jesus als
den Sohn Gottes anzuerkennen und an seinen Tod und an seine
Auferstehung zu glauben, aber sie erkannten ihre Sünden nicht und
fühlten nicht das Bedürfnis, sie zu bereuen oder ihre Herzen zu
ändern. Zu einigen Zugeständnissen bereit, schlugen sie den
Christen vor, um eines einheitlichen Glaubensbekenntnisses an
Christus, auch ihrerseits Entgegenkommen zu zeigen.
Jetzt
befand sich die Gemeinde in einer furchtbaren Gefahr. Gefängnis,
Folter, Feuer und Schwert waren Segnungen im Vergleich dazu. Einige
Christen blieben standhaft und erklärten, daß sie auf keinen
Kompromiss eingehen könnten. Andere stimmten für ein Entgegenkommen
oder für die Änderung einige ihrer Glaubensregeln und verbanden
sich mit denen, die das Christentum teilweise angenommen hatten,
indem sie geltend machten, daß es für jeden zur vollständigen
Bekehrung dienen möge. Dies war für die treuen Nachfolger Christi
eine angsterfüllte Zeit.
Eine
Prophezeiung
Dieser
Kompromiss zwischen Heidentum und Christentum hatte die Entwicklung
des "Menschen der Sünde" zur Folge, der gemäß der
Prophezeiung der Widersacher ist und sich über Gott erhebt.
Der
Apostel Paulus sagte in seinem zweiten Brief an die Thessalonicher
den großen Abfall voraus:
"Denn
er kommt nicht, es sei denn, daß zuvor der Abfall komme und
offenbart werde der Mensch der Sünde, das Kind des Verderbens, der
da ist der Widersacher und sich überhebt über alles, was Gott oder
Gottesdienst heißt, also daß er sich setzt in den Tempel Gottes als
ein Gott und gibt sich aus, er sei Gott."
(2.
Thessalonicher 2:3+4)
Und
weiter warnt der Apostel seine Brüder:
"Es
regt sich schon das Geheimnis der Bosheit."
(2. Thessalonicher 2:7)
Schon
zu jener frühen Zeit sah er, daß sich Irrtümer in die Gemeinde
einschlichen, die den Weg für die Entwicklung dieses gigantischen
Systems falscher Religion vorbereiten würden - ein Meisterstück der
Macht Satans - ein Denkmal seiner Bemühungen, sich selbst auf den
Thron zu setzen und die Erde nach seinem Willen zu regieren.
Mit
der angeblichen Bekehrung des römischen Kaisers Konstantin Anfang
des vierten Jahrhunderts, die eine große Freude auslöste, fanden
jedoch unter dem Deckmantel der Gerechtigkeit weltliche Sitten und
Gebräuche Eingang in die Gemeinde. Das Heidentum wurde, während es
besiegt schien, zum Sieger. Heidnische Lehren, Zeremonien und
Aberglauben wurden mit dem Glauben und der Gottesverehrung der
angeblichen Nachfolger Christi vermischt.
Sobald
Christen bereit waren, ihre Maßstäbe herunter zu setzen, kam eine
Vereinigung zwischen Christentum und Heidentum zustande. Obwohl die
Götzendiener Vorgaben, bekehrt zu sein und sich der Gemeinde
anschlossen, hielten sie doch noch am Götzendienst fest, indem sie
von den Gegenständen ihre Anbetung zu Bildnissen von Jesus oder
sogar von Maria und den heiligen wechselten.
Um
den vom Heidentum Bekehrten einen Ersatz für die Anbetung von Götzen
zu bieten und so ihre rein äußerliche Annahme des Christentums zu
fördern, wurde stufenweise die Verehrung von Bildern und Reliquien
in den christlichen Gottesdienst eingeführt. Der Beschluß des
allgemeinen Konzils (2. Konzil
von Nizza, 787 n. Chr.) bestätigte schließlich dieses System
des christlichen Götzendienstes. Um das frevlerische Werk zu
vollenden, maßte sich Rom an, das zweite Gebot des Gesetzes Gottes,
daß die Bilder Anbetung verbietet aufzuheben und das zehnte Gebot zu
teilen,um die volle Anzahl zu erhalten.
Satan
tastete auch das vierte Gebot an und versuchte, den von alters her
bestehenden Sabbat, den Tag, den Gott gesegnet und geheiligt hat
(Siehe 1. Mose 2:2+3),
beiseite zu setzen und stattdessen den von den Heiden "ehrwürdigen
Tag der Sonne" gefeierten Festtag zu erheben. Diese
Veränderung wurde anfangs nicht offen in Angriff genommen. In den
ersten Jahrhunderten war der wahre Sabbat von allen Christen gehalten
worden. Sie eiferten für die Ehre Gottes und wahrten eifrig die
Heiligkeit seiner Gebote. Aber mit großer Listigkeit wirkte Satan
durch seine Werkzeuge, um sein Ziel zu erreichen.
Anfang
des 4. Jahrhunderts erließ Kaiser Konstantin eine für das ganze
Römische Reich gültige Verordnung, derzufolge der Sonntag als
öffentlicher Feiertag eingesetzt wurde. Der Tag der Sonne wurde von
seinen heidnischen Untertanen verehrt und von den Christen geachtet,
und der Kaiser verfolgte die Absicht, die widersprüchlichen
Interessen des Christentums und des Heidentums zu vereinen. Er wurde
dazu von den Bischöfen der Kirche gedrängt, die von Ehrgeiz und
Machtgier beseelt waren. Sie sahen ein, daß den Heiden eine
äußerliche Annahme des Christentums erleichtert und somit die Macht
der Herrlichkeit der Kirche gefördert würde, wenn sowohl Christen
als auch Heiden denselben Tag heilig hielten. Aber während viele
fromme Christen allmählich dahin kamen, dem heidnischen Sonntag
einen Grad von Heiligkeit beizumessen, hielten manche doch den wahren
Sabbat dem Herrn heilig und beachteten ihn im Gehorsam gegen das
vierte Gebot.
Satan
hatte die Juden vor der Ankunft Christi verleitet, den Sabbat mit
übermäßig strengen Anforderungen zu belasten, so daß seine Feier
zur Bürde würde. Er gab ihn als jüdische Einrichtung der
Verachtung preis, bis schließlich der heidnische Feiertag als eine
göttliche Einrichtung geehrt wurde, während man den biblischen
Sabbat als Überbleibsel des Judentums verschrie und alle diejenigen,
die in feierten, zuletzt verfluchte.
Unheilige
Behauptungen
Die
Zugeständnisse gegenüber dem Heidentum eröffneten den Weg für
eine noch größere Missachtung der Autorität des Himmels. Der
Papst, das sichtbare Haupt der Kirche wurde nun fast weltweit als der
Stellvertreter Gottes auf Erden anerkannt, und er wurde mit Autorität
über Kirche und Staat ausgestattet. Mehr als das, der Papst eignete
sich sogar die Titel der Gottheit an. Er ließ sich mit "der
Herr Gott Papst" anreden und erklärte sich als unfehlbar.
Er verlangte, daß alle Menschen ihm huldigen.
Der
Glaube wurde von Christus, dem wahren Grundstock, auf den Papst in
Rom übertragen. Stadt für die Vergebung der Sünden und das ewige
Heil dem Sohn Gottes zu vertrauen, sah das Volk auf den Papst und auf
die von ihm bevollmächtigten Priester und Prälaten. Sie wurden
gelehrt, daß der Papst ihr irdischer Mittler sei und daß sich
niemand Gott nähern könnte, es sei denn durch ihn. Ferner wurde
verkündet, daß er für die Menschen Gottes Stellung einnähme und
ihm deshalb unbedingt zu gehorchen sei. Eine Abweichung von seinen
Anforderungen genüge,
um die Schuldigen mit härtesten Strafen für Leib und Seele zu
belegen. So wurden die Gemüter des Volkes von Gott abgelenkt und auf
fehlbare, irrende Menschen gerichtet.
Gotteslästerliche
Anreden, die der Papst für sich beanspruchte, sind im Laufe der
Jahrhunderte beschönigt und erweitert worden. Aber einige dieser
prahlerischen Behauptungen erscheinen in einem römisch-katholischen
Kirchenlexikon von Lucius Ferraris
(Prompta
Bibliotheca Canonica, Band VI, S. 438, 442, "Der Papst").
Die
"Catholic
Encyclopedia" von
1913 Band VI, S. 48, spricht von einer kostbaren "Informationsgrube".
"Der
Papst ist von sehr hoher Stellung und Erhabenheit, daß er nicht bloß
ein Mensch, sondern auch wie Gott ist. Er ist der Stellvertreter
Gottes."
"Deshalb
ist der Papst mit einer dreifachen Krone gekrönt, als König des
Himmels, der Erde und der niederen Regionen."
"Das
heißt, daß wenn es möglich wäre, daß Engel sich im Glauben irren
oder entgegen dem Glauben denken, sie vom Papst gerichtet und
exkommuniziert werden könnten."
"Der
Papst ist wie Gott auf Erden, der alleinige Herrscher über die
treuen Christi, Haupt König aller Könige; er besitzt alle macht.
Der allmächtige Gott hat ihm nicht nur die Leitung des irdischen,
sondern auch des himmlischen Reiches anvertraut."
"Der
Papst kann göttliche Gesetze ändern, da seine Macht nicht von
Menschen, sondern von Gott ist."
Die
Lehre von der päpstlichen Oberherrschaft steht den Aussprüchen der
Heiligen Schrift direkt entgegen.
"Du
sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen."
(Lukas 4:8)
Gott
gab in seinem Wort keinerlei Hinweise, daß er irgendeinen Menschen
zum Oberhaupt der Gemeinde bestimmt hätte. Die Bibel erhebt Gott und
setzt den sterblichen Menschen an seinen wahren Platz. Der Papst kann
nicht über die Gemeinde Christi herrschen, es sei denn er maßt sich
diese Gewalt widerrechtlich an.
Das
heidnische Rom wird zum päpstlichen Rom.
Im
sechsten Jahrhundert hatte das Papsttum bereits eine feste Grundlage
gewonnen. Der Sitz seiner Macht war in der kaiserlichen Stadt
aufgerichtet und der Bischof von Rom zum Oberhaupt der ganzen Kirche
bestimmt worden. Das heidnische Rom hatte den päpstlichen Rom Platz
gemacht.
Der
Aufstieg der römischen Kirche zur Macht kennzeichnet den Beginn des
finsteren Mittelalters. Je mehr ihre Macht zunahm, desto dichter
wurde die Finsternis. Dies waren Tage der Gefahr für die Gemeinde
Christi. Der treuen Bannerträger waren wenige. Es schien zuweilen,
als ob Irrtum und Aberglaube vollständig überhand nahmen und die
wahre Religion von der Erde verbannt werden würde. Man verlor das
Evangelium aus den Augen, religiöse Bräuche hingegen nahmen zu. Die
Menschen wurden nicht nur gelehrt, den Papst als ihren Mittler zu
betrachten, sondern auch zur Versöhnung ihrer Sünden auf ihre
eigenen Werke zu vertrauen. Lange Pilgerfahrten, Bußübungen, die
Anbetung von Reliquien, die Errichtung von Kirchen, Kapellen und
Altären, das Bezahlen hoher Geldsummen an die Kirche - diese und
viele ähnliche Werke wurden den Menschen auferlegt,um den Zorn
Gottes zu besänftigen oder sich seine Gunst zu sichern, als ob Gott,
gleich einem Menschen, wegen Kleinigkeiten erzürnt oder durch Gaben
und Bußübungen zufriedengestellt werden könnte.
Gegen
Ende des achten Jahrhunderts erhoben die Papisten den Anspruch, das
im ersten Zeitalter der Kirche die Bischöfe von Rom die gleiche
geistliche Macht besessen hätten, die sie sich jetzt anmaßten. Um
diesen Anspruch geltend zu machen, wurden alte Handschriften von
Mönchen nachgeahmt; bis dahin unbekannte Beschlüsse von Kirchen
Versammlungen wurden entdeckt, die die allgemeine Oberherrschaft des
Papstes von den frühesten Zeiten an bestätigen. Und eine Kirche,
die die Wahrheit verworfen hatte, nahm diese Fälschungen begierig
an.
Ein
weiterer Schritt in der päpstlichen Anmaßung erfolgte, als im
elften Jahrhundert Papst Gregor VII. die Vollkommenheit der römischen
Kirche verkündigte. In den von ihm veröffentlichten Thesen erklärte
er unter anderem, daß die Kirche nie geirrt habe und nach der
Heiligen Schrift niemals irren werde; aber biblische Beweise stützen
diese Behauptung nicht. Der stolze Oberpriester beanspruchte auch die
macht, Kaiser absetzen zu können, und erklärte, daß kein von ihm
verkündete Rechtsspruch von irgendjemand umgestoßen werden könne,
während er berechtigt sei, die Beschlüsse anderer aufzuheben.
Berufung
auf die Heiligen/ Anbetung der Maria
Die
folgenden Jahrhunderte zeugen von einer beständigen Zunahme des
Irrtums in den von Rom ausgehenden Lehren. Schon vor der Aufrichtung
des Papsttums war den Lehren heidnischer Philosophen Aufmerksamkeit
geschenkt worden, und sie hatten einen gewissen Einfluß in der
Kirche ausgeübt. An erster Stelle stand dabei der Glaube an die
natürliche Unsterblichkeit des Menschen und an sein Bewußtsein nach
dem Tode. Auf der Grundlage dieser Lehre führte Rom die Anrufung der
heiligen und die Verehrung der Jungfrau Maria ein. Hier raus
entsprang auch die dem päpstlichen Glauben schon früh hinzugefügte
Irrlehre der ewigen Qual für die bis zuletzt Unbußfertigen.
Das
Fegefeuer
Damit
war der Weg für die Einführung einer weiteren Erfindung des
Heidentums vorbereitet, die Rom das "Fegefeuer"
nannte und benutzte, um der leichtgläubigen und abergläubischen
Menge Furcht einzujagen. In dieser Irrlehre wird behauptet, daß es
einen Ort der Qual gäbe, an dem die Seelen derer, die keine ewige
Verdammnis verdient haben, für ihre Sünden bestraft werden. Sobald
sie von aller Unreinigkeit frei sind, werden auch sie in den Himmel
aufgenommen.
Die
Messe
Die
Schrift gemäße Verordnung des Abendmahls war durch das
götzendienerische
Messopfer verdrängt worden. Durch ihre sinnlosen Zeremonien
behaupteten die päpstlichen Priester, das einfache Brot und den Wein
in den wirklichen "Leib und das Blut Christi" zu
verwandeln.
(Kardinal
Wiseman, in "The
Real Presence of the Body and blood of our Lord Jesus Christ in the
blessed Eucharist, proved from Scripture",
lecture 8, sec. 3, par. 26. (dt.: "Die wirkliche Gegenwart des
Leibes und Blutes unseres Herrn Jesus Christus in der gesegneten
Eucharistie, bewiesen durch die Heilige Schrift")
Mit
geradezu gotteslästerlicher Anmaßung beanspruchen sie öffentlich
die Macht "Gott, den Schöpfer aller Dinge, zu schaffen".
Von den Christen wurde unter Todesstrafe verlangt, ihren Glauben an
diese entsetzliche, himmelschmähende Lehre zu bekennen. Scharenweise
wurden solche, die sich weigerten den Flammen übergeben.
Die
Ablaßlehre
Noch
eine andere Verfälschung war notwendig, um Rom in den Stand zu
setzen, die Furcht und die Untugenden seine Anhänger für sich
auszunutzen. Diese fand sich in der Ablaßlehre. Volle Vergebung der
vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Sünden, und Erlaß
aller sich dadurch zugezogenen Strafen und Qualen wurde all denen
zugesichert, die sich an den Kriegen des Papstes beteiligten, um
seine weltliche Herrschaft zu erweitern, seine Feinde zu strafen oder
jene auszutilgen, die es wagten, seiner geistlichen Oberherrschaft
die Anerkennung zu versagen. Es wurde ferner gelehrt, daß man sich
durch das Zahlen von Geldern an die Kirche von Sünden befreien und
auch die Seelen verstorbener Freunde, die in den peinigenden Flammen
gefangen gehalten würden, erlösen konnte. Durch solche Mittel
füllte Rom seine Kassen und unterhielt den Prunk, das Wohlleben und
die Laster der angeblichen Vertreter dessen, der nicht hatte, wo er
sein Haupt hinlegte.
Die
Inquisition
Im
13. Jahrhundert wurde jenes schrecklichste aller Mittel des Papsttums
eingeführt - die Inquisition. Der Fürst der Finsternis wirkte mit
den Würdenträgern der päpstlichen Hierarchie zusammen. In ihren
geheimen Beratungen beherrschen Satan und seine Engel die Gemüter
von bösen Menschen, die Foltermethoden erfanden, die zu furchtbar
sind, um menschlichen Augen unterbreitet zu werden.
"Babylon, die große"
war "trunken vom Blut der Heiligen."
(Offenbarung
17:5+6) Die verstümmelten Leiber von Millionen von Märtyrern
schrien zu Gott um Vergeltung gegen jene abtrünnige Macht.
Das
Papsttum war zum Tyrann der Welt geworden. Könige und Kaiser beugten
sich den Erlassen des römischen Bischofs. Die Schicksale der
Menschen schienen für Zeit und Ewigkeit von ihnen abhängig zu sein.
Jahrhundertelang waren die Lehren Roms weithin und stillschweigend
angenommen, seine Zeremonien ehrfurchtsvoll vollzogen, seine Feste
allgemein beachtet worden. Die Geistlichkeit wurde geehrt und
freigiebig unterstützt.
"Die
Glanzzeit des Papsttums war für die Welt eine Zeit tiefster
Finsternis."
(J.
A. Wiley in "The
history of Protestantism",
(dt.: Die Geschichte des Protestantismus) Band. 1, Kap. 4)
Die
Heilige Schrift war nicht nur dem Volk, sondern auch den Priestern
nahezu unbekannt. Als das
Gesetz
Gottes, das Richtmaß der Gerechtigkeit, beiseite gelegt worden war,
übten päpstliche Leiter schrankenlos ihre Gewalt aus und verfielen
moralischer Verderbtheit. Betrug, Habsucht und Verschwendung waren an
der Tagesordnung. Menschen schrecken vor keiner Gewalttat zurück,
wenn sie dadurch Reichtum oder eine Stellung gewinnen konnten. Die
Paläste der Päpste und Prälaten waren Schauplatz wüster
Ausschweifungen. Manche der regierenden Päpste hatten sich derart
empörender Verbrechen schuldig gemacht, daß weltliche Herrscher
diese Würdenträger der Kirche abzusetzen versuchten, die sich zu
niederträchtig gebärdeten, als daß man sie hätte länger dulden
können. Jahrhundertelang machte Europa auf wissenschaftlichem,
kulturellem oder zivilisatorischem Gebiet keine Fortschritte. Eine
sittliche und geistliche Lähmung hatte das Christentum befallen.
Licht
in der Finsternis
Unter
denen, die berufen wurden, die Gemeinde aus der Finsternis in das
Licht eines reinen Glaubens zu führen, stand Martin Luther an
vorderster Stelle. Eifrig, feurig und hingebungsvoll kannte er kein
Bangen außer der Gottesfurcht und ließ keine andere Grundlage für
den religiösen Glauben gelten als die Heilige Schrift. Luther war
der Mann für seine Zeit; durch ihn führte Gott ein großes Werk für
die Reformation der Kirche und die Erleuchtung der Welt aus.
Mit
18 Jahren betrat er die Universität Erfurt. Ein gutes Gedächtnis,
ein lebhaftes Vorstellungsvermögen, eine überzeugende Urteilskraft
und unermüdlicher Fleiß ließen ihn bald einen Platz in den
vordersten Reihen seiner Gefährten gewinnen. Als Luther eines Tages
in der Universitätsbibliothek die Bücher durchschaute, entdeckte er
eine lateinische Bibel. Solch ein Buch hatte er nie zuvor gesehen.
Hatte sogar von dessen Existenz nichts gewußt. Er hatte Ausschnitte
aus den Evangelien und Sendschreiben gehört, die den Leuten im
öffentlichen Gottesdienst vorgelesen wurden, und er nahm an, daß
diese die ganze Bibel bildeten. Nun blickte er zum ersten Mal auf das
ganze Wort Gottes. Mit ehrfürchtigen Staunen wendete er die heiligen
Blätter und las selbst die Worte des Lebens, hin und wieder
anhaltend, um auszurufen:
"Oh,
daß Gott mir solch ein Buch als mein Eigentum geben wollte!"
(J.H.
Merle D'Augibné, in "History of the reformation of the
sixtheenth Century", B. 2, Kap. 2)
Das
aufrichtige Verlangen, von Sünden frei zu sein und Frieden mit Gott
zu haben, veranlaßte ihn schließlich, in ein Kloster einzutreten
und ein Mönchsleben zu führen. Hier mußte er sich den niedrigsten
Arbeiten unterziehen und von Haus zu Haus betteln gehen. Er fühlte
sich in seinen natürlichen Gefühlen durch diese niedrige
Beschäftigung tief gekränkt; aber geduldig ertrug er die
Demütigung, weil er glaubte, daß es um seiner Sünden willen
notwendig sei.
Am
meisten erfreute ihn das Studium des Wortes Gottes. Er hatte an der
Klostermauer angekettet eine Bibel gefunden und zog sich oft zu ihr
zurück. Je mehr er von seinen Sünden überzeugt wurde, desto
stärker suchte er durch eigene Werke Vergebung und Frieden zu
erlangen. Er führte ein außerordentlich strenges Leben und bemühte
sich, das Böse seines Wesens, von dem sein Mönchstum ihn nicht zu
befreien vermocht hatte, durch Fasten, Wachen und Kasteien zu
besiegen. Sagte Luther:
"Wahr
ist es, ein frommer Mönch bin ich gewesen, und habe so strenge
meinen Orden gehalten, daß ich es sagen darf: ist je ein Mensch gen
Himmel gekommen durch Möncherei, so wollte ich auch hineingekommen
sein; denn ich hätte mich (wo es länger gewährt hätte) zu Tode
gemartert."
(D'Augibné
Band.2, Kapitel 3)
Aber
trotz aller Anstrengungen fand seine angsterfüllte Seele keine
Erleichterung, sondern wurde immer verzweifelter.
Aufschauen
auf Christus
Als
es Luther schien, das alles verloren sei, erweckte Gott ihm einen
Helfer und Freund. Der fromme Staupitz öffnete seinem Verständnis
das Wort Gottes und riet ihm, seine Aufmerksamkeit von sich selbst
abzulenken und mit den Betrachtungen über eine ewige Strafe für
Übertretung des Gesetzes Gottes aufzuhören und auf Jesus, seinen
sündenvergebenden Heiland, zu schauen.
"Statt
Dich wegen Deiner Sünden zu kasteien, wirf Dich in die Arme des
Erlösers. Vertraue auf Ihn, auf die Gerechtigkeit Seines Lebens, ob
die Versöhnung in Seinem Tode. Horche auf den Sohn Gottes. Er ist
Mensch geworden, Dir die Gewissheit Seiner göttlichen Gunst zu
geben." - "Liebe ihn, der Dich zuerst geliebt hat."
(D'Augibné
Band.2, Kapitel 4)
Seine
Worte machten einen tiefen Eindruck auf Luthers Gemüt. Nach manchem
Kampf mit lang gehegten Irrtümern war er in der Lage, diese Wahrheit
zu erfassen, und Friede zog in seine gequälte Seele ein.
Luther
wurde zum Priester geweiht und aus dem Kloster als Professor an die
Universität Wittenberg berufen. Hier widmete er sich dem Studium der
Heiligen Schrift in den Grundtexten. Staupitz sein Freund und
Vorgesetzter, nötigte ihn, die Kanzel zu besteigen und das Wort
Gottes zu predigen. Luther zögerte, da er sich unwürdig fühlte an
Christi statt zum Volk zu predigen. Nur nach langem Widerstreben gab
er den dringenden Bitten seiner Freunde nach. Er begann über die
Bibel Vorlesungen zu halten und er schloß das Buch der Psalmen, die
Evangelien und Sendschreiben dem Verständnis von Scharen
begeisterter Zuhörer. Seine Beredsamkeit hielt seine Zuhörer
gefangen, die Klarheit und Macht, mit der er die Wahrheit darstellte
überzeugte ihr Verständnis und seine Leidenschaft berührte ihre
Herzen.
Luthers
Besuch in Rom
Luther
war noch immer ein treuer Sohn der päpstlichen Kirche und dachte
nicht daran, je etwas anderes zu sein. Nach der Vorsehung Gottes bot
sich ihm Gelegenheit, Rom zu besuchen. Er machte die Reise zu Fuß,
wobei er in den am Wege liegenden Klöstern Herberge fand.
Verwunderung erfüllte ihn, als er in einem Kloster in Italien den
Reichtum, die Pracht und den Aufwand dort sah. Mit einem fürstlichen
Einkommen beschenkt, wohnten die Mönche in glänzenden Gemächern,
kleideten sich in die reichsten und köstlichsten Gewänder und
feierten an einer üppigen Tafel. Schmerzlich besorgt, verglich
Luther dieses Schauspiel mit der Selbstverleugnung und der Mühsal
seines eigenen Lebens. Seine Gedanken wurden verwirrt.
Endlich
erblickte er aus der Ferne die Stadt der 7 Hügel. Tief bewegt warf
er sich auf die Erde nieder und rief:
"Sei
mir gegrüßt, du heiliges Rom!"
(D'Augibné
Band. 2, Kapitel 6)
Er
betrat die Stadt, besuchte die Kirchen, lauschte den von den
Priestern und Mönchen vorgetragenen Wundererzählungen und erfüllte
alle vorgeschriebenen Zeremonien. Überall boten sich im Szenen, die
ihn in Erstaunen und Schrecken versetzen. Er sah, daß unter allen
Klassen der Geistlichkeit das Laster herrschte. Von den Lippen der
geistlichen mußte er unanständige Redensarten hören. Gottloses
Wesen, selbst während der Messe, entsetzte ihn. Als er sich unter
die Mönche und Bürger mischte, fand er Verschwendung und
Ausschweifung. Wohin er sich auch wandte, statt Heiligkeit traf er
Entweihung. Er schrieb:
"Niemand
glaubt, was zu Rom für Büberei und greulich Sünde und Schande
zugehen, er sehe, höre und erfahre es denn. Daher sagt man: Ist
irgendeine Hölle, so muß Rom darauf gebaut sein; denn da gehen alle
Sünden im Schwang."
(D'Augibné
Band. 2, Kapitel 6)
Die
Pilatusstiege
Durch
einen kurz vorher veröffentlichten Erlaß war vom Papst allen denen
Ablaß verheißen worden, die auf den Knien die Pilatusstiege hinauf
rutschen würden, von der gesagt wird, unser Heiland sei darauf
herabgestiegen, als Er das römische Gerichtshaus verließ, und sie
sei durch ein Wunder von Jerusalem nach Rom gebracht worden. Luther
erklomm eines Tages andächtig diese Treppe, als plötzlich eine
donnerähnliche Stimme zu ihm zu sagen schien: "Der
Gerechte aber wird aus Glauben leben." Römer
1:7. In Scham und Schrecken sprang er auf und floh von dieser Stätte.
Jene Bibelstelle verlor nie ihre Wirkung auf seine Seele. Von jener
Zeit an sah er deutlicher als je zuvor die Täuschung, auf
Menschenwerke zu vertrauen, um Erlösung zu erlangen, und ebenso
deutlich sah er die Notwendigkeit eines unerschütterlichen Glaubens
an die Verdienste Christi. Seine Augen waren geöffnet worden, um nie
wieder verschlossen zu werden. Als er Rom den Rücken kehrte, hatte
er sich auch in seinem Herzen von Rom abgewandt, und von jener Zeit
an wurde die Kluft immer tiefer, bis er schließlich alle Verbindung
mit der päpstlichen Kirche abschnitt.
Die
Autorität der Heiligen Schrift
Einige
Zeit nach seiner Rückkehr aus Rom wurde Luther von der Universität
zu Wittenberg der Titel eines Doktors der Theologie verliehen. Er
hatte das feierliche Gelöbnis abgelegt, alle Tage seines Lebens
Gottes Wort, und nicht die Aussprüche und Lehren der Päpste,
sorgfältig zu studieren und wortgetreu zu predigen. Er war nicht
länger der einfache Mönch oder Professor, sondern der
bevollmächtigte Verkünder der Heiligen Schrift. Mit Bestimmtheit
erklärte er, daß die Christen keine anderen Lehren annehmen
sollten, als die, welche auf der Autorität der Heiligen Schrift
beruhen würden. Diese Worte trafen ganz und gar die Grundlage der
päpstlichen Oberherrschaft; sie enthielten den wesentlichen
Grundsatz der Reformation.
In
Wittenberg war ein Licht angezündet worden, dessen Strahlen die
fernsten Teile der Erde erreichen und bis zum Ende der Zeit an Glanz
und Klarheit immer mehr zunehmen sollten. Aber Licht und Finsternis
können sich nicht vertragen, und zwischen Wahrheit und Irrtum
besteht ein unvermeidbarer Kampf. Das eine aufrecht zu erhalten und
zu verteidigen heißt, das andere anzugreifen und umzustürzen.
Luther schrieb einige Jahre nach Beginn der Reformation:
"Gott
führt mich nicht, Er treibt mich, ich bin meiner nicht mächtig, ich
will stille sein und werde mitten in den Tumult hinein gerissen."
(D'Augibné
Band 5, Kapitel 2)
Der
Kampf der Reformation sollte bald aufgenommen werden.
Der
Bau der Peterskirche in Rom
Die
katholische Kirche hatte die Gnade Gottes zu einem Handelsgut
herabgewürdigt. Unter dem Vorwand, Mittel für den Bau der
Peterskirche in Rom zu erheben, wurden im Namen der Autorität des
Papstes öffentlich Sündenablässe zum Verkauf angeboten. Mit
Frevelgeld sollte ein Tempel zur Anbetung Gottes errichtet, der
Grundstein mit dem Lösegeld von der Sünde gelegt werden. Aber
gerade dies weckte die entschlossensten und erfolgreichsten Feinde
des Papsttums auf ... und führte zu dem Kampf, der den päpstlichen
Thron erschütterte und die dreifache Krone auf dem Haupt des
römischen Oberpriesters ins Wanken brachte.
Der
römische Beauftragte Tetzel, dazu bestimmt, in Deutschland den
Verkauf von Ablässen zu leiten, war der gemeinsten Vergehen gegen
die menschliche Gesellschaft und das Gesetz Gottes überführt
worden. Nachdem er jedoch der seinen Verbrechen angemessenen Strafe
entronnen war, wurde er mit der Förderung der gewinnsüchtigen und
gewissenlosen Pläne des Papstes beauftragt. In herausfordernder
Weise wiederholte Tetzel die schamlosesten Lügen und erzählte
Wundergeschichten, um das unwissende und abergläubische Volk zu
täuschen. Hätten sie das Wort Gottes besessen, wären sie nicht so
hintergangen worden. Jahrhundertelang war die Verbreitung der
Heiligen Schrift verboten gewesen, das Volk durfte sie wieder lesen
noch im Hause haben. Die Heilige Schrift wurde ihnen vorenthalten,
damit sie unter der Herrschaft des bleiben und dazu beitragen würden,
die Macht und den Reichtum seiner ehrgeizigen Führer zu mehren.
Der
Verkauf von Ablässen
"Wenn
Tetzel eine Stadt betrat, ging ein Bote vor ihm her und verkündigte:
"Die
Gnade Gottes und des Heiligen Vaters ist vor Euren Toren."
(D'Augibné
Band 3, Kapitel 1)
Der
schändliche Handel ging in der Kirche vor sich, Tetzel bestieg die
Kanzel und pries die Ablässe als eine kostbare Gabe Gottes. Er
erklärte, daß durch seine Ablaßzettel dem Käufer alle Sünden,
welche der Mensch noch begehen möchte, verziehen würden. "Es
wäre nicht notwendig, Reue für die Sünde zu empfinden."
(D'Augibné,
Band 3, Kapitel 1)
Mehr
als das, seine Ablässe würden die Kraft besitzen, Lebende und Tote
zu retten. Wenn jemand Geld für eine Seele im Fegefeuer in den
Kasten legt, dann würde, sobald der Pfennig auf den Boden fällt und
klingt, die Seele gen Himmel herausfahren.
(Siehe
Kap. R. Hagenbach, in "History
of the Reformation", Band
1, S. 96)
Kein
Geistlicher wagte es indessen, seine Stimme gegen diesen gottlosen
Handel zu erheben, aber die Gemüter der Menschen wurden beunruhigt
und verängstigt, und viele fragten sich ernsthaft, ob Gott nicht
durch irgendein Werkzeug die Reinigung Seiner Kirche bewirken würde.
Die
gotteslästerlichen Anmaßungen der Ablaßkrämer erfüllten Luther
mit Entsetzen. Viele aus seiner eigenen Gemeinde hatten sich
Ablaßbriefe gekauft und kamen bald zu ihrem Pastor, bekannten ihre
verschiedenen Sünden und erwarteten Freisprechung, nicht weil sie
bußfertig waren und sich bessern wollten, sondern aufgrund des
Ablasses. Luther verweigerte ihnen die Freisprechung und warnte sie,
daß, wenn sie nicht bereuen und ihren Wandel ändern, sie in ihren
Sünden umkommen würden. In großer Bestürzung suchten sie Tetzel
auf und klagten ihm, daß ihr Beichtvater seine Briefe verworfen
habe; ja, einige forderten kühlen die Rückgabe ihres Geldes. Der
Mönch wurde zornig. Er äußerte die schrecklichsten Verwünschungen,
lies etliche Male auf dem Markt ein Feuer anzünden und "weiset
damit, wie er vom Papst Befehl hätte, die Ketzer, die sich wieder
den Allerheiligsten, den Papst und seinen allerheiligsten Ablaß
legten, zu verbrennen".
(D'Augibné
Band 3, Kapitel 4)
Luthers
Stimme war in ernster, feierlicher Warnung von der Kanzel zu hören.
Er zeigte dem Volk den schändlichen Charakter der Sünde und lehrte
sie, daß es für den Menschen unmöglich sei, durch seine eigenen
Werke die Schuld zu verringern oder der Strafe zu entrinnen. Nichts
als die Buße vor Gott und der Glaube an Christus könne den Sünder
retten. Gottes Gnade könne nicht erkauft werden, sie sei eine freie
Gabe. Er riet dem Volk, keine Ablässe zu kaufen, sondern gläubig
auf den gekreuzigten Erlöser zu schauen. Er erzählte seine eigene
schmerzliche Erfahrung, als er umsonst versucht hatte, sich durch
Demütigungen und Bußübungen Erlösung zu verschaffen und
versicherte seinen Zuhörern, daß er Friede und Freude gefunden
habe, als er von sich selbst weg sah und an Christus glaubte.
95
Mal nein!
Luther
entschloss sich zu einem wirksameren Widerstand gegen die schreienden
Mißbräuche. Die Schlosskirche zu Wittenberg war im Besitz vieler
Reliquien, die an gewissen Festtagen für das Volk ausgestellt
wurden. Vergebung der Sünden gewährte man allen, die dann die
Kirche besuchten und beichteten. Eine ist der wichtigsten Ereignisse,
das Fest "Allerheiligen",
stand vor der Tür. Am Tage zuvor schloss Luther sich den Mengen an,
die bereits auf dem Wege zur Kirche waren und heftete einen Bogen mit
95 Thesen gegen die Ablaßlehre an die Kirchentür. Er erklärte sich
bereit am folgenden Tag in der Universität diese Sätze gegen alle,
die sie angreifen würden zu verteidigen.
Seine
Thesen zogen die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich.
Sie
wurden immer wieder gelesen und nach allen Richtungen hin wiederholt.
Große Aufregung entstand in der Universität und in der ganzen
Stadt. Durch diese Thesen wurde gezeigt, daß die Macht, Vergebung
der Sünden zu gewähren und ihre Strafe zu erlassen, nie dem Papst
oder irgendeinem anderen Menschen übergeben worden war. Der ganze
Plan sei ein Betrug, ein Kunstgriff, um Geld zu erpressen, indem man
den Aberglauben des Volkes ausbeutet. Ferner wurde klar dargelegt,
daß das Evangelium Christi der kostbarste Schatz der Kirche ist und
daß die darin offenbarte Gnade Gottes allen frei gewährt wird, die
sie in Treue und Glauben suchen.
Die
von ihm gestellten Fragen waren in wenigen Tagen in ganz Deutschland
bekannt und erschollen in wenigen Wochen durch die ganze
Christenheit. Viele ergebene Römlinge, welche die in der Kirche
herrschende schreckliche Ungerechtigkeit gesehen und beklagt, aber
nicht gewußt hatten, wie sie deren Fortgang aufhalten sollten, lasen
die Sätze mit großer Freude. Sie fühlten, daß der Herr gnädig
Seine Hand ausgestreckt hatte, um die rasch anschwellende Flut der
Verderbnis aufzuhalten, die vom römischen Stuhl ausging. Fürsten
und Beamte freuten sich im geheimen, daß der anmaßenden Gewalt, die
behauptete, gegen ihre Beschlüsse dürfe keinen Einwand erhoben
werden, Zügel angelegt werden sollten.
Obwohl
Luther vom Geist Gottes getrieben worden war sein Werk zu beginnen,
sollte er es doch nicht ohne schwere Kämpfe fortführen. Die
Vorwürfe seiner Feinde, ihre Mißdeutung seiner Absichten und ihre
ungerechten und boshaften Bemerkungen über seinen Charakter und
seine Beweggründe ergossen sich gleich einer überwältigenden Flut
über ihn und blieben nicht ohne Wirkung. Der Reformator stieß auf
erbitterte Ankläger. Einige beschuldigten ihn, übereilt und
impulsiv gehandelt zu haben. Andere nannten ihn vermessen und
erklärten, daß er nicht von Gott geleitet werde, sondern aus Stolz
und voreilig handle. Er antwortete:
"Wer
kann eine neue Idee vorbringen,
ohne einen Anschein von
Hochmut, ohne Beschuldigung der Streitlust? Weshalb sind Christus und
alle Märtyrer getötet worden? Weil sie stolze Verächter der
Wahrheit ihrer Zeit schienen und neue Ansichten aussprachen, ohne die
Autoritäten der alten Meinung demütig um Rat zu fragen."
(D'Augibné,
Band 3, Kapitel 6)
Viele
staatliche und kirchliche Würdenträger waren von der Wahrheit
seiner Thesen überzeugt, aber sie sahen bald, daß die Annahme
dieser Wahrheiten große Umwälzungen mit sich bringen würden. Das
Volk zu erleuchten und umzugestalten hieße in Wirklichkeit, die
Autorität Roms zu untergraben und tausende von Strömen, die in
seine Schatzkammer flossen, aufzuhalten. Noch mehr: Das Volk zu
lehren, als verantwortliche Geschöpfe zu denken und zu handeln und
allein auf Christus zu blicken und selig zu werden, würde den Thron
des Papstes stürzen und am Ende auch die Autorität seiner
Würdenträger zugrunde richten. Aus dieser Ursache heraus erhoben
sie sich durch ihren Widerstand gegen den Menschen, den Gott zu ihrer
Erleuchtung gesandt hatte, wider Christus und die Wahrheit.
Luther
zittert innerlich - ein Mann den gewaltigsten Mächten der Erde
gegenübergestellt. Zuweilen zweifelte er, ob ihn der Herr in seinem
Widerstand wider die Autorität der Kirche wirklich leiten würde. Er
schrieb:
"Wer
war ich, der sich der Majestät des Papstes widersetzt, vor welcher
die Könige auf Erden und der ganze Erdboden sich fürchten?... Was
mein Herz in jenen zwei Jahren ausgestanden und erlitten habe und in
welcherei Demut, ja Verzweiflung ich da schwebte, ach! Da wissen die
sichern Geister wenig von."
(D'Augibné
Band 3, Kapitel 6)
Die
Bibel und die Bibel allein
Beriefen
sich die Gegner auf Gebräuche und Überlieferungen oder auf die
Behauptungen und die Autorität des Papstes so trat Luther Ihnen mit
der Bibel und der Bibel allein entgegen. Darin standen
Beweisführungen, die sie nicht widerlegen konnten, deshalb schrien
die Sklaven des Formenwesens und des Aberglaubens nach seinem Blut,
wie die Juden nach dem Blut Christi geschrien hatten.
"Er
ist ein Ketzer!" riefen
die römischen Eiferer
"Es
ist Hochverrat gegen die Kirche, wenn ein so schändlicher Ketzer
auch noch eine Stunde länger lebt. Auf den Scheiterhaufen mit ihm!"
(D'Augibné,
Band 3, Kapitel 9)
Luther
erhielt eine Vorladung, in Rom zu erscheinen um sich gegen die
Beschuldigung, Ketzerei getrieben zu haben, zu verantworten. Sie
kannten nur zu gut die Gefahr, die ihm in jener verderbten, vom Blut
der Zeugen Jesu trunkenen Stadt drohte. Sie erhoben Einspruch gegen
seine Reise nach Rom und befürworteten ein Gesuch, ihn in
Deutschland verhören zu lassen.
Dies
wurde schließlich genehmigt und der päpstliche Gesandte Cajetan
dazu bestimmt, den Fall anzuhören. In den ihm mitgegebenen
Anweisungen hieß es, daß Luther bereits als Ketzer erklärt worden
sei. Der päpstliche Gesandte wurde deshalb beauftragt, "ihn
zu verfolgen und unverzüglich in Haft zu nehmen".
Falls Luther standhaft bleiben oder der Legat seiner nicht habhaft
werden würde, war der Vertreter Roms bevollmächtigt, "ihn
an allen Orten Deutschlands zu ächten, zu verbannen, zu verfluchen
und alle seine Anhänger in den Bann zu tun."
(D'Augibné,
Band 4, Kapitel 2)
Um
die pestartige Ketzerei auszurotten, befahl der Papst seinem
Gesandten, alle, außer dem Kaiser, ohne Rücksicht auf ihr Amt in
Kirche und Staat, zu exkommunizieren, falls sie es unterließen,
Luther und seine Anhänger zu ergreifen und der Rache Roms
auszuliefern.
Hier
zeigte sich der wahre Geist des Papsttums. Nicht ein Anzeichen
christlicher Grundsätze oder auch nur gewöhnlicher Gerechtigkeit
war aus dem ganzen Schriftstück ersichtlich. Bevor man seinen Fall
untersucht hatte, war er kurz und knapp als Ketzer erklärt und am
selben Tag ermahnt, angeschuldigt, gerichtet und verurteilt worden,
und zwar von dem sich selbst ernannten "Heiligen
Vater", der allerhöchsten,
unfehlbaren Autorität in Kirche und Staat!
Augsburg
war als Ort des Verhörs bestimmt worden. Der Reformator trat die
Reise zu Fuß an. Man hegte seinetwegen ernste Befürchtungen. Es war
ihm öffentlich gedroht worden, daß er auf dem Wege ergriffen und
ermordet würde, und seine Freunde baten ihn, sich dem nicht
auszusetzen. Sie nötigten ihn sogar, Wittenberg eine Zeitlang zu
verlassen und sich dem Schutz derer anzuvertrauen, die ihn
bereitwillig beschirmen würden. Aber Luther war nicht von seinem
Vorhaben abzubringen und setzte seine Reise fort.
Die
Nachricht von Luthers Ankunft in Augsburg erfüllte den päpstlichen
Gesandten mit großer Genugtuung. Der unruhestiftende Ketzer, der die
Aufmerksamkeit der ganzen Welt erregte schien nun in der Gewalt Roms
zu sein, und der Legat war entschlossen, ihn nicht entrinnen zu
lassen. Luthers Freunde überredeten ihn, nicht ohne Geleit vor dem
Gesandten zu erscheinen, und versuchten, ihm eins vom Kaiser zu
verschaffen. Der Vertreter Roms hatte die Absicht, Luther, wenn
möglich, zum Widerruf zu zwingen oder, falls ihm dies nicht gelänge,
ihn nach Rom bringen zu lassen, damit er dort das Schicksal eines Hus
und Hieronymus teile. Deshalb versuchte er durch seine Beauftragten
Luther zu bewegen, ohne Sicherheitsgeleit zu erscheinen und sich
seiner Gnade anzuvertrauen. Der Reformator lehnte dies jedoch ab und
erschien nicht eher vor dem päpstlichen Abgesandten, bis er den
Brief, der den Schutz des Kaisers verbürgte, erhalten hatte.
Luther
vor Gericht
Aus
Gründen der Taktik hatten sich die Römlinge entschlossen, Luther
durch scheinbares Wohlwollen zu gewinnen. Der Legat zeigte sich in
seinen Unterredungen mit ihm sehr freundlich, verlangte aber, daß
Luther sich der Autorität der Kirche bedingungslos unterwerfen und
in jedem Punkt ohne Beweis oder Frage nachgeben solle. Er hatte den
Charakter des Mannes, mit dem er verhandelte, nicht richtig
eingeschätzt. Luther drückte in Erwiderung seine Achtung vor der
Kirche aus, sein Verlangen nach der Wahrheit, seine Bereitwilligkeit,
alle Einwände gegen das, was er gelehrt hatte, zu beantworten und
seine Lehren dem Entscheid gewisser führender Universitäten zu
unterbreiten. Gleichzeitig aber protestierte er gegen die
Verfahrensweise des Kardinals, von ihm einen Widerruf zu verlangen,
ohne ihm den Irrtum bewiesen zu haben.
Die
einzige Antwort war: "Widerrufe!
Widerrufe!" Der
Reformator berief sich auf die Heilige Schrift und erklärte
entschlossen, daß er die Wahrheit nicht aufgeben könne. Der Legat,
den Beweisführungen Luthers nicht gewachsen, überhäufte ihn so mit
Vorwürfen, Spott und Schmeicheleien, vermengt mit Zitaten der
Kirchenväter und aus der Überlieferung, daß der Reformator nicht
recht zu Worte kam. Luther, der die Nutzlosigkeit einer derartigen
Unterredung einsah, erhielt schließlich die mit Widerstreben
erteilte Erlaubnis, seine Verteidigung schriftlich einzureichen.
Bei
der nächsten Zusammenkunft gab Luther eine klare, präzise und
eindrucksvolle Erklärung ab, die er durch viele Schriftstellen
begründete, und überreichte sie dann dem Kardinal. Dieser warf sie
jedoch verächtlich beiseite mit der Bemerkung, sie enthalte nur eine
Menge unnützer Worte und unzutreffender Schriftstellen. Luther, dem
jetzt die Augen aufgegangen waren, begegnete dem überheblichen
Prälaten auf dessen ureigenstem Gebiet - den Überlieferungen und
Lehren der Kirche - und widerlegte dessen Darlegungen gründlich und
völlig.
Ich
werde dich exkommunizieren
Als
der Prälat sah, daß Luthers Gründe unwiderlegbar waren, verlor er
seine Selbstbeherrschung und rief zornig aus:
"Widerrufe
oder ich werde dich nach Rom senden, damit du vor die Richter
gestellt wirst, die beauftragt sind, sich mit deinem Fall zu
befassen. Ich werde dich und alle deine Anhänger und alle diejenigen
exkommunizieren, die dich irgendwann unterstützen werden und sie aus
der Kirche werfen."
Der
Reformator zog sich sofort mit seinen Freunden zurück und gab
deutlich zu verstehen, daß man keinen Widerruf von ihm erwarten
könne. Das entsprach keineswegs der Absicht des Kardinals. Er hatte
sich geschmeichelt, mit Gewalt und Einschüchterung zur Unterwerfung
zwingen zu können. Mit seinen Helfern jetzt allein gelassen, blickte
er höchst ärgerlich über das unerwartete Mißlingen seiner
Anschläge von einem zum anderen.
Luthers
Bemühungen bei diesem Anlaß waren nicht ohne gute Folgen.
Die
anwesende große Versammlung hatte Gelegenheit die beiden Männer zu
vergleichen und sich selbst ein Urteil zu bilden über den Geist, der
sich in ihnen offenbarte, und über die Stärke und die
Wahrhaftigkeit ihrer Stellung. Welch bezeichnender Unterschied!
Luther, einfach, bescheiden, entschieden, stand da in der Kraft
Gottes, die Wahrheit auf seiner Seite; der Vertreter des Papstes,
eingebildet, anmaßend, hochmütig und unverständig, ohne auch nur
einen einzigen Beweis aus der Heiligen Schrift, laut schreiend:
"Widerrufe
oder du wirst nach Rom geschickt werden, um dort die verdiente Strafe
zu erleiden!"
Das
Sicherheitsgeleit Luthers nicht achten wollend, planten die Römlinge,
ihn zu ergreifen und einzukerkern. Seine Freunde baten ihn dringend,
da es für ihn nutzlos sei, seinen Aufenthalt zu verlängern, ohne
Aufschub nach Wittenberg zurückzukehren, dabei aber äußerst
vorsichtig zu Werke zu gehen, um seine Absichten zu verbergen.
Demgemäß verließ er Augsburg vor Tagesanbruch zu Pferde, nur von
einem Führer begleitet, der ihm vom Stadtoberhaupt zur Verfügung
gestellt wurde. Unter trüben Ahnungen nahm er heimlich seinen Weg
durch die dunklen, stillen Straßen der Stadt, sannen doch wachsame
und grausame Feinde auf seinen Untergang! Würde er den ausgelegten
Schlingen entrinnen? Dies waren Augenblicke der Besorgnis und ernsten
Gebets. Er erreichte ein kleines Tor in der Stadtmauer. Man öffnete
ihm, und ohne gehindert zu werden, zog er mit seinem Führer hinaus.
Sich außerhalb des Stadtbezirks sicherer fühlend, beschleunigten
die Flüchtlinge ihren Ritt, und ehe noch der Legat von Luthers
Abreise Kenntnis erhielt, befand dieser sich außerhalb des Bereiches
seiner Verfolger. Satan und seine Abgesandten waren überlistet. Der
Mann, den sie in ihrer Gewalt glaubten, war entkommen wie der Vogel
den Schlingen des Voglers.
Die
Nachricht von Luthers Flucht überraschte und ärgerte den Legaten.
Er hatte erwartet, für die Klugheit und Entschiedenheit bei seinen
Verhandlungen mit diesem Unruhestifter in der Kirche große Ehren zu
empfangen, fand sich jedoch in seiner Hoffnung getäuscht. Er gab
seinem Zorn in einem Brief an den Kurfürsten von Sachsen, Friedrich
den Weisen, Ausdruck, in dem er Luther bitter anschuldigte und
verlangte, Friedrich solle den Reformator nach Rom senden oder aus
Sachsen verbannen.
Zu
seiner Rechtfertigung verlangte Luther, daß der Legat oder der Papst
ihn seiner Irrtümer aus der Heiligen Schrift überführen solle, und
verpflichtete sich feierlichst, seine Lehren zu widerrufen, falls
nachgewiesen werden könne, daß sie dem Worte Gottes widersprächen.
Er dankte Gott, daß er für würdig erachtet worden sei, um einer so
heiligen Sache willen zu leiden. Luthers Berufung auf die Heilige
Schrift war konsequent und unerschütterlich. Als er später vor dem
deutschen Kaiser Karl V., und dem deutschen Reichstag erscheinen
sollte um seinen Glauben zu verteidigen, erklärte er unerschrocken:
"Weil
denn eure Majestät und die Herrschaften eine einfache Antwort
begehren, so will ich eine geben, die weder Hörner noch Zähne hat,
dermaßen: Wenn ich nicht durch Schriftzeugnisse oder helle Gründe
werde überwunden werden (denn ich glaube weder dem Papst noch den
Konzilien allein, weil feststeht, daß sie öfter geirrt und sich
selbst widersprochen haben), so bin ich überwunden durch die von mir
angeführten Schriften und mein Gewissen gefangen in Gottes Worten,
widerrufen kann ich nichts und will ich nichts, weil wider das
Gewissen zu handeln beschwerlich, unsicher und nicht lauter ist. Hier
stehe ich, ich kann nicht anders,
Gott
helfe mir, Amen."
(D'Augibné
Band 7, Kapitel 8)
Friedrich,
der Kurfürst von Sachsen, wußte bis dahin nur wenig von den
reformierten Lehren, aber die Aufrichtigkeit, die Kraft und die
Klarheit der Worte Luthers machten einen tiefen Eindruck auf ihn, und
er beschloss, solange als des Reformators Beschützer aufzutreten,
bis dieser des Irrtums überführt würde. Als Erwiderung auf die
Forderung des päpstlichen Gesandten schrieb er:
"Weil
der Doktor Martinus vor Euch zu Augsburg erschienen ist, so könnt
Ihr zufrieden sein. Wir haben nicht erwartet, daß Ihr ihn, ohne ihn
widerlegt zu haben, zum Widerruf zwingen wollt. Kein Gelehrter in
unseren Fürstenhäusern hat behauptet, daß die Lehre Martins
gottlos, und christlich und ketzerisch sei."
Der
Fürst weigerte sich, Luther nach Rom zu schicken oder ihn aus seinem
Lande zu vertreiben."
(D'Augibné
Band 4, Kapitel 10)
Der
Antichrist selbst?
Als Luther aber Gottes Wort mit den
päpstlichen Erlassen verglich, schrieb er:
"Ich
gehe die Dekrete der Päpste durch und ... ich weiß nicht, ob der
Papst der Antichrist selber oder sein Apostel ist, elendiglich wird
Christus falsch dargestellt und in den Dekreten gekreuzigt."
(D'Augibné,
Band 5, Kaptiel 1)
In einem Schreiben an den Kaiser
und den christlichen Adel der deutschen Nation zur Besserung des
christlichen Standes schrieb Luther über den Papst:
"Es
ist gräulich und schrecklich anzusehen, daß der Oberste in der
Christenheit, der sich Christi Statthalter und Petri Nachfolger
rühmt, so weltlich und prächtig fährt, daß ihn darin kein Kaiser
mag erlangen und gleich werden. Gleicht sich das mit dem armen
Christus und dem demütigen Peter? Sie sprechen, er sei der Herr der
Welt! Das ist erlogen, denn Christus, des Statthalter und Amtmann er
sich rühmet, sprach: 'Mein Reich ist nicht von dieser Welt.' Es kann
doch kein Statthalter weiter regieren denn sein Herr."
(D'Augibné,
Band 6, Kapitel 3)
Dieser
Aufruf verbreitete sich mit Windeseile über ganz Deutschland und
übte einen mächtigen Einfluß auf das Volk aus. Die ganze Nation
war in Erregung und große Scharen wurden angetrieben, sich um die
Fahne der Reformation zu sammeln. Luthers Gegner drangen voller
Rachegelüste in den Papst, entscheidende Maßnahmen gegen ihn zu
treffen. Es wurde beschlossen, Luthers Lehren sofort zu verdammen.
Sechzig Tage wurden dem Reformator und seinen Anhängern gewährt, zu
widerrufen; danach sollten sie aus der Gemeinschaft der Kirche
ausgeschlossen werden.
Dies
war die Zeit einer großen Entscheidung für die Reformation.
Jahrhundertelang
hatte Rom durch das Verhängen des Kirchenbannes mächtigen Monarchen
Schrecken eingeflößt und gewaltige Reiche mit Elend und Verwüstung
erfüllt. Alle von Roms Fluch Betroffenen wurden allgemein mit Furcht
und Entsetzen angesehen; sie wurden von dem Verkehr mit ihren
Glaubensbrüdern ausgeschlossen und als Geächtete behandelt, die man
hetzen müsse, bis sie ausgerottet seien. Luther war nicht blind
gegen den über ihn hereinbrechenden Sturm; aber er stand fest,
vertrauend auf Christus, der sein Helfer und sein Schirm sei. Mit dem
Glauben und dem Mut eines Märtyrers schrieb er:
"Wie
soll es werden? Ich bin blind für die Zukunft und nicht darum
besorgt sie zu wissen. … Wohin der Schlag fällt, wird mich ruhig
lassen. … Kein Baumblatt fällt auf die Erde ohne den Willen des
Vaters, wie viel weniger wir! Es ist ein geringes, daß wir um des
Wortes willen sterben oder umkommen, da Er selbst im Fleisch erst für
uns gestorben ist. Also werden wir mit demselben aufstehen, mit
welchem wir umkommen und mit Ihm durchgehen, wo Er zuerst
durchgegangen ist, daß wir endlich dahin kommen, wohin Er auch
gekommen ist und bei Ihm bleiben ewiglich."
(D'Augibné,
3d London Ausgabe Band 6, Kapitel 9)
Als
die päpstliche Bulle Luther erreichte, schrieb er:
"Endlich
ist die römische Bulle mit Eck angekommen. Ich verlache sie nur und
greife sie jetzt als gottlos und lügenhaft ganz eckianisch an. Ihr
sehet, daß Christus selbst darin verdammt werde. Ich freue mich aber
doch recht herzlich, daß mir um der besten Sache willen Böses
widerfahre. Ich bin nun viel freier, nachdem ich gewiß weiß, daß
der Papst als der Antichrist und des Satans Stuhl offenbahrlich
erwiesen sei."
(D'Augibné,
Band
6, Kapitel 9)
In Gegenwart einer großen Anzahl
von Studenten, Gelehrten und Bürgersleuten jeglichen Ranges
verbrannte Luther die päpstliche Bulle, auch die Dekretalien und
andere Schriftstücke seiner Gegner, die Roms Macht unterstützten.
Er begründete sein Vorgehen mit den Worten:
"Dieweil
durch Ihr solch Bücherverbrennen der Wahrheit ein großer Nachteil
und bei dem schlichten, gemeinen Volk ein Wahn dadurch erfolgen
möchte zu vieler Seelen Verderben, habe ich der Widersacher Bücher
wiederum verbrannt." - "Es sollen diese ein Anfang des
Ernstes sein; denn ich bisher doch nur gescherzt und gespielt habe
mit des Papstes Sache. Ich habe es in Gottes Namen angefangen; hoffe,
es sei an der Zeit, daß es auch in demselben ohne mich sich selbst
ausführe."
(D'Augibné,
Band
6, Kapitel 10)
Die
endgültige Trennung
Aber
nicht ohne gewaltigen inneren Kampf entschloß sich Luther
schließlich zu einer Trennung von Rom. Etwa um diese Zeit schrieb
er:
"Ich
empfinde täglich bei mir, wie gar schwer es ist, langwährige
Gewissen, und mit menschlichen Satzungen gefangen, abzulegen. Oh, mit
wie viel großer Mühe und Arbeit, auch durch gegründete Heilige
Schrift, habe ich mein eigen Gewissen kaum können rechtfertigen, daß
ich einer allein wider den Papst habe dürfen auftreten, ihn für den
Antichrist halten! Wie oft hat mein Herz gezappelt, mich gestraft,
und mir vorgeworfen ihr einig stärkstes Argument: Du bist allein
klug?
Sollten
die andern alle irren, und so eine lange Zeit geirrt haben? Wie, wenn
Du irrest und so viele Leute in den Irrtum verführest, welche alle
ewiglich verdammt würden? Bis so lang, daß mich Christus mit Seinem
einigen gewissen Wort befestigt und bestätigt hat, daß mein Herz
nicht mehr zappelt."
(Martyn,
in "Life
and Times of Luther"
(dt.: Leben und Zeiten Luthers) 372,373)
Der Papst hatte Luther den
Kirchenbann angedroht, falls er nicht widerrufen sollte, und die
Drohung wurde jetzt ausgeführt. Eine neue Bulle erschien, welche die
endgültige Trennung des Reformators von der römischen Kirche
aussprach, ihn als vom Himmel verflucht erklärte und in die gleiche
Verdammung alle einschloß, die seine Lehren annehmen würden. So
begann der Kampf zwischen der Heiligen Schrift und den menschlichen
Überlieferungen; zwischen Protestantismus und Katholizismus.
Eine
Lektion aus der Vergangenheit
Widerstand ist das Schicksal aller,
die Gott gebraucht, um Wahrheiten, die besonders für ihre Zeit
gelten, zu verkündigen. Es gab eine gegenwärtige Wahrheit in den
Tagen Luthers — eine Wahrheit, die zu jener Zeit von besonderer
Wichtigkeit war; es gibt auch eine gegenwärtige Wahrheit für die
heutige Gemeinde.
Gott, der alles nach dem Rat seines
Willens vollzieht, hat es gefallen, die Menschen in verschiedene
Verhältnisse zu bringen und ihnen Pflichten aufzuerlegen, die der
Zeit, in der sie leben, und den Umständen, in denen sie sich
befinden, entsprechen. Würden sie das ihnen verliehene Licht
wertschätzen, so würde ihnen auch die Wahrheit in höherem Maße
offenbart werden. Aber die Mehrzahl der Menschen begehrt die Wahrheit
heutzutage ebenso wenig zu wissen wie damals die Römlinge, die
Luther widerstanden. Es besteht noch heute die gleiche Neigung wie in
früheren Zeiten, statt des Wortes Gottes Überlieferungen und
menschliche Theorien anzunehmen. Der Geist der Welt steht heute den
Geist Christi nicht näher als in früheren Zeiten. Wer das Wort
Gottes in seiner Reinheit verkündigt, wird heute nicht willkommener
sein als damals. Die Art und Weise des Widerstandes gegen die
Wahrheit mag sich ändern, die Feindschaft mag weniger offen sein,
weil sie verschlagener ist; aber dieselbe Feindschaft besteht noch
und wird bis zum Ende der Zeit sichtbar sein.
Wer die Wahrheit für diese Zeit
bringt, darf nicht erwarten, eine günstigere Aufnahme zu finden als
die früheren Reformatoren. Der große Kampf zwischen Wahrheit und
Irrtum, zwischen Christus und Satan wird bis zum Ende der Geschichte
dieser Welt an Heftigkeit zunehmen.
Gewissensfreiheit
bedroht
Der
Katholizismus wird zur Zeit von den Protestanten mit weit größerem
Wohlwollen angesehen als in früheren Jahren. Es herrscht eine
wachsende Gleichgültigkeit gegenüber den Lehren, die die
protestantischen Kirchen von dem päpstlichen System trennen. Es
setzt sich immer mehr die Ansicht durch, daß wir in den wichtigsten
Punkten nicht so weit auseinander gehen, wie vermutet wurde, und daß
uns ein geringes Zugeständnis in ein besseres Verhältnis zu Rom
bringen werde. Es gab eine Zeit, da die Protestanten hohen Wert auf
die Gewissensfreiheit legten, die so teuer erkauft worden war. Sie
lehrten ihre Kinder, das Papsttum zu verabscheuen und waren der
Auffassung, daß es der Untreue gegen Gott gleich kommen würde nach
Übereinstimmung mit Rom zu streben. Wie weit war die Gesinnung davon
ab, die sich heute kundtut.
Die
Verteidiger des Papsttums erklären, daß ihre Kirche verleumdet
worden sei; und die protestantische Welt ist geneigt, diese Erklärung
anzunehmen. Viele machen geltend, daß es ungerecht sei die römische
Kirche der Neuzeit nach den Gräueln und Absurditäten zu richten,
die ihre Herrschaft während der Jahrhunderte der Unwissenheit und
der Finsternis kennzeichneten. Sie entschuldigen ihre entsetzliche
Grausamkeit mit der Rohheit der Zeiten und behaupten, daß die
Einflüsse der modernen Kultur ihre Gesinnung geändert hätten.
Haben
diese Menschen den Anspruch auf Unfehlbarkeit vergessen, der tausend
Jahre lang von dieser anmaßenden Macht geltend gemacht wurde? Weiter
von entfernt, diesen Anspruch fahren zu lassen, wurde er im 19
Jahrhundert mit größerer Bestimmtheit bestätigt als je zuvor. Wenn
Rom behauptet, daß
"die
Kirche nie geirrt habe und aufgrund der Heiligen Schrift nie irren
werde,"
(John
L. Moosheim, in "Institute
of Ecclesiastical History"
B. 3)
Wie
kann es sich dann von den Grundsätzen lossagen, die in vergangenen
Zeiten sein Verhalten bestimmten?
Die
päpstliche Kirche wird ihren Anspruch auf Unfehlbarkeit nie
aufgeben. Sie besteht darauf, in allem, was sie bei der Verfolgung
derer, die ihre Glaubenssätze verwarfen, getan hat, recht gehandelt
zu haben; und würde sie nicht die gleichen Taten wiederholen, falls
sich Gelegenheit dazu bieten sollte? Würde man die jetzt von
weltlichen Mächten auferlegten Schranken beseitigen und Rom wieder
in seine frühere Machtstellung einsetzen, dann würde sich sofort
eine Wiederbelebung seiner Gewaltherrschaft und Verfolgung zeigen.
Sie
hat sich in christliche Gewänder gehüllt; jedoch ist sie
unverändert. Jeder Grundsatz des Papsttums, der in vergangenen
Zeiten Geltung hatte, ist auch heute noch gültig.
Ein
bekannter Geschichtsschreiber äußert sich über die Haltung der
päpstlichen Priesterherrschaft zu der Gewissensfreiheit und den
Gefahren, die ganz besonders den Vereinigten Staaten drohen, wenn sie
ihre Pläne durchsetzen kann:
"Die
Verfassung der Vereinigten Staaten sichert Gewissensfreiheit zu.
Nichts ist teurer oder wesentlicher. Papst Pius IX., sagte in seiner
Enzyklika vom 15. August 1854:
'Die
abgeschmackten und irrigen Lehren oder Phaseleien zur Verteidigung
der Gewissensfreiheit sind ein außerordentlich verderblicher Irrtum
- eine Pest, die vor allem anderen in einem Staat am meisten zu
fürchten ist.'
Derselbe
Papst spricht in seiner Enzyklika vom 8. Dezember 1864 den Bannfluch
aus über 'diejenigen, die die Freiheit des Gewissens und des
Glaubens behaupten', wie auch über alle solche, die darauf bestehen,
daß die Kirche nicht Gewalt üben dürfe'.
Der
friedfertige Ton von Rom in den Vereinigten Staaten schließt
keineswegs eine Sinnesänderung in sich ein. Rom ist tolerant, wo es
hilflos ist. Der katholische Bischof O'Connor sagte:
'Die
Religionsfreiheit wird nur geduldet, bis das Gegenteil durchgesetzt
werden kann, ohne die katholische Welt zu gefährden.'
Der
Erzbischof von St.-Louis sagte bei einer Gelegenheit:
'Ketzerei
und Unglaube sind Verbrechen; wo die ganze Bevölkerung katholisch
ist und wo die katholische Religion einen wesentlichen Teil der
Landesgesetze bildet, werden sie wie andere Verbrechen bestraft.'
Jeder
Kardinal, Erzbischof und Bischof in der katholischen Kirche legt den
Papst den Treueeid ab, der unter anderem folgende Worte enthält:
'Ketzer,
Schismatiker und Rebellen wider unseren besagten Herrn [den
Papst] oder seine vorerwähnten
Nachfolger, will ich mit Kräften verfolgen und mich ihnen aufs
Äußerste widersetzen.'" (Josiah
Strong, in "Our country", Kap. 5)
Allerdings
gibt es auch echte Christen in der römisch-katholischen
Gemeinschaft. Tausende dienen Gott nach der besten Erkenntnis, die
sie besitzen. Sie erkennen nicht die Wahrheit des Systems, welchen
sie dienen. Sie haben nie den Unterschied zwischen einem lebendigen
Herzensdienst und einer Reihe bloßer Formen und Zeremonien gesehen.
Wenn sie ehrlich im Herzen sind, wird es Gott führen, daß
Lichtstrahlen die dichte Finsternis durchdringen, die sie umgibt. Er
wird ihnen die Wahrheit wie, sie in Jesus ist, offenbaren.
Die
Protestanten schließen ihre Augen
Die
Protestanten haben sich mit dem Papsttum eingelassen und es
unterstützt; sie haben Verträge und Zugeständnisse gemacht, die
selbst die Katholiken überraschen und die diese nicht verstehen
konnten. Die Menschen verschließen sich den wahren Charakter der
römischen Kirche und den Gefahren, die von ihrer Oberherrschaft zu
befürchten sind. Sie müssen aufgerüttelt werden, um dem Vordringen
dieses so sehr gefährlichen Feindes der bürgerlichen und religiösen
Freiheit zu widerstehen.
Der
Katholizismus als Religionssystem stimmt heute nicht mehr, als zu
irgendeiner früheren Zeit seiner Geschichte, mit dem Evangelium
Christi überein. Die protestantischen Kirchen befinden sich in
großer Finsternis, sonst würden sie die Zeichen der Zeit
wahrnehmen. Der Katholizismus gewinnt Boden an allen Ecken. Die
römische Kirche ist weitreichend in ihren Plänen und in der Art
ihres Wirkens. Sie bedient sich jeder List, um ihren Einfluß
auszudehnen und ihre Macht zu mehren.
Die
römische Kirche bietet heute der Welt ein äußeres Bild der
Sauberkeit, indem sie über ihren Bericht schrecklicher Grausamkeit
einen Mantel von Entschuldigungen breitet. Sie hat sich wohl in
christliche Gewänder gehüllt; in ihrem Wesen jedoch ist sie
unverändert. Jeder Grundsatz des Papsttums, der im vergangenen
Jahrhunderten Geltung hatte, ist auch heute noch gültig. Die in den
finsteren Zeiten erlassenen Verordnungen und Lehren werden noch immer
aufrechterhalten. Es täusche sich niemand! Das Papsttum, dem die
Protestanten jetzt die Anerkennung nicht versagen wollen, ist das
gleiche das zur Zeit der Reformation die Welt beherrschte, als Männer
Gottes unter Einsatz ihres Lebens aufstanden, um die Bosheit der
römisch-katholischen Kirche bloßzustellen. Es besitzt den gleichen
Stolz, die gleiche hochmütige Anmaßung, die es über Könige und
Fürsten erheben ließ und die die Vorrechte Gottes beanspruchte.
Der
Abfall der letzten Zeit
Auf
das Papsttum trifft genau das von der Prophezeiung gebrauchte Bild
von dem Abfall zu, der da kommen soll. (2.
Thessalonicher 2:3+4) Es gehört zu seinem diplomatischen
Geschick, immer den Charakter anzunehmen, der am besten seinen
Absichten dient. Aber unter der wechselnden Erscheinung des
Chamäleons verbirgt ist das unveränderliche Gift der Schlange.
"Wir
sind nicht gebunden, den Ketzern Treue und Glaube zu halten",
erklärt
es. (Lefant, in "History
of the Council of Constance",
Band 1, Seite 516).
Soll
nun diese Macht, deren Geschichte während eines Jahrtausends mit dem
Blut der Heiligen geschrieben wurde, zur Gemeinde Christi gerechnet
werden?
Nicht
ohne Grund ist in protestantischen Ländern die Behauptung
aufgestellt worden, daß der Katholizismus sich nicht mehr so weit
vom Protestantismus unterscheide wie in früheren Zeiten. Wohl hat
sich manches geändert, aber nicht das Papsttum. Der Katholizismus
ähnelt in der Tat dem heutigen Protestantismus, weil dieser seit den
Tagen der Reformation so sehr entartet ist.
Indem
die protestantischen Kirchen die Gunst der Welt gesucht haben, hat
falsche Nächstenliebe ihre Augen verblendet. Sie können nicht
einsehen, warum es Unrecht sein sollte, von allem Bösen Gutes zu
denken; und als unausbleibliche Folge werden sie schließlich Böses
von allem Guten Glauben. Anstatt den einst den Heiligen übergebenen
Glauben zu verteidigen, entschuldigen sie sich nun sozusagen bei Rom
wegen ihrer lieblosen Beurteilung dessen und bitten darum, ihren
blinden Eifer zu verzeihen.
"Es
ist Zeit für die Protestanten, zu den Hirten [den
Papst] zu gehen um zu sagen: "Was
müssen wir tun, um nach Hause zu kommen?" (Dr.
Robert Schuller, Los Angeles Herald Examiner, 19. September 1987)
"Führer
amerikanischer Protestanten und östlicher Orthodoxengemeinden, die
sich am Freitag mit Papst Johannes Paul II. trafen, nahmen ihre
erste, weitgehende repräsentative Diskussion als einen Meilenstein
auf dem Weg zu größerer Einigkeit auf. ... Reverend Donald Jones,
ein United Methodist und Vorsitzender des "Religious Studies
Departments"der Universität von Süd Carolina, bezeichnete sie
als "die wichtigste ökumenische Zusammenkunft des
Jahrhunderts." … Paul A. Crow Jr. von Indianapolis,
ökumenisches Vorstandsmitglied der "Christian Church" (dt.
christlichen Kirche) - (Deciples of Christ) (dt.: Jünger Christi),
beschrieb sie als "ein neuer Tag im Ökumenismus", die
einer Zukunft die Tür öffnet, in der Gott "uns zusammenführt".
(The
Montgomery Advisor, (dt.: Der Ratgeber von Montgomery) 12. September
1987)
Viele
von denen, die dem Katholizismus nicht wohlwollend gegenüberstehen,
fürchten deren Macht und Einfluß nur wenig. Sie machen geltend, daß
die geistige und sittliche Finsternis, die während des Mittelalters
herrschte, die Ausbreitung ihrer Glaubenssätze, ihres Aberglaubens
und ihrer Unterdrückungen begünstigte, und daß die größere
Bildung der Neuzeit, die allgemeine Verbreitung von Wissen und die
zunehmende Freiheit in Glaubensdingen ein Wiederaufleben von
Unduldsamkeit und Tyrannei unmöglich machen. Schon der Gedanke, daß
ein solcher Zustand bestehen könnte, wird verlacht.
Es
ist wahr, daß unserem Geschlecht große, geistige, sittliche und
religiöse Lichter ausgingen. Durch die erschlossenen Seiten des
heiligen Wortes Gottes, hat sich himmlisches Licht über die Welt
ergossen. Man sollte aber bedenken, je größer das gewährte Licht
ist, desto dunkler auch die Finsternis derer ist, die es verdrehen
oder verwerfen. Das hat sich erwiesen, das eine Zeit tiefer geistiger
Finsternis dem Erfolg des Papsttums günstig ist, und es wird sich
noch zeigen, daß eine Zeit großen geistigen Lichtes sein Gedeihen
nicht minder fördert. In vergangenen Zeiten, als die Menschen ohne
Gottes Wort und ohne Erkenntnis der Wahrheit lebten, wurden ihre
Augen verblendet und tausende gefesselt, weil sie das Netz nicht
sahen, das für ihre Füße gelegt war. In diesem Geschlecht gibt es
viele, deren Augen durch den Glanz menschlicher Spekulationen,
fälschlich Wissenschaft genannt, geblendet werden, so daß sie das
Netz nicht wahrnehmen und so bereitwillig hineinlaufen, als wären
ihre Augen verbunden.
Ein
Studium der Heiligen Schrift unter Gebet würde den Protestanten den
wahren Charakter des Papsttums zeigen; es würde sie dahin bringen,
daß sie es verabscheuen und meiden, aber viele sind ihrer Meinung
nach so klug, daß sie nicht das Bedürfnis haben, Gott demütig zu
suchen, um in die Wahrheit geleitet zu werden. Obwohl sie sich mit
ihrer Erleuchtung brüsten, wissen sie weder etwas von der Heiligen
Schrift noch von der Kraft Gottes. Sie müssen irgendein Mittel
haben, um ihr Gewissen zu beruhigen; und sie suchen das, was am
wenigsten geistlich und demütigend ist. Sie möchten Gott gerne
vergessen, aber in einer Weise, daß es scheint, als würden sie
Seiner gedenken. Das Papsttum kann den Bedürfnissen dieser Menschen
entsprechen. Es hat sich auf zwei Klassen der Menschheit eingestellt;
und diese umfassen beinahe die ganze Erde: diejenigen, die durch ihre
eigenen Verdienste gerettet werden möchten [ihre
eigenen Werke], und jene, die in ihren Sünden gerettet werden
wollen [die vorsätzlich
sündigen]. Hier liegt das Geheimnis seiner Macht.
Der
Versuch, Gottes Gesetz zu ändern
Das
Gesetz Gottes im himmlischen Heiligtum ist die große Urschrift,
wovon die auf steinerne Tafeln geschriebenen, in den Büchern Mose
verzeichneten Gebote eine unfehlbare Abschrift waren. Das Papsttum
hat versucht, das Gesetz Gottes zu verändern. Das zweite Gebot, das
die Anbetung von Bildern verbietet, ist aus dem Gesetz entfernt und
das vierte so verändert worden, daß es die Feier des ersten
Wochentages statt des siebenten als Sabbat gutheißt. Die Papisten
bestanden darauf, daß das zweite Gebot ausgelassen wurde, weil es in
dem ersten enthalten und deshalb überflüssig sei, und sie das
Gesetz genau so herausgeben würden, wie Gott es verstanden haben
wollte. Hier handelt es sich um eine absichtliche, bewußte
Veränderung:
"Er
wird danach trachten, Festzeiten und Gesetz zu ändern." (Daniel
7:25)
Die
am vierten Gebot vorgenommene Änderung entspricht genau den Angaben
der Weissagung. Als einziger Urheber hierfür kommt die Kirche in
Betracht. Dadurch erhebt sich die päpstliche Macht offen über Gott.
Der
"Tag der Sonne"
Kaiserliche
Erlässe, allgemeine Konzilien und Kirchenverordnungen, unterstützt
von weltlicher Macht, waren die Stufen, auf denen der heidnische
Festtag zu seiner Ehrenstellung in der christlichen Welt emporstieg.
Die erste öffentliche Maßnahme, die die Sonntagsfeier erzwang, war
das von Konstantin erlassene Gesetz 321 n. Chr. Dieses Gesetz
verlangte von der Stadtbevölkerung, am "ehrwürdigen Tag der
Sonne" zu ruhen, gestattete jedoch der Landbevölkerung,
ihre landwirtschaftliche Arbeit fortzusetzen. Obgleich dies eine im
Grunde genommen heidnische Verordnung war, wurde sie doch vom Kaiser
erzwungen, nachdem er angeblich das Christentum angenommen hatte.
Da
sich der kaiserliche Befehl nicht als genügendes Ersatzmittel für
die göttliche Autorität erwies, stellte Eusebius, ein Bischof, der
die Gunst der Fürsten suchte und ein besonderer Freund und
Schmeichler Konstantins war, die Behauptung auf, daß Christus den
Sabbat auf den Sonntag verlegt habe. Kein einziges Zeugnis der
Schrift wurde als Beweis für die neue Lehre angeführt. Selbst
Eusebius bekannte offen, daß sie falsch wäre, und wies auf den
wirklichen Urheber dieser Veränderung hin, indem er sagte: "Alles,
was man am Sabbat zu tun verpflichtet war, haben wir auf den Tag des
Herrn übertragen."
(Robert Cox, "Sabbath laws and Sabbath duties", S. 538)
Die
ersten "Sonntagsgesetze"
Eine
Zeit lang wurde der siebente Tag noch immer als Sabbat angesehen.
Langsam aber sicher trat eine Änderung ein. Allen, die kirchliche
Ämter bekleideten, wurde es untersagt, am Sonntag über zivile
Streitigkeiten zu verhandeln. Bald darauf er ging das Gebot, daß
alle Menschen, gleich welchen Standes, und unter Geldstrafe für die
Freien, und Peitschenhiebe für die Dienenden, sich am Sonntag
gewöhnlicher Arbeit zu enthalten hätten. Später wurde angeordnet,
Reiche mit dem Verlust der Hälfte ihres Vermögens zu bestrafen und
schließlich, falls sie sich noch immer widersetzen würden, sie zu
Sklaven zu machen. Den niederen Klassen aber, sollte lebenslängliche
Verbannung treffen.
Angebliche
Wunderzeichen wurden vollbracht. Unter anderem wurde berichtet, daß
ein Landmann, der im Begriff stand, am Sonntag ein Feld zu pflügen,
vorerst den Flug mit einem Eisen reinigte, wobei das Eisen fest in
seiner Hand stecken blieb und er es zwei Jahre lang "unter
großen Schmerzen und zu seiner Schande" mit sich herum
tragen mußte.
(Franzis
West, in "Historical
and practical discourse of the Lord's day",
(dt.: Abhandlung in sechs Dialogen über den Namen, den Begriff und
die Beobachtung des Tages des Herrn), Seite 174)
Später
gab der Papst Anweisungen, daß die Priester jeder Pfarrgemeinde die
Übertreter des Sonntagsgesetzes ermahnen und nötigen sollten, in
die Kirche zu gehen und ihre Gebete zu sagen, da sie sonst so manch
großes Unglück über sich und ihre Nachbarn bringen könnten. Als
sich die Beschlüsse der Kirchenversammlungen als unzulänglich
erwiesen, wurden die weltlichen Behörden ersucht, ein Edikt zu
erlassen, daß die Herzen des Volkes mit Schrecken erfüllen und es
zwingen würde, sich am Sonntag der Arbeit zu enthalten. Anläßlich
einer in Rom abgehaltenen Synode wurden alle früher getroffenen
Entscheide mit größerer Kraft und Feierlichkeit erneut bestätigt.
Sie wurden auch dem Kirchengesetz hinzugefügt und von den zivilen
Behörden in fast der ganzen Christen Welt durchgesetzt. (Siehe
Heylyn, "History
of the Sabbath",
Kap. 5)
Immer
noch verursachte der Mangel an biblischen Beweisen für die
Sonntagsfeier, nicht geringe Bedenken. Das Volk bezweifelte die
Berechtigung ihrer Lehrer, die offenkundige Erklärung des Herrn:
"Der
siebte Tag ist der Sabbat des Herrn deines Gottes"
beiseite
zu setzen, um den Tag der Sonne zu ehren. Um den Mangel an biblischen
Zeugnissen zu beheben, waren andere Hilfsmittel nötig. Einem
eifrigen Verteidiger des Sonntags, der ungefähr Ende des 12.
Jahrhunderts die englischen Gemeinden besuchte, widerstanden treue
Zeugen für die Wahrheit. Seine Bemühungen waren so fruchtlos, daß
er das Land eine Zeitlang verließ und versuchte, irgendein Mittel
ausfindig zu machen, um seine Lehren durchzusetzen. Als er
zurückkehrte, hatte er sich das Erforderliche verschafft, und er
erntete bei seinem späteren Wirken einen größeren Erfolg. Er
brachte eine Schriftrolle mit, die angeblich von Gott selbst kam und
das für die Sonntagsfeier benötigte Gebot, sowie auch schreckliche
Drohungen enthielt, um die Ungehorsamen einzuschüchtern. Er gab vor,
daß dieses kostbare Schriftstück - eine ebenso niederträchtige
Fälschung wie die ganze Einrichtung, die es unterstützte - vom
Himmel gefallen und in Jerusalem auf dem Altar des heiligen Simeons
in Golgatha gefunden worden sei. In Wirklichkeit war aber der
päpstliche Palast in Rom der Ort, woher sie kam. Betrug und
Fälschungen zur Förderung der Macht und des Ansehens der Kirche
sind von der päpstlichen Hierarchie zu allen Zeiten als gesetzlich
angesehen worden.
Aber
ungeachtet aller Bemühungen, die Heiligkeit des Sonntages
einzuführen, haben die Papisten selbst die göttliche Autorität des
Sabbats und den menschlichen Ursprung der Einrichtung, durch die er
ersetzt worden ist, öffentlich zugegeben. Im 16. Jahrhundert
erklärte ein päpstliches Konzil eindeutig:
"Alle
Christen sollten bedenken, daß der siebente Tag von Gott geheiligt
und nicht nur von den Juden angenommen und beachtet wurde, sondern
auch von allen anderen, die vorgaben Gott zu verehren, obgleich wir
Christen ihren Sabbat in den Tag des Herrn umgewandelt haben."
(Thomas
Morer, in "Discourse
in Six Dialogues on the Name, Notion, and Observation of the Lord's
day", (dt.:
Abhandlung in sechs Dialogen über den Namen,den Begriff und die
Beobachtung des Tages des Herrn), S. 281+282)
Diejenigen,
die sich erdreisteten, Hand an das göttliche Gesetz zu legen, waren
sich des Charakters ihres Werkes wohl bewußt. Sie erhoben sich
absichtlich über Gott. Das Wort Gottes lehrt, daß sich diese Dinge
wiederholen werden, wenn sich Katholiken und Protestanten zur
Erhöhung des Sonntag zusammenschließen.
Wahre
Anbetung
Die
Verpflichtung, Gott anzubeten, beruht auf der Tatsache, daß Er der
Schöpfer ist und daß Ihm alle anderen Wesen ihr Dasein verdanken.
Wo immer in der Bibel hervorgehoben wird, daß Er ein Recht auf
Ehrfurcht und Anbetung hat, im Gegensatz zu all den Göttern der
Heiden, da werden die Beweise Seiner Schöpfermacht angeführt.
"Alle
Götter der Völker sind Götzen, der Herr aber hat den Himmel
gemacht." (Psalm
96:5)
"Mit
wem denn wollt Ihr Mich vergleichen, dem Ich gleich wäre? spricht
der Heilige. Hebt zur Höhe Eure Augen empor und seht: Wer hat diese
da geschaffen? Er, der ihr Heer hervortreten lässt nach der Zahl,
ruft sie alle mit Namen: Vor Ihm, reich an Macht und stark an Kraft
fehlt kein einziger." (Jesaja
40:25+26)
"Denn
so spricht der HERR, der die Himmel geschaffen hat - Er ist Gott, der
die Erde gebildet und sie gemacht hat; ... Ich bin der HERR, und
sonst gibt es keinen Gott!" (Jesaja
45:8)
"Erkennt,
daß der HERR Gott ist! Er hat uns gemacht, und nicht wir selbst -
Sein Volk und die Herde Seiner Weide." (Psalm
100:3)
"Kommt,
laßt uns anbeten und uns neigen, laßt uns niederknien vor dem
HERRN, der uns gemacht hat!" (Psalm
95:6)
Und
die heiligen Wesen, die Gott im Himmel droben anbeten, erklären als
Grund ihrer Huldigung:
"Du
bist würdig, unser Herr und Gott, die Herrlichkeit und die Ehre und
die Macht zu nehmen, denn Du hast alle Dinge erschaffen, und Deines
Willens wegen waren sie und sind erschaffen worden."
(Offenbarung 4:11)
Aufruf
zum Gericht
In
Offenbarung 14 werden die Menschen aufgefordert, den Schöpfer
anzubeten; und die Weissagung führt uns Menschen vor Augen, die
zufolge der drei Engelsbotschaften die Gebote Gottes halten. Die
Botschaften dieses Kapitels sollen die Bewohner der Erde auf die
Wiederkunft des Herrn vorbereiten. Die Ankündigung:
"Die
Stunde Seines Gerichts ist gekommen"
(Offenbarung 14:7)
weist
auf das Schlußwerk des Dienstes Christi für die Erlösung der
Menschen hin. Sie erklärt eine Wahrheit, die verkündet werden muß,
ehe die Fürbitte des Heilandes aufhört und Er zur Erde zurückkehrt,
um Sein Volk in den Himmel aufzunehmen.
Damit
die Menschen vorbereitet sein mögen, im Gericht zu bestehen,
verlangt die Botschaft:
"Fürchtet
Gott und gebt Ihm die Ehre", "betet den an, der den Himmel
und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat!"
(Offenbarung 14:7)
Das
Ergebnis der Annahme dieser Botschaft zeigen die Worte an:
"Hier
ist das Ausharren der Heiligen, welche die Gebote Gottes und den
Glauben Jesu bewahren." (Offenbarung
14:12)
Gemäß
dem Gesetz Gottes wird im Gericht der Charakter beurteilt werden. Der
Apostel Paulus erklärt:
"So
viele unter dem Gesetz gesündigt haben, werden durch das Gesetz
gerichtet werden; ... an dem Tag, da Gott das Verborgene der Menschen
richtet nach meinem Evangelium durch Jesus Christus."
Weiter
sagt er:
"Die
Täter des Gesetzes werden gerechtfertigt werden." (Römer
2:12-16)
Der
Glaube ist notwendig, um das göttliche Gesetz halten zu können.
"Ohne
Glauben aber ist es unmöglich, Ihm zu gefallen." (Hebräer
11:6)
Und
"alles aber, was nicht aus Glauben
ist, ist Sünde." (Römer
14:23)
Eines
dieser Gebote weist unmittelbar auf Gott als den Schöpfer hin. Das
vierte Gebot erklärt:
"Der
siebte Tag ist Sabbat für den HERRN, Deinen Gott. Denn in sechs
Tagen hat der Herr den Himmel und die Erde gemacht, das Meer und
alles, was in ihnen ist, und Er ruhte am siebenten Tag; darum segnete
der HERR den Sabbattag und heiligte ihn." (2.
Mose 20:10+11)
"Der
Sabbat ist darum als Gedächtnistag der Schöpfung wichtig, weil er
immer den wahren Grund vor Augen führt, warum die Anbetung Gott
gebührt."
Weil
Gott der Schöpfer ist und wir Seine Geschöpfe sind.
"Der
Sabbat bildet daher die eigentliche Grundlage aller Gottesdienste;
denn er lehrt diese große Wahrheit in der eindrucksvollsten Weise.
Von keiner anderen Verordnung kann dies gesagt werden. Der wahre
Grund der Gottesanbetung, nicht nur am siebenten Tage, sondern
überhaupt, liegt in dem Unterschied zwischen dem Schöpfer und
Seinen Geschöpfen. Diese großartige Tatsache kann nie veralten und
darf nie vergessen werden."
(J.N.
Andrews, in "History
of the Sabbath", (dt.:Die Geschichte des Sabbats)
Kap. 26)
Um
diese Wahrheit den Menschen stets vor Augen zu halten, setzte Gott in
Eden den Sabbat ein.
Hätten
alle den Sabbat gehalten, so wären die Gedanken und Neigungen dem
Schöpfer voller Ehrfurcht und Anbetung zugewandt worden, und es
würde nie einen Götzendiener, einen Gottesleugner oder einen
Ungläubigen gegeben haben. Das Halten des Sabbats ist ein Zeichen
der Treue gegenüber dem wahren Gott,
"der
den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht
hat!" (Offenbarung
14:7)
Daraus
ergibt sich, daß die Botschaft, die den Menschen gebietet, Gott
anzubeten und Seine Gebote zu halten, sie besonders auffordert, das
vierte Gebot zu befolgen.
Das
Tier, das Bild, das Malzeichen
Im
Gegensatz zu denen, welche die Gebote Gottes halten und den Glauben
Jesu haben, verweist der Engel auf andere, gegen deren Irrtümer eine
feierliche und schreckliche Warnung ausgesprochen wird:
"Wenn
jemand das Tier und sein Bild anbetet und sein Malzeichen annimmt an
seine Stirn oder an seiner Hand, so wird er auch trinken vom Wein des
Grimmes Gottes." (Offenbarung
14:9+10)
Zum
Verständnis dieser Botschaft ist eine richtige Auslegung der
angewandten Sinnbilder erforderlich. Was wird durch das "Tier"
das "Bild" und
das "Malzeichen" dargestellt?
Die
prophetische Kette, in der wir diesen Sinnbildern begegnen, beginnt
in Offenbarung 12 mit dem Drachen, der Christus bei Seiner Geburt
umzubringen versuchte. Der Drache ist Satan. (Offenbarung
12:9) Dieser veranlaßte Herodes, den Heiland töten zu
wollen. Um in den ersten Jahrhunderten des christlichen Zeitalters
Christus und Sein Volk zu bekriegen, war sein Hauptwerkzeug das
römische Reich mit seiner vorwiegend heidnischen Religion. Während
daher der Drache in erster Linie Satan darstellt, so versinnbildlicht
er andererseits das heidnische Rom.
In
Offenbarung 13:1-10 wird ein anderes Tier beschrieben, "gleich
einem Panther", dem der Drache "seine
Kraft und seinen Thron und große Macht" gab.
Dieses Sinnbild veranschaulicht, wie auch die meisten Protestanten
geglaubt haben, das Papsttum, das die Kraft den Thron und die Macht
des alten Römischen Reiches einnahm. Von dem pantherähnlichen Tier
wird gesagt:
"Es
wurde ihm einen Mund gegeben, der große Dinge und Lästerungen
redete. … Und es öffnete seinen Mund zu Lästerungen gegen Gott,
um Seinen Namen und Sein Zelt und die, welche im Himmel wohnen, zu
lästern. Und es wurde ihm gegeben, mit den Heiligen Krieg zu führen
und sie zu überwinden; und es wurde ihm Macht gegeben über jeden
Stamm und jedes Volk und jede Sprache und jede Nation."
(Offenbarung 13:5-7)
Diese
Prophezeiung, die nahezu mit der Beschreibung des kleinen Horns aus
Daniel 7 identisch ist, weist zweifellos auf das Papsttum hin.
Der
Prophet sagt ferner: "Ich sah einen
seiner Köpfe wie zu Tode verwundet"; und weiter
berichtet er: "Wenn jemand in
Gefangenschaft führt, so geht er in Gefangenschaft; wenn jemand mit
dem Schwerte töten wird, so muß er mit dem Schwerte getötet
werden." (Offenbarung
13:10)
Im
Jahre 1798 wurde der Papst von der französischen Armee gefangen
genommen, die unter den Befehlen von Napoleon Bonaparte handelte. Die
päpstliche Macht erhielt eine tödliche Wunde, und es erfüllte
sich:
"So
jemand in das Gefängnis führt, der wird in das Gefängnis gehen. "
Ein
neues Sinnbild wird uns vor Augen geführt. Der Prophet sagt:
"Ich
sah ein anderes Tier aus der Erde aufsteigen: und es hatte zwei
Hörner gleich einem Lamm." (Offenbarung
13:11)
Sowohl
das Aussehen dieses Tieres als auch die Art und Weise seines
Emporkommens zeigen an, daß die Nation, welche es versinnbildlicht,
sich von den Völkern unterscheidet, die durch die vorhergehenden
Sinnbilder dargestellt sind. Die großen Königreiche, welche die
Welt regiert haben, wurden vom Propheten Daniel als Raubtiere
gezeigt, die sich erhoben, als "die
vier Winde unter dem Himmel stürmten widereinander auf dem großen
Meer." (Daniel
7:2)
In
Offenbarung 17 erklärte ein Engel, daß die Wasser "Völker
und Völkerscharen und Nationen und Sprachen"
seien. (Offenbarung
17:15) Winde sind das Sinnbild des Krieges. Die vier Winde des
Himmels, die auf dem großen Meer stürmen, veranschaulichen die
schrecklichen Eroberungs- und Revolutionsvorgänge, wodurch
Königreiche zur Macht gelangten.
Aber
das Tier mit den lammähnlichen Hörnern sah der Prophet "aus
der Erde aufsteigen". Statt andere
Mächte zu stürzen, um deren Stelle einzunehmen, mußte die so
dargestellte Nation auf bis dahin weitem und unbewohntem Gebiet
auftreten, und sich allmählich und friedlich zur Großmacht
entwickeln. Das konnte demnach nicht unter den zusammengedrängt
lebenden und miteinander ringenden Völkern der Alten Welt, jenem
unruhigen Meer der "Völker
und Völkerscharen und Nationen und Sprachen",
geschehen; es mußte in der Neuen Welt zu finden sein.
Amerika
in der Prophezeiung
Welches
Volk der Neuen Welt begann sich im Jahre 1798 zu Macht und Größe zu
entwickeln und die Aufmerksamkeit der Welt auf sich zu ziehen? Die
Anwendung des Sinnbildes bedarf keiner Erörterung. Nur eine Nation
entspricht den Angaben der Weissagung, die unverkennbar auf die
Vereinigten Staaten von Amerika weist. Immer wieder ist der Gedanke,
ja manchmal nahezu der genaue Wortlaut des Propheten unbewußt von
Rednern und Geschichtsschreibern angewandt worden, wenn sie das
Emporkommen und Wachstum dieser Nation beschrieben. Das Tier sah man
"aus der Erde aufsteigen".
Gemäß einigen Übersetzungen hat das hier mit "aufsteigen"
wiedergegebene Wort den Sinn von "aufsprießen oder
aufwachsen wie eine Pflanze". Wie wir gesehen haben, mußte
diese Nation in einem bis dahin unbesiedelten Gebiet aufkommen.
Ein
hervorragender Schriftsteller, der die Entstehung der Vereinigten
Staaten schildert, spricht von "dem
Geheimnis ihres ihres Emporkommens aus dem Nichts"
und sagt: "Wie ein
stiller Same wuchsen wir zu einem Reich heran."
(G. A. Townsend, in "The
New World Compared With The Old",
(dt.: Die alte Welt verglichen mit der neuen) Seite 462.
Eine
europäische Zeitung sprach im Jahre 1850 von den Vereinigten Staaten
als von einem wunderbaren Bereich, das "hervorbrachte"
und "unter
dem Schweigen der Erde täglich seine Macht und seinen Stolz
vermehrte." ("The
Dublin Nation" ) - (dt.: Die Nation von Dublin)
"Und
das hatte zwei Hörner gleich einem Lamm."
(Offenbarung 13:11)
Lammähnliche
Hörner kennzeichnen Jugend, Unschuld und Milde und stellen treffend
den Charakter der Vereinigten Staaten dar. Unter den verbannten
Christen, die zuerst nach Amerika geflohen waren und eine
Zufluchtsstätte vor der Unterdrückung durch ihre Landesherren und
ihre priesterliche Unduldsamkeit gesucht hatten, gab es viele, die
sich entschlossen, eine Regierung auf dem breiten Fundament
bürgerlicher und religiöser Freiheit zu errichten. Ihre
Auffassungen legten sie in der Unabhängigkeitserklärung nieder,
welche die große Wahrheit enthielt, daß "alle
Menschen gleich geboren und mit dem unveräußerlichen Recht zum
Leben, der Freiheit und des Strebens nach Glück begabt seien."
Die
Verfassung sicherte dem Volk das Recht der Selbstverwaltung zu, in
dem die, durch allgemeines Stimmrecht gewählten Vertreter, Gesetze
erlassen und durchführen. Es wurde auch Glaubensfreiheit gewährt
und jedem gestattet, Gott nach seinem Gewissen anzubeten.
Republikanismus und Protestantismus wurden die ersten Grundsätze der
Nation und sind das Geheimnis ihrer Macht und ihres Gedeihens. Die
Unterdrückten und in den Staub Getretenen aus der ganzen
Christenheit haben sich diesem Land mit Interesse und Hoffnung
zugewandt. Millionen haben sich nach seinen Küsten gesehnt, und die
Vereinigten Staaten erlangten einen Platz unter den mächtigsten
Nationen der Erde.
Ein
bemerkenswerter Widerspruch
Aber
das Tier mit dem lammähnlichen Hörnern "redete
wie ein Drache. Und die ganze Macht des ersten Tieres übt es vor ihm
aus, und es veranlaßt die Erde und die auf ihr wohnen, daß sie das
erste Tier anbeten, dessen Todeswunde geheilt wurde ... und es sagt
denen, die auf der Erde wohnen, dem Tier, das die Wunde des Schwertes
hat und wieder lebendig geworden ist, ein Bild zu machen. "
(Offenbarung 13:11-14)
Die
Hörner gleich denen eines Lammes und die Drachenstimme des
Sinnbildes, weisen auf einen grellen Widerspruch, zwischen dem
Bekenntnis und der Handlungsweise, der so beschriebenen Nation hin.
Das "Reden" eines Volkes sind die Beschlüsse seiner
gesetzgebenden und richterlichen Behörden. Diese werden die
liberalen und friedlichen Grundsätze, die es als Grundlage seiner
Regierungspolitik aufgestellt hat, Lügen strafen. Die Weissagung,
daß es "wie ein Drache reden und
die ganze Macht des ersten Tieres"
vor ihm ausüben wird, zeigt deutlich eine Entwicklung
des Geistes der Intoleranz und der Verfolgung voraus, der von den
Mächten bekundet wurde, die durch den Drachen und das
pantherähnliche Tier dargestellt sind. Und die Aussage, daß das
Tier mit den zwei Hörnern, "die
Erde und die auf ihr wohnen [veranlaßt], daß sie das erste Tier
anbeten",
zeigt an, daß diese Nation ihre Macht dazu benutzen wird, einen
Gehorsam zu erzwingen, welcher dem Papsttum Ehre erweisen wird.
Ein
solches Handeln würde den Grundsätzen dieser Regierung, den Geist
ihrer freien Einrichtungen, dem klaren und feierlichen Bekenntnis der
Unabhängigkeitserklärung und der Verfassung zuwider sein. Die
Gründer des Staates suchten sich weislich gegen die Anwendung der
Staatsgewalt von seiten der Kirche mit ihren unvermeidlichen Folgen -
Unduldsamkeit und Verfolgung - zu schützen. Die Verfassung schreibt
vor:
"Der
Kongress soll kein Gesetz zur Einführung der Religion oder auch
gegen ihre freie Ausübung erlassen. Auch soll die religiöse Haltung
niemals die Befähigung zu irgendeiner öffentlichen
Vertrauensstellung in den Vereinigten Staaten zur Bedingung gemacht
werden."
Nur
durch offenkundige Verletzung dieser Schutzmauer und nationaler
Freiheit kann irgendein religiöser Zwang durch die Staatsbehörden
ausgeübt werden. Aber die Widersprüchlichkeit solchen Handelns ist
nicht größer als im Sinnbild dargelegt. Es ist das Tier mit den
lammähnlichen Hörnern [in
seinem Bekenntnis rein, mild und harmlos], das wie ein Drache
redet.
"Und
sagt denen, die auf Erden wohnen, dem Tier ... ein Bild zu machen."
(Offenbarung 13:4)
Hier
wird offensichtlich eine Regierungsform geschildert, bei der die
gesetzgebende Macht in den Händen des Volkes ruht. Eine sehr
treffende Bestätigung, daß die Vereinigten Staaten die in der
Weissagung angedeutet der Nation sind.
Aber
was ist "das Bild des Tieres"?
Und wie soll es gestaltet werden? Dem ersten Tier wird von dem
zweihörnigen Tier ein Bild errichtet. Um daher zu erfahren, was das
Bild ist und wie es gestaltet werden soll, müssen wir die Merkmale
des Tieres selber, des Papsttums betrachten.
Kirche
und Staat vereinigt
Als
die Kirche am Anfang dadurch verdorben wurde, daß sie von der
Einfachheit des Evangeliums abwich und heimliche Gebräuche und
Gewohnheiten annahm, verlor sie den Geist und die Kraft Gottes. Um
die Gewissen der Menschen zu beherrschen, suchte sie den Beistand der
Staatsgewalt. Die Folge war das Papsttum, eine Kirchenmacht, welche
die Staatsgewalt beherrschte und sie zur Förderung ihrer eigenen
Absichten, vornehmlich zur Bestrafung "der Ketzerei",
einsetzte. Damit die Vereinigten Staaten dem Tier ein Bild machen
können, muß die religiöse Macht den Staat so beherrschen, daß
dieser auch von der Kirche zur Durchführung ihrer eigenen Absichten
eingesetzt wird.
Wo
immer die Kirche die Staatsgewalt erlangte, setzte sie ihre Macht
ein, um Abweichungen von ihren Lehren zu bestrafen. Protestantische
Kirchen, indem sie den Fußstapfen Roms folgen, mit weltlichen
Mächten Verbindungen eingehen, haben ein ähnliches Verlangen
bekundet, die Gewissensfreiheit einzuschränken. Ein Beispiel dafür
bieten uns die langanhaltenden Verfolgungen der Dissidenten
[Andersdenkenden] der
anglikanischen Kirche. Während des 16. und 17. Jahrhunderts wurden
Tausende von andersdenkenden Predigern gezwungen, ihre Gemeinden zu
verlassen, und viele Prediger und Gemeindeglieder mußten Strafe,
Gefängnis, Folter und Marterqualen auf sich nehmen.
Es
war Abfall, der die frühe Kirche dahin brachte, die Hilfe des
Staates zu suchen, und dadurch wurde der Weg für die Entwicklung des
Papsttums, des Tieres, vorbereitet. Paulus sagte, "daß
zuerst der Abfall" komme
"und der Mensch der Sünde
offenbart worden ist".
Demnach wird der Abfall in der Kirche den Weg für das Bild des
Tieres vorbereiten.
Die
Bibel erklärt, daß vor dem Kommen des Herrn ein religiöser
Verfall, ähnlich dem der ersten Jahrhunderte, eintreten würde.
"In
den letzten Tagen werden schwere Zeiten eintreten; denn die Menschen
werden selbstsüchtig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig,
Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos,
unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht
liebend, Verräter, unbesonnen, aufgeblasen, mehr das Vergnügen
liebend als Gott, die eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft
aber verleugnen. " (2.
Timotheus 3:1-5)
"Der
Geist aber sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeiten manche vom
Glauben abfallen werden, indem sie auf betrügerische Geister und
Lehren von Dämonen achten." (1.
Timotheus 4:1)
Satan
wird "mit jeder Machttat und mit
Zeichen und Wundern der Lüge und mit jedem Betrug der
Ungerechtigkeit" wirken. Und alle, die "die
Liebe der Wahrheit zu ihrer Errettung nicht angenommen haben"
werden sich selbst überlassen, "kräftige
Irrtümer" annehmen, "daß
sie glauben der Lüge." (2.
Thessalonicher 2:9-11)
Wenn
dieser Zustand der Gottlosigkeit erreicht sein wird, wird er auch die
gleichen Früchte zeigen wie in den ersten Jahrhunderten.
Damit
die Vereinigten Staaten dem Tier ein Bild machen können, muß die
religiöse Macht den Staat so beherrschen, daß dieser auch von der
Kirche zur Durchführung ihrer eigenen Absichten eingesetzt wird.
Die
Ökumene - ein Zeichen der Zeit
Die
in den protestantischen Kirchen herrschende große
Glaubensverschiedenheit wird von vielen als ein entscheidender Beweis
angesehen, das niemals ein Versuch unternommen werden kann, Einigkeit
zu erzwingen. Und doch besteht in den protestantischen Kirchen schon
jahrelang ein starkes, wachsendes Bestreben zugunsten einer auf
gemeinschaftlichen Lehrpunkten beruhenden Vereinigung. Um solch eine
Vereinigung zu sichern, müssen die Themen beiseite gelegt werden,
über die sich nicht alle einig sind, wie wichtig sie auch, vom
biblischen Standpunkt aus gesehen sein mögen.
Wenn
sich die führenden Kirchen der Vereinigten Staaten in den
Lehrpunkten, die sie gemeinsam haben, vereinigen und den Staat
beeinflussen, daß er ihre Verordnungen durchsetzt und ihre Satzungen
unterstützt, wird das protestantische Amerika ein Bild von der
römischen Priesterherrschaft errichtet haben, und die Verhängung
von Strafen über Andersgläubige wird die unausbleibliche Folge
sein.
Das
Tier mit den zwei Hörnern "bringt
alle dahin, die Kleinen und die Großen, und die Reichen und die
Armen, und die Freien und die Sklaven, daß man ihnen ein Malzeichen
an ihre rechte Hand oder an ihre Stirn gibt; und daß niemand kaufen
oder verkaufen kann, als nur der, welcher das Malzeichen hat, den
Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens."
(Offenbarung
13:16+17)
Die
Warnung des dritten Engels lautet:
"Wenn
jemand das Tier und sein Bild anbetet und sein Malzeichen annimmt an
seine Stirn oder an seine Hand, so wird auch er trinken vom Wein des
Grimmes Gottes." (Offenbarung
14:9+10)
"Das
Tier", das in dieser Botschaft erwähnt und
dessen Anbetung durch das zweihörnige Tier erzwungen wird, ist das
erste, pantherähnliche Tier aus Offenbarung 13 - das Papsttum. Das
"Bild des Tieres"
stellt jene Form des abgefallenen Protestantismus dar, die sich
entwickeln wird, wenn die protestantischen Kirchen zur Erzwingung
ihrer Lehrsätze die Hilfe des Staates suchen werden. Nun bleibt uns
noch das "Malzeichen des Tieres"
zu beschreiben.
Nach
der Warnung vor der Anbetung des Tieres und seines Bildes erklärt
die Weissagung:
"Hier
ist das Ausharren der Heiligen, welche die Gebote Gottes und den
Glauben Jesu bewahren." (Offenbarung
14:12)
Da
die Menschen, die Gottes Gebote halten, auf diese Weise denen
gegenüber gestellt werden, die das Tier und sein Bild anbeten und
sein Malzeichen annehmen, so folgt daraus daß die Beachtung des
Gesetzes Gottes einerseits und dessen Übertretung andererseits den
Unterschied zwischen den Anbetern Gottes und den Anbetern des Tieres
bilden wird.
Das
besondere Merkmal des Tieres und mithin auch seines Bildes ist die
Übertretung der Gebote Gottes. Daniel sagte von dem kleinen Horn,
dem Papsttum:
"Er
wird danach trachten, Festzeiten und Gesetz zu ändern."
(Daniel 7:5)
Und
Paulus nannte dieselbe Macht den "Menschen
der Sünde", der sich über Gott erheben würde.
Eine Weissagung ergänzt die andere. Nur indem es das göttliche
Gesetz veränderte, konnte sich das Papsttum über Gott erheben. Wer
aber wissentlich das so veränderte Gesetz hält, zollt dadurch jener
Macht die höchste Ehre, die es verändert hat. Ein solcher Gehorsam
gegen die päpstlichen Gesetze würde ein Zeichen des Bündnisses mit
dem Papsttum anstatt mit Gott sein.
Während
sich die Anbeter Gottes ganz besonders durch die Beachtung des
vierten Gebotes auszeichnen, da dies das Zeichen der göttlichen
Schöpfungsmacht ist und bezeugt, daß Gott Anspruch auf die
Ehrfurcht und Huldigung der Menschen hat, so werden sich die Anbeter
des Tieres durch ihre Bemühungen kennzeichnen, den Gedächtnistag
des Schöpfers zu beseitigen, um die Einrichtung Roms zu erheben.
Zugunsten des Sonntags machte das Papsttum zum ersten Mal seine
anmaßenden Ansprüche geltend; und der Staat rief es das erste Mal
zu Hilfe, als es die Feier des Sonntags als des "Tages des
Herrn" erzwingen wollte. Doch die Bibel verweist auf den
siebten Tag und nicht auf den ersten Tag als Tag des Herrn. Christus
sagte:
"Somit
ist der Sohn des Menschen, Herr auch des Sabbats."
(Markus 2:28)
Das
vierte Gebot erklärt:
"Am
siebten Tage ist der Sabbat des Herrn, Deines Gottes."
(2. Mose 20:10)
Und
der Herr selbst spricht durch den Propheten Jesaja vom Sabbat als
"von Meinem heiligen Tag."
(Jesaja 58:13)
Das
"Bild des Tieres" stellt jene Form des abgefallenen
Protestantismus dar, die sich entwickeln wird, wenn die
protestantischen Kirchen zur Erzwingung ihrer Lehrsätze die Hilfe
des Staates suchen werden.
Die
Protestanten machen jetzt geltend, daß die Auferstehung Christi am
Sonntag diesen Tag zum Ruhetag der Christen erhebe. Hierfür fehlen
jedoch die Beweise aus der Heiligen Schrift. Weder Christus noch
Seine Apostel haben diesem Tag eine solche Ehre beigelegt. Die Feier
des Sonntags als eine christliche Einrichtung hat ihren Ursprung in
jenem "Geheimnis der Bosheit"
(2. Thessalonicher 2:7)
das sich schon in den Tagen von Paulus regte. Wo und wann aber hat
der Herr dieses Kind des Papsttums angenommen? Welcher rechtsgültige
Grund kann für eine Veränderung genannt werden, die die Heilige
Schrift nicht billigt?
Die
so oft wiederholte Behauptung, daß Christus den Sabbat verändert
habe, wird durch Seine eigenen Worte widerlegt. In der Bergpredigt
sagte Er:
"Ihr
sollt nicht meinen, daß Ich gekommen sei, um das Gesetz oder die
Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen,
sondern um zu erfüllen! Denn wahrlich, Ich sage Euch: Bis Himmel und
Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe noch ein einziges
Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. Wer nun
eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt,
der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel; wer sie
aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der
Himmel."
(Matthäus
5:17-19)
Es
ist eine von den Protestanten allgemein zugestandene Tatsache, daß
die Heilige Schrift keinen Beweis für die Veränderung des Sabbats
bietet. Dies wird in den verschiedensten Veröffentlichungen der
amerikanischen Traktatgesellschaft und der amerikanischen
Sonntagsschulunion deutlich gelehrt. Eines dieser Werke anerkennt
"das gänzliche Schweigen des Neuen
Testaments, soweit dies ein bestimmtes Gebot für den Sabbat
[Sonntag, der
erste Wochentag] oder besondere
Vorschriften für dessen Beachtung anbelangt."
(George Eliot "The Abiding
Sabbath" (dt.: Der beständige Sabbat) Seite 184)
Ein
anderer sagt: "Bis zum Tode Christi
war keine Veränderung des Tages vorgenommen worden",
und "soweit der Bericht
zeigt, gaben sie [die
Apostel] keinen ausdrücklichen
Befehl zur Aufhebung des Siebten-Tag-Sabbats und zu dessen Feier am
ersten Wochentag."
(A.
E. Waffle, "The Lord's day", Seite 186+188)
Die
Katholiken geben zu, daß die Veränderung des Sabbats von ihrer
Kirche vorgenommen wurde und erklären, daß die Protestanten durch
die Sonntagsfeier ihre [der
Katholiken] Macht anerkennen. Der "katholische
Katechismus der christlichen Religion" beantwortet die
Frage, welchen Tag man gemäß des vierten Gebots halten solle, wie
folgt:
"Unter
dem alten Gesetz war der Samstag der heilige Tag; aber die Kirche,
angewiesen durch Jesus Christus und geleitet von dem Geist Gottes,
hat den Sonntag an die Stelle des Sabbats gesetzt, so daß wir nun
den ersten, nicht aber den siebenten Tag heiligen. Sonntag bedeutet
und ist jetzt der Tag des Herrn."
"Der
Katholizismus spricht"
"Der
Sonntag ist eine katholische Einrichtung und dessen Heilighaltung
kann aufgrund katholischer Grundsätze gerechtfertigt werden. ... Von
Anfang bis Ende der Heiligen Schrift, gibt es nicht einen einzigen
Abschnitt, der die Verlegung des wöchentlichen Ruhetages von dem
letzten Tag der Woche auf den ersten rechtfertigt."
(The Catholic Press, Sydney,
Australien, August 1900)
"Der
Protestantismus, indem er die Autorität der [römisch-katholischen]
Kirche abweist, hat keine guten Gründe für seine Sonntagstheorie.
Er sollte logischerweise den Samstag als Sabbat halten."
(John Gilmary Shea "American
Catholic Quarterly Review", (dt.:Amerikanische katholische
Vierteljahresschrift) Januar 1883)
"Es
ist gut, die Presbyterianer, Baptisten, Methodisten und alle anderen
Christen daran zu erinnern, daß die Bibel sie in keinster Weise in
ihrer Sonntagsfeier unterstützt. Der Sonntag ist eine Einrichtung
der römisch-katholischen Kirche und diejenigen, die den Tag heilig
halten, folgen einem Gebot der katholischen Kirche."
(Priester Bradi, in Elisabeth, N.
J. "News" 18. März 1903)
Frage:
"Gibt
es irgendeine andere Möglichkeit zu beweisen, daß die katholische
Kirche die Macht hat, Feiertage als ein göttliches Gebot
einzusetzen?"
Antwort:
"Hätte
sie nicht diese Macht..., hätte sie nicht den Samstag, den siebenten
Tag, durch die Feier des Sonntags, dem ersten Tag der Woche, ersetzen
können - eine Änderung, für welche es keine biblische Autorität
gibt." (Stefan
Keenan, "A Doctrinal catechism", (dt.: Ein Lehrkatechismus)
Seite 176
"Die
Vernunft oder der gesunde Menschenverstand machen die Annahme der
einen oder anderen Alternative erforderlich. Entweder Protestantismus
und die Heilighaltung des Samstages, oder Katholizismus und die
Haltung des Sonntages. Ein Kompromiß ist unmöglich."
("The Catholic Mirror",
(dt.: Der katholische Spiegel) 23. Dezember 1893)
"Gott
gab seiner [katholischen]
Kirche die Macht, irgendeinen Tag zu
nehmen und ihn als einen heiligen Tag anzuerkennen, wenn sie es für
richtig hält. Die Kirche wählte den Sonntag, den ersten Tag der
Woche, und im Laufe der Zeit hat sie noch andere Tage als Feiertage
hinzugefügt."
(Vincent
J. Kelly in "Forbidden Sunday and Feast-Day Occupations",
(dt.: Verbotene Sonntags- und Feiertagsbeschäftigungen), Seite 2)
"Die
Protestanten ... akzeptieren lieber den Sonntag als den Samstag als
öffentlichen Ruhetag, nachdem die katholische Kirche die Änderung
vorgenommen hat. ... Aber der protestantische Verband scheint sich
nicht darüber im Klaren zu sein, daß er ... durch die Beobachtung
des Sonntags die Autorität des Wortführers für die Kirche den
Papst, anerkennt."
("A
Sunday visitor", (dt.: Ein sonntäglicher Besucher), 5. Februar
1950)
"Nicht
der Schöpfer des Universums aus 1. Mose 2:1-3, sondern die
katholische Kirche kann die Ehre für sich beanspruchen, dem Menschen
von seiner Arbeit alle sieben Tage eine Pause zu gönnen."
(S.D. Mosna, "Storia
della Domenica",
(dt.: Geschichte des Sonntags) 1969, Seite 366+367)
"Wir
haben auf dieser Erde den Platz des allmächtigen Gottes inne."
(Papst Leo, im "Enzyclical
Letter," (dt.:
Rundschreiben 20. Juni 1894)
"Der
Papst ist nicht nur der Stellvertreter Jesu Christi, sondern er ist
Jesus Christus selbst - versteckt unter dem Schleier des Fleisches."
("The Catholic National",
(dt.:Die Katholische Allgemeine), Juli 1895)
"Wenn
Protestanten der Bibel folgen würden, müssen sie Gott am Sabbattag
anbeten. Indem sie den Sonntag halten, folgen sie einem Gesetz der
katholischen Kirche."
(Albert
Smith, Chancellor of the Archdiocese of Balitimore, (dt.: Kanzler der
Erzdiözese von Balitimore), 10. Februar 1920)
"Wir
erklären, daß der heilige Apostolische Stuhl [der
Vatikan]
und der
römisch-katholische Papst das Primat über die ganze Welt innehat."
(Ein Erlaß des Konzils von
Trient, "The Most Holy Councils", (dt.: Die Allerheiligsten
Konzilien), Band 13, Spalte 1167)
"Es
war die katholische Kirche, die durch die Autorität Jesu Christi
diese Ruhe [von
dem biblischen Sabbat] auf den
Sonntag verlegt hat. ... Deshalb ist die Heilighaltung des Sonntags
durch die Protestanten eine Huldigung, die sie unwillkürlich der
Autorität der [katholischen]
Kirche erweisen."
(Monsignore Luis Segur, "Plain
Talk about the Protestantism of Today", (dt.: Klartext über den
Protestantismus von heute) Seite 213
"Wir
halten statt Samstag den Sonntag, weil die katholische Kirche die
Heiligkeit des Samstags auf den Sonntag übertragen hat."
(Peter Geiermann, CSSR "A
doctrinal Catechism", (dt.: Ein lehrreicher Katechismus) 1957,
Seite 50)
"Wir
Katholiken haben für die Heilighaltung des Sonntags, anstatt des
Samstags, somit genau die gleiche Autorität, wie wir sie für jeden
anderen Artikel unseres Glaubensbekenntnisses haben - nämlich die
Autorität der Kirche - ... wogegen Ihr Protestanten dafür absolut
keine Autorität besitzt; denn es gibt dafür [für
die Sonntagsheiligung] in der
Bibel keine Autorität, und Ihr werdet nicht zulassen, daß es
irgendwo anders eine Autorität dafür geben kann. Wir beide, Ihr und
wir, folgen in dieser Sache in Wirklichkeit der Tradition, aber wir
folgen ihr, indem wir von ihr annehmen, daß sie ein Teil des Wortes
Gottes ist und daß die [katholische]
Kirche der von Gott bestimmte Wächter und Ausleger ist. Ihr folgt
ihr [der
katholischen Kirche], obwohl Ihr
sie ständig als einen fehlbaren und hinterhältigen Führer
denunziert, der oftmals 'die Gebote Gottes aufhebt'. dabei zitiert
Ihr Matthäus 15:6"
(Brotherhood of St. Paul, in "The Clifton Tracts", (dt.:
Bruderschaft des Heiligen Paulus, Die Clifton Abhandlungen) Vol. 4.
tract 4, Seite 15)
"Damit
geschieht es, daß niemand hinfort seinen Vater oder seine Mutter
ehrt, und also habt ihr Gottes Gebot aufgehoben um Eurer Traditionen
willen." (Matthäus
15:6)
"Die
Kirche wechselte vom Halten des Sabbats auf den Sonntag aufgrund der
göttlichen, unfehlbaren Autorität, die ihr von ihrem Gründer Jesus
Christus gegeben wurde. Der Protestant der behauptet, die Bibel als
die einzige Richtschnur des Glaubens zu nehmen, hat kein Recht, den
Sonntag zu halten. In dieser Sache ist der Siebente-Tags-Adventist
der einzige widerspruchsfreie Protestant." ("The
Catholic University", 14. August 1942, Seite 4)
"Der
Protestantismus spricht"
Baptisten:
"Es
gab und gibt ein Gebot für die Heilighaltung des Sabbattages, aber
dieser Sabbattag war nicht Sonntag. Es wird jedoch ohne weiteres
gesagt, und das mit Frohlocken, daß der Sabbat von dem siebenten auf
den ersten Tag der Woche übertragen wurde, mit all seinen Pflichten,
Privilegien und Sanktionen. Während ich ernsthaft über dieses
Thema, welches ich seit vielen Jahren studiere, Informationen sammle,
frage ich: "Wo finde ich die Grundlage für solch eine
Übertragung?" Nicht im Neuen Testament, absolut nicht. Es gibt
keinen biblischen Beweis für die Änderung des Sabbats von dem
siebenten auf den ersten Tag der Woche."
(Dr.
E.T. Hiscox, Autor des "Baptist Manual" (dt.: Handbuch für
Baptisten)
Kongregationalisten:
"Es
ist ganz klar, daß wir, wie streng oder hingebungsvoll den Sonntag
auch halten mögen, den Sabbat damit nicht halten. … Der Sabbat
wurde aufgrund eines besonderen, göttlichen Gebotes eingerichtet.
Wir können für die Sonntagshaltung solch ein Gebot nicht
vorbringen. … Es ist im Neuen Testament nicht eine einzige Zeile
vorhanden, die besagt, daß wir uns irgendeine Strafe auferlegen,
wenn wir die angebliche Heiligkeit des Sonntags übertreten."
(Dr.
R.W. Dale, "The Ten Commandments", (dt.: Die zehn Gebote,
S. 106+107)
Lutheraner
der Freien Gemeinde:
"Wenn
es nicht eine einzige Stelle in der Heiligen Schrift gibt, die
bezeugt, daß entweder der Herr selbst oder die Apostel solch einen
Wechsel vom Sabbat zum Sonntag angeordnet haben, fällt es nicht
leicht die Frage zu beantworten: "Wer hat den Sabbat verändert,
und wer hatte das Recht dazu?" (Georges
Svedrup, "A new day." (dt.: Ein neuer Tag)
Protestanten.
Episkopale:
"Der
Tag ist nun vom siebten auf den ersten Tag verändert worden. ...
Aber da wir für diese Änderung keinen biblischen Hinweis haben,
können wir daraus schlußfolgern, daß dies durch die Autorität der
Kirche durchgeführt wurde." ("Explanation
of Catechism," (dt.: Erklärung des Katechismus)
Baptisten:
"Nirgendwo
nennt die Heilige Schrift den ersten Tag der Woche den Sabbat. ... Es
gibt dafür keine biblische Berechtigung und natürlich auch keine
biblische Verpflichtung."
("The
Watchmen" (dt.: Der Wächter)
Presbyterianer:
"Es
findet sich nicht ein Wort, nicht ein Hinweis im Neuen Testament, der
die Enthaltung von Arbeit am Sonntag gebietet. Die Feier des
Aschermittwochs oder die Fastenzeit stehen mit der Feier des
Sonntages genau auf der gleichen Stufe. Die Sonntagsruhe wird von
keinem göttlichen Gesetz geboten." (Canon
Eyton, "The Ten Commandments", (dt.: Die zehn Gebote)
Anglikaner:
"Und
wo wird uns in der Heiligen Schrift gesagt, daß wir den ersten Tag
überhaupt halten sollen? Uns wird geboten, den siebenten Tag zu
halten, aber nirgendwo wird uns befohlen, den ersten Tag zu halten."
(Isaac Williams,
"Plain sermons on the catechism", (dt.: Klare Predigten
über den Katechismus)
Jünger
Christi:
"Es
gibt keine direkte biblische Berechtigung, den ersten Tag als den
"Tag des Herrn" zu bezeichnen." (Dr.
D.H. Lucas, "Christian Oracle" (dt. Christliches Orakel),
Januar 1890)
Methodisten:
"Es
ist wahr, daß es für die Kindertaufe kein ausdrückliches Gebot
gibt; auch gibt es keines für die Heilighaltung des ersten Tages der
Woche. Viele glauben, daß Christus den Sabbat verändert hat. Aber
von Seinen eigenen Worten ersehen wir, daß Er nicht aus solch einem
Grund kam. Diejenigen, die glauben, daß Jesus den Sabbat veränderte,
basieren dies nur auf eine Vermutung."
(Amos Binney, "Theological Compendium", (dt.: Theologischer
Leitfaden), S. 180+181)
Episkopale:
"Wir
haben den Wechsel vom siebten auf den ersten Tag, vom Samstag auf den
Sonntag, aufgrund der Autorität der einen heiligen, katholischen,
apostolischen Kirche Christi vorgenommen." (Bishop
Symour,"Why we keep Sunday", (dt.: Warum wir den Sonntag
halten)
Southern
Baptist:
"Der
geheiligte Name des siebenten Tages ist Sabbat. Diese Tatsache ist zu
klar, um bestritten zu werden (2.
Mose 20:10) ... Die deutliche
Lehre des Wortes zu diesem Punkt ist in allen Zeitaltern gegeben
worden. ... Die Jünger bezogen nicht einmal das Sabbatgesetz auf den
ersten Tag der Woche - diese Verrücktheit haben sie sich später
ausgedacht. Sie täuschten noch nicht einmal vor, daß der erste Tag
den siebenten verdrängt hatte."
(Joseph
Judson Taylor, "The Sabbath question", (dt.: Die
Sabbatfrage), S.14-17, 41
Amerikanischer
Kongregationalist:
"Die
allgemeine Vorstellung, daß Christus und Seine Apostel autoritativ
den siebten durch den ersten Tag ersetzten, ist absolut ohne jegliche
Grundlage im Neuen Testament."
(Dr.
Laymon Abbot,"The Christian Union, (dt.: Die Christliche
Vereinigung), 26 Juni 1890)
Christian
Church:
"Kein
Wort des Himmels gibt Zeugnis darüber, daß der Sabbat verändert
wurde, oder daß der Tag des Herrn dafür eingesetzt wurde."
(Alexander Campbell, "The
reporter", 8. Oktober 1921)
Baptist:
"Mir
erscheint es unerklärlich, daß Jesus während des dreijährigen
Zusammenseins mit Seinen Jüngern, wobei Er sich mit ihnen oftmals
über die Sabbat Frage unterhielt, sie mit ihren verschiedenen
Aspekten erörterte und sie von den falschen [jüdischen,
überlieferten] Auslegungen
befreite, niemals irgendeinen Wechsel des Tages andeutete. Auch
während der 40 Tage Seines Lebens nach Seiner Auferstehung wurde
derartiges nicht angekündigt. Auch hat der Geist Gottes, der gegeben
wurde, damit alle Dinge, die Er je zu ihnen gesprochen hatte, wieder
ins Gedächtnis zurückgerufen wurden, diese Frage, soweit wir
wissen, nie behandelt. Während die inspirierten Apostel das
Evangelium predigten, Gemeinden gründeten und Gläubige berieten und
anwiesen, erwähnten oder sprachen sie nie über dieses Thema.
Natürlich
weiß ich sehr wohl, daß der Sonntag in der frühen
Christengeschichte als ein religiöser Tag eingesetzt wurde, wie wir
von den Christenvätern und anderen Quellen erfahren. Aber es ist
schade, daß er mit dem Zeichen des Heidentums gebrandmarkt ist, mit
dem Namen des Sonnengottes getauft und dann von dem päpstlichen
Abfall geheiligt und als ein heiliges Vermächtnis dem
Protestantismus vermacht wurde."
(Dr.
E.T. Hiscox, "New York Examiner" (dt.: New Yorker Prüfer,
16. November 1893)
Das
Malzeichen des Tieres
Als
Zeichen der päpstlichen Autorität führen päpstliche Schreiber,
"gerade
die Verlegung des Sabbats auf den Sonntag an, welches die
Protestanten zugeben, ... Da sie durch das Halten des Sonntags die
Macht der Kirche anerkennen, Feste einzusetzen und ihre Übertretung
als Sünde zu rechnen."
(Henry Tuberville, Abriß der christlichen Lehre, Seite 58)
Was
ist daher die Veränderung des Sabbats anders als das Malzeichen der
Autorität der römischen Kirche - das
"Malzeichen des Tieres"?
Die
römische Kirche hat ihren Anspruch auf Oberherrschaft nicht
aufgegeben, und wenn die Welt und die protestantischen Kirchen einen
von ihr geschaffenen Sabbat annehmen und den biblischen Sabbat
verwerfen, so stimmen sie im Grunde dieser Anmaßung zu. Sie mögen
sich für die Veränderung wohl auf die Autorität der Väter oder
der Überlieferungen berufen, doch indem sie das tun, verleugnen sie
gerade den Grundsatz, der sie von Rom trennt: "die Bibel,
und zwar die Bibel allein", die die Religion der
Protestanten ist. Der Anhänger von Rom kann sehen, daß sie sich
selbst betrügen und ihre Augen absichtlich vor den gegebenen
Tatsachen verschließen.
Die
Katholiken behaupten, daß
"die
Feier des Sonntags seitens der Protestanten eine Huldigung sei, die
sie sich selbst zum Trotz, der Macht der [katholischen]
Kirche zollen."
(Monsignor Segur)
Die
Erzwingung der Sonntagsfeier von seiten der protestantischen Kirchen
ist eine Erzwingung der Anbetung des Papsttums - des Tieres. Wer die
Ansprüche des vierten Gebotes versteht und doch die Beachtung des
falschen statt des wahren Sabbats wählt, huldigt dadurch jener
Macht, die allein sie befohlen hat. Gerade durch ihre Handlungsweise,
durch den Staat eine religiöse Pflicht zu erzwingen, errichten die
Kirchen dem Tier ein Bild. Demnach ist die Durchsetzung der
Sonntagsfeier in den Vereinigten Staaten eine zwingende Anbetung des
Tieres und seines Bildes.
Doch
die Christen vergangener Zeiten hielten den Sonntag in der Meinung,
dadurch den biblischen Sabbat zu feiern. Es gibt heute noch in jeder
Kirche, die römisch-katholische nicht ausgenommen, wahre Christen,
die aufrichtig glauben, der Sonntag sei der von Gott verordnete
Sabbattag. Gott nimmt ihre aufrichtige Absicht und ihre Redlichkeit
vor Ihm an. Doch wenn die Sonntagsfeier durch Gesetze erzwungen und
die Welt über die Verpflichtungen gegenüber dem wahren Sabbat
aufgeklärt werden wird, dann werden alle, die Gottes Gebot
übertreten, um einer Verordnung nachzukommen, die keine höhere
Autorität als die Roms hat, dadurch das Papsttum mehr ehren als
Gott. Sie zollen Rom und der Macht, die eine von Rom eingeführte
Verordnung erzwingt, ihre Huldigung. Sie beten das Tier und sein Bild
an.
Wenn
Menschen dann die Einrichtung verwerfen, von der Gott gesagt hat, sie
sei das Zeichen Seiner Autorität, und stattdessen das ehren, was Rom
als Zeichen seiner Oberherrschaft erwählt hat, so nehmen sie dadurch
das Zeichen des Bündnisses mit Rom an - das
"Malzeichen des Tieres".
Erst
wenn die Entscheidung auf diese Weise den Menschen deutlich
entgegentritt, wenn sie zwischen den Geboten Gottes und
Menschengeboten zu wählen haben, dann werden die Menschen, die in
ihrer Übertretung beharren, das
"Malzeichen des Tieres" empfangen.
Eine
schreckliche Warnung
Die
schrecklichste Drohung, die an Sterbliche gerichtet wurde, ist in der
dritten Engelsbotschaft enthalten. Es muß eine furchtbare Sünde
sein, die den Zorn Gottes ohne jede Gnade auf die Häupter der
Schuldigen herab beschwört. Die Menschen sollen über diese wichtige
Angelegenheit nicht im Ungewissen bleiben. Die Warnung vor dieser
Sünde muß an die Welt ergehen, ehe Gottes Gerichte sie heimsuchen,
damit alle wissen können, warum sie erfolgen, und Gelegenheit haben,
ihnen zu entrinnen. Das prophetische Wort sagt, daß der erste Engel
seine Botschaft an
"jede
Nation und jeden Stamm und jede Sprache und jedes Volk"
(Offenbarung 14:6)
richten
würde. Die Warnung des dritten Engels, die einen Teil dieser
dreifachen Botschaft bildet, soll nicht nur eine kleine, geringe
Ausdehnung haben.
Gemäß
der Weissagung wird sie von einem Engel, der mitten durch den Himmel
fliegt, mit lauter Stimme verkündigt und daher die Aufmerksamkeit
der ganzen Welt auf sich lenken.
Beim
Ausgang des Kampfes wird die gesamte Christenheit in zwei Klassen
geteilt sein. In jene, welche die Gebote Gottes und den Glauben Jesu
hält, und in jene, die das Tier und sein Bild anbetet und sein
Malzeichen empfängt. Wenn auch Kirche und Staat ihre Macht
vereinigen werden, um
"die
Kleinen und die Großen, und die Reichen und die Armen, und die
Freien und die Sklaven"
zu
zwingen, das Malzeichen des Tieres zu empfangen
(Offenbarung 13:16), so wird doch Gottes Volk es nicht
annehmen. Der Prophet sah schon auf Patmos die
"Überwinder
über das Tier und über sein Bild und über die Zahl seines Namens
an dem gläsernen Meer stehen, und sie hatten Harfen Gottes..."
und
sangen das "Lied Moses"
und das "Lied des Lammes".
(Offenbarung 15:2+3)
Was
ist daher die Veränderung des Sabbats anderes als das Malzeichen der
Autorität der römischen Kirche - das
"Malzeichen des Tieres"?
Das
Malzeichen des Tieres
"Sein
Name"
"Und
daß niemand kaufen oder verkaufen kann, als nur der, welcher das
Malzeichen hat, den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens."
(Offenbarung 13:17)
"Der
Papst ist von so hoher Stellung und Erhabenheit, daß er nicht bloß
ein Mensch ist, sondern auch wie Gott. Er ist der Stellvertreter
Gottes. …
Er
ist gleichermaßen göttlicher Monarch, oberster Kaiser und König
aller Könige. Deshalb ist der Papst mit einer dreifachen Krone
gekrönt, als König des Himmels, der Erde und der niederen
Regionen."
(Lucius
Ferraris, "Prompta Biblioteca Canonica "(katholisches
Wörterbuch) Vol. VI. S. 438+442)
"Was
bedeuten die Buchstaben in der Krone des Papstes?"
Die
Buchstaben, die in der Mitra des Papstes eingraviert sind, lauten wie
folgt:
VICARIUS
FILII DEI, was auf Lateinisch "Stellvertreter des Sohnes Gottes"
heißt. Die Katholiken glauben, daß die Kirche, welche eine
sichtbare Gesellschaft ist, einen sichtbaren Führer haben muß. Vor
Seiner Himmelfahrt ernannte Christus den heiligen Petrus zu Seinem
Stellvertreter. ... Folglich wurde dem Bischof von Rom als
Kirchenführer der Titel "Stellvertreter Christi"
verliehen."
("Our
Sunday visitor", (dt.: Unser sonntäglicher Besucher ) "Bureau
of information". Huntington, Indiana. 18. April 1915)
"Seine
Herausforderung"
"Die
Vernunft und der gesamte Menschenverstand machen die Annahme der
einen oder anderen Alternative erforderlich. Entweder Protestantismus
und die Heilighaltung des Samstages oder Katholizismus und die
Heilighaltung des Sonntages. Ein Kompromiß ist unmöglich."
("The Catholic Mirror",
(dt.: Der katholische Spiegel), 23. Dezember 1893)
"Seine
Zahl"
"Hier
ist die Weisheit. Wer Verständnis hat, berechne die Zahl des Tieres,
denn es ist eines Menschen Zahl und seine Zahl ist 666."
(Offenbarung 13:18)
"Wir
fordern jetzt die Welt auf, in diesen Sprachen [Griechisch,
Hebräisch und Lateinisch, (siehe Johannes 19:20)]
einen anderen Namen zu finden, der die gleiche Zahl vorsieht."
(Josef
F. Berg, "The Great Apostacy, (dt.: Die große Abtrünnigkeit),
Seite 156-158)
"Die
Heilighaltung des Sonntags durch die Protestanten ist eine Huldigung,
die sie unwillkürlich der Autorität der
[katholischen] Kirche erweisen."
(Monsignor
Luis Segur, "Plain Talk about the Protestantism of Today",
(dt.: Klartext über den Protestantismus von heute), Seite 213
Frage:
"Wie
beweisen Sie, daß die Kirche die Macht hat, Feste und Feiertage zu
gebieten?"
Antwort:
"Durch
die einfache Tatsache, daß sie den Sabbat in den Sonntag geändert
hat. Dies wird auch von den Protestanten geduldet. Indem sie den
Sonntag streng halten, aber die meisten anderen Feste nicht beachten,
die von der gleichen Kirche angeordnet wurden, widersprechen sie sich
selbst außerordentlich."
Frage:
"Wie
beweisen sie das?"
Antwort:
"Dadurch,
daß sie den Sonntag heiligen, erkennen sie die Macht der Kirche an
Feste anzuordnen und bei Nichtbeachtung derselben, dies als Sünde zu
deklarieren."
("The
Douay Cathechism", (dt.: Der Douay Katechismus), S. 59)
"Die
katholische Kirche änderte kraft ihres göttlichen Auftrages den Tag
von Samstag auf Sonntag - mehr als tausend Jahre vor dem Auftreten
eines Protestanten."
("The
Catholic Mirror", (dt.: Der katholische Spiegel), September
1893)
"Natürlich
erhebt die katholische Kirche den Anspruch, daß die Änderung ihr
Werk war. ... Und dieses Werk ist ein Zeichen ihrer kirchlichen
Autorität in religiösen Angelegenheiten."
(H.F.
Thomas, Chancellor of Cardinal Gibbons, (dt.: Der Kanzler von
Kardinal Gibbons)
Eine
Weltordnung steht uns bevor!
Die
in Offenbarung 13 durch das Tier mit den lammähnlichen Hörnern
dargestellte Macht wird ihren Einfluß dahingehend ausüben, daß
"die Erde und die auf ihr wohnen"
das Papsttum anbeten. Das Tier mit den zwei Hörnern
wird auch denjenigen sagen, "die auf
der Erde wohnen, dem Tier... ein Bild zu machen."
Ferner wird es befehlen, daß "die
Kleinen und die Großen, und die Reichen und die Armen, und die
Freien und die Sklaven" das "Malzeichen
des Tieres" annehmen. (Offenbarung
13:11-16)
Es
wurde bereits dargelegt, daß die Vereinigten Staaten die Macht sind,
die durch das Tier mit den zwei lammähnlichen Hörnern versinnbildet
ist und daß diese Weissagung in Erfüllung gehen wird, wenn die
Vereinigten Staaten die Sonntagsheiligung, die Rom als die besondere
Anerkennung seiner Oberherrschaft beansprucht, erzwingen werden.
"Es
ist eine großartige Idee, eine neue Weltordnung, in der verschiedene
Nationen in gemeinsamer Sache zueinander gezogen werden, um die
universellen Bestrebungen der Menschheit, Frieden und Sicherheit,
Freiheit und Gesetzesordnung, zu verwirklichen. ... Nur die
Vereinigten Staaten haben beides, das moralische Stehvermögen und
die Mittel, sie zu unterstützen."
(Präsident
George Bush, "Los
Angeles Times",
18 Februar 1991)
In
dieser Huldigung dem Papsttum gegenüber werden die Vereinigten
Staaten nicht allein stehen. Der Einfluß von Rom in den Ländern,
die einst seine Herrschaft anerkannten, ist noch längst nicht
abgetan.
Die
Weissagung sagt eine Wiederherstellung seiner Macht voraus:
"Und
ich sah seiner Häupter eines, als wäre es tödlich wund; und seine
tödliche Wunde ward heil. Und der ganze Erdboden verwunderte sich
des Tieres." (Offenbarung
13:3)
Das
Beibringen der tödlichen Wunde weist auf den Sturz des Papsttums im
Jahre 1798 hin. Auf die hierauf folgende Zeit weisend, sagt der
Prophet:
"Seine
tödliche Wunde ward heil. Und der ganze Erdboden verwunderte sich
des Tieres." (Offenbarung
13:3)
Paulus
sagt ausdrücklich, daß der Mensch der Sünde bis zur Zeit der
Wiederkunft Christi fortbestehen werde. Bis ganz zum Ende der Zeit
wird er sein Werk der Täuschung fortsetzen. Johannes, der Schreiber
der Offenbarung, erklärt es wie folgt, indem er auch auf das
Papsttum Bezug nimmt:
"Alle,
die auf Erden wohnen, werden ihn anbeten, jeder, des Name nicht
geschrieben ist im Buch des Lebens." (Offenbarung
13:8)
In
der Alten wie in der neuen Welt wird dem Papsttum durch die
Einführung der Sonntagsheiligung gehuldigt, da diese einzig und
allein auf der Autorität der römischen Kirche beruht.
Seit
Mitte des 19. Jahrhunderts haben Forscher der Weissagungen, in den
Vereinigten Staaten, der Welt dieses Zeugnis vor Augen gehalten.
Die
jetzt stattfindenden Ereignisse zeigen einen raschen Fortschritt in
der Erfüllung der Weissagung. Protestantische Lehrer erheben den
gleichen Anspruch auf göttliche Autorität für die Sonntagsfeier,
und es herrscht ihrerseits der gleiche Mangel an Beweisen aus der
Schrift wie bei den päpstlichen Führern, die sich Wunder
ausdachten, um damit ein göttliches Gebot zu ersetzen. Die
Behauptung, daß Gottes Gerichte die Menschen wegen der Übertretung
des Sonntags heimsuchen, den man als den Sabbat hinstellt, wird
wiederholt werden. Man fängt bereits an, sie vorzubringen, und eine
Bewegung, um die Sonntagsheiligung zu erzwingen, macht schnelle
Fortschritte. Erstaunlich scharfsinnig und listig ist die römische
Kirche. Sie spürt geradezu, was kommen wird. Sie wartet ruhig auf
ihre Stunde, da sie sieht, daß die protestantischen Kirchen ihr
durch die Annahme des falschen Sabbats huldigen und sie sich
vorbereiten, seine Anerkennung mit den gleichen Mitteln zu erzwingen,
derer sie sich selbst in früheren Tagen bedienten. Die das Licht der
Wahrheit verwerfen, werden dennoch die Hilfe der nach eigener Aussage
unfehlbaren Macht suchen, um eine Einrichtung zu erhöhen, die gerade
von jener Macht ins Leben gerufen wurde. Wie bereitwillig diese Macht
dabei den Protestanten zu Hilfe kommen wird, ist nicht schwer zu
erraten.
"Man
wird ein überwachendes Organ haben müssen, das in der Tat einer
Regierung entsprechen wird, wie wir uns das nie zuvor auf Erden haben
vorstellen können. Es wird eine religiös-politische Regierung,
nicht eine national-politische Regierung sein."
"Und
das wird eine Weltregierung sein, aber nicht nach der
nationalistischen Art. Es ist eine neue Form, die wir bis jetzt noch
nicht kennen. Wir können die fortschreitende Umstrukturierung der
Vereinigten Nationen verfolgen, und ich nehme an, daß sie 1991/ 1992
diese Umstrukturierung abschließen werden. ... Es ist etwas, was
sehr schnell voranschreitet, so einfach unter unserer Nase, so daß
niemand genau weiß, welche Schritte morgen kommen werden. Aber sie
werden kommen."
"Er
[der Papst]
glaubt, daß er dazu bestimmt ist, der Weltwirtschaftsordnung und
Weltregierung der neuen Art eine religiös-politische Regierung zu
bringen."
"Er
[der Papst]
hat mit ihnen
[den
Politikern] gesprochen
und eine Übereinkunft in den wichtigen moralischen Punkten
festgestellt. Die größte seiner Arbeit geschieht im Geheimen, und
er hat einen sehr großen Einfluß."
(Stimme
der Hoffnung, Interview mit Malachi Martin, katholischer Priester,
Autor des Buches "The
Keys of This Blood"
(dt.: Die Schlüssel dieses Blutes)
"Ich
erwarte, daß der Papst die Herzen all derer bewegen wird, die im
Dienst der Vereinten Nationen und ihrer Sonderbehörden und Programme
stehen, damit diese erste Gruppe von Menschen, die hier aus allen
Teilen der Welt zusammenarbeiten, neue philosophische, soziologische,
ideologische und spirituelle Erkenntnisse gewinnen, die auf das Ziel
gerichtet sind, das sich die Vereinten Nationen gesetzt haben, die
"Einheit in der Verschiedenheit."
(Robert
Muller, stellvertretender Generalsekretär der UNO, "Die
Neuerschaffung der Welt",
Seite 175-176)
Rom
ändert sich nie
Wir
dürfen nicht vergessen, daß sich Rom damit brüstet, unveränderlich
zu sein. Die Grundsätze Gregors VII. und Innozenz III. sind immer
noch die Grundsätze der römisch-katholischen Kirche. Und hätte sie
heute die Macht, sie würde sie mit ebenso großer Energie ausüben
wie in den vergangenen Jahrhunderten. Die Protestanten wissen kaum
was sie tun, wenn sie vorschlagen, bei der Erhöhung des Sonntags die
Hilfe Roms annehmen zu wollen. Während sie entschlossen sind, ihr
Vorhaben auszuführen, strebt Rom nach Wiederherstellung seiner
Macht, um seine verlorene Oberherrschaft wieder zu gewinnen. Laßt in
den Vereinigten Staaten erst der Grundsatz eingeführt sein, daß die
Kirche die Macht des Staates beherrschen oder für sich einsetzen
darf, daß religiöse Verordnungen durch weltweite Gesetze erzwungen
werden können; kurzum, daß die Autorität von Kirche und Staat über
das Gewissen zu gebieten hat, dann wird der Triumph von Rom in diesem
Land gesichert sein.
Das
Wort Gottes hat vor der herannahenden Gefahr gewarnt. Bleibt diese
Warnung unbeachtet, so wird die protestantische Welt erfahren, was
die Absichten von Rom wirklich sind - doch erst wenn es zu spät ist,
den Schlingen zu entrinnen. Rom nimmt im Stillen an Macht zu. Seine
Lehren üben auf gesetzgebende Organe, auf Kirchen und auf die Herzen
der Menschen ihren Einfluß aus. Es türmt seine hohen und gewaltigen
Bauwerke auf, in deren geheimen Verliesen sich die früheren
Verfolgungen wiederholen werden. Heimlich und unvermutet stärkt es
seine Kräfte, um seine Endziele zu fördern, wenn die Zeit da ist,
zum Schlag auszuholen. Alles, wonach es verlangt, ist eine günstige
Angriffsposition, und diese ist ihm bereits zugestanden worden. Wir
werden bald sehen und fühlen, wohin römischer Geist zielt. Wer dem
Worte Gottes glauben und gehorchen will, wird sich dadurch Schmach
und Verfolgung zu ziehen.
"Wenn
der Papst in höchster Lehrgewalt "ex catedra" [vom
Lehrstuhl aus, unfehlbar] spricht,
das heißt, wenn er seines Amtes als Hirte und Lehrer aller Christen
waltend in höchster apostolischer Amtsgewalt endgültig entscheidet,
eine Lehre über Glauben oder Sitten sei von der ganzen Kirche
festzuhalten, so besitzt er aufgrund des göttlichen Beistands, der
ihm im heiligen Petrus verheißen ist, jene Unfehlbarkeit, mit der
der göttliche Erlöser seine [katholische]
Kirche bei endgültigen
Entscheidungen im Glaubens und Sittenlehren ausgerüstet wissen
wollte.
(Erstes
vatikanisches Konzil 1871)
"Die
Kirche muß ferner sehr demütig und zugleich gewiß darüber sein,
daß sie in eben jener Wahrheit, in jener Glaubens- und Sittenlehre
bleibt, die sie von Christus empfangen hat, der sie in diesem Bereich
mit dem Geschenk einer besonderen "Unfehlbarkeit"
ausgestattet hat. Das II. Vatikanum hat vom ersten Vatikanischen
Konzil die diesbezügliche Lehre der Tradition geerbt, sie bekräftigt
und in einem umfassenderen Zusammenhang gestellt. ... weil der Mensch
fehlbar ist, konnte Christus - wenn Er die Kirche in der Wahrheit
bewahren wollte - ihre Oberhirten und Bischöfe und vor allem Petrus
und seine Nachfolger nicht ohne jenes Geschenk lassen, wodurch er die
Unfehlbarkeit in der Lehre der Glaubenswahrheit und der wahren
sittlichen Grundsätze gewährleistet. Wir bekennen also die
Unfehlbarkeit, die ein von Christus der
[katholischen] Kirche anvertrautes
Geschenk ist." (Johannes
Paul II. Brief an die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz, 15.
Mai 1980)
Gottes
Gesetz - Brennpunkt des Kampfes
Seit
Beginn des großen Streites im Himmel ist es Satans Plan, Gottes
Gesetz umzustoßen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat er sich gegen
den Schöpfer empört, und obgleich er deshalb aus dem Himmel
verstoßen wurde, hat er den selben Kampf auf Erden fortgesetzt. Die
Menschen zu täuschen und sie zu Übertretung des Gesetzes Gottes zu
veranlassen, ist das Ziel, dem er beharrlich nachjagt. Ob dies nun
erreicht wird, indem man das ganze Gesetz umstößt oder nur eins
seiner Gebote verwirft - die Folgen werden letzten Endes dieselben
sein. Wer da sündigt an "einem",
verachtet dadurch das ganze Gesetz, sein Einfluß sowie sein Beispiel
stehen auf der Seite der Übertretung. Er ist "aller
Gebote schuldig geworden." (Jakobus
2:10)
Indem
Satan die göttlichen Gebote verächtlich zu machen suchte, hat er
die Lehren der Bibel verfälscht und dadurch Tausenden, die bekennen
sich an die Schrift zu halten, Irrtümer in ihren Glauben gepflanzt.
Der letzte große Kampf zwischen Wahrheit und Irrtum ist das
entscheidende Ringen in dem langanhaltenden Streit über Gottes
Gesetz. Wir sind jetzt im Begriff, diesen Kampf aufzunehmen, einen
Kampf zwischen den Gesetzen der Menschen und den Geboten des Herrn,
zwischen der Religion der Heiligen Schrift und der Religion der
Fabeln und Überlieferungen.
Durch
die Verachtung der Wahrheit verwerfen die Menschen den Urheber. Indem
sie das Gesetz Gottes mit Füßen treten, leugnen sie die Autorität
des Gesetzgebers. Es ist ebenso leicht, sich einen Götzen aus
falschen Lehren und Theorien zu errichten, wie ein Götzenbild aus
Holz und Stein zu formen. Von vielen wird ein philosophischer Götze,
anstelle Gottes des Allerhöchsten, auf den Thron erhoben, und der
lebendige Gott, wie Er in Seinem Wort, in Christus und in Seinen
Schöpfungswerken offenbart ist, wird nur von wenigen verehrt.
Tausende vergöttern die Natur, während sie den Gott der Natur
leugnen. Obwohl sich die Form gewandelt hat, so besteht doch der
Götzendienst in der heutigen christlichen Welt ebenso wirklich, wie
er im alten Israel in den Tagen von Elia ausgeübt wurde. Der Gott
vieler angeblich weiser Männer, Philosophen, Dichter, Staatsmänner,
Journalisten, der Gott vornehmer Kreise, vieler Hochschulen und
Universitäten, ja sogar einiger theologischen Anstalten ist nicht
viel besser als Baal, der Sonnengott der Phönizier.
Kein
von der christlichen Welt angenommener Irrtum stößt kühner gegen
die Autorität des Himmels vor, keiner geht so unmittelbar gegen die
Vernunft oder ist verderblicher in seinen Folgen, als die so rasch um
sich greifende Lehre der Neuzeit, daß das Gesetz Gottes für die
Menschen nicht mehr bindend sei. Jedes Land hat seine Gesetze, die
Achtung und Gehorsam gebieten, keine Regierung könnte ohne sie
bestehen. Wie kann man sich vorstellen, daß der Schöpfer des
Himmels und der Erde kein Gesetz habe, um die Geschöpfe zu regieren
die Er erschaffen hat?
Es
wäre eher verständlich, daß Staaten ihre Gesetze aufheben würden
und den Menschen gestatten zu handeln wie es ihnen gefällt, als das
Gesetz des Herrschers der Welt zunichtemachen und die Erde ohne einen
Maßstab zu lassen, um die Schuldigen verurteilen oder die Gehorsamen
rechtfertigen zu können. Kennen wir die Folgen der Aufhebung des
Gesetzes Gottes? Wo die göttlichen Vorschriften verworfen werden,
hört die Sünde auf sündhaft oder die Gerechtigkeit wünschenswert
zu erscheinen. Die sich weigern, der Herrschaft Gottes Untertan zu
sein, sind völlig unfähig, sich selbst zu regieren. Während viele
über die Leichtgläubigkeit jener spotten, die den Anforderungen
Gottes gehorchen, nehmen sie bereitwillig die Täuschungen Satans an.
Sie lassen der Lust freien Lauf und begehen Sünden, die einst
Strafgerichte über die Heiden gebracht haben.
Wer
das Volk Gottes lehrt, die Gebote Gottes gering zu achten, sät
Ungehorsam, um Ungehorsam zu ernten. Würde man völlig die durch das
göttliche Gesetz auferlegten Beschränkungen beseitigen, so würden
alle menschlichen Gesetze bald mißachtet werden. Weil Gott unehrbare
Handlungen, Begierden, Lügen und Betrug verbietet, wollen die
Menschen Seine Forderungen als ein Hindernis für ihr weltliches
Wohlergehen mit Füßen treten. Aber die Folgen dieser Handlungsweise
würden derartig sein, wie sie sie nicht erwarten würden. Wäre das
Gesetz nicht bindend, warum sollte sich irgendjemand fürchten, es zu
übertreten?
Das
Eigentum wäre nicht mehr sicher. Die Menschen würden sich die Habe
ihres Nächsten mit Gewalt aneignen, und die Stärksten würden die
Reichsten werden. Selbst vor dem Leben hätte man keine Ehrfurcht.
Das Ehegelübde würde man nicht mehr als ein heiliges Bollwerk zum
Schutz der Familie ansehen. Wer die Macht hätte, würde, falls ihn
danach verlangen würde, seines Nächsten Weib mit Gewalt nehmen. Das
fünfte Gebot bliebe einschließlich des vierten unbeachtet. Kinder
würden nicht davor zurückschrecken, ihre Eltern zu töten, wenn sie
dadurch das Verlangen ihres verderbten Herzens stillen könnten. Die
gesittete Welt würde sich wie eine Horde von Räubern und Mördern
aufführen und Friede, Ruhe und Glück während von der Erde
verbannt.
Die
Schleusen des Bösen sind schon geöffnet
Die
Lehre, daß die Menschen von dem Gehorsam gegenüber Gottes
Forderungen entbunden sein würden, hat die Kraft der sittlichen
Verpflichtung bereits geschwächt und der Welt die Schleusen der
Ungerechtigkeit geöffnet. Gesetzlosigkeit, Verschwendung und
Verderbtheit strömen auf uns ein gleich einer überschwemmenden
Flut. In der Familie ist Satan am Wirken. Sein Banner weht sogar in
angeblich christlichen Häusern. Man findet dort Neid, böse
Mutmaßungen, Heuchelei, Entfremdung, Zwietracht, Streit, Verrat des
heiligen Vertrauens, Befriedigung sinnlicher Begierden. Der ganze Bau
religiöser Grundsätze und Lehren, die die Grundlage und das Gerüst
des gesellschaftlichen Lebens bilden sollten, scheint ins Schwanken
gekommen zu sein, bereit zu verfallen. Die gemeinsten Verbrecher, die
wegen ihrer Vergehen ins Gefängnis kommen, werden oft mit Gaben und
Aufmerksamkeiten bedacht, als sei ihre Haft eine beneidenswerte
Auszeichnung. Ihr Charakter und ihre Verbrechen werden in
sensationeller Weise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die
Presse veröffentlicht die empörenden Einzelheiten eines
Verbrechens
und weiht auf diese Weise andere in die Ausübung von Betrug,
Räuberei und Mord ein. Die Gerichtshöfe sind verderbt. Herrscher
werden von dem Verlangen nach Gewinn und Liebe zu sinnlichen
Vergnügungen getrieben. Und Mäßigkeit hat die Fähigkeiten vieler
Menschen getrübt, so daß Satan eine nahezu vollständige Herrschaft
über sie ausübt. Rechtsgelehrte werden verführt, bestochen,
hintergangen. Trunksucht und Schwelgerei, Leidenschaft, Neid,
Unehrlichkeit in jeder Weise werden von denen verübt, die die
Gesetze handhaben. Die Verblendung des Lasters, die leichtfertigen
Mordtaten, die schreckliche Zunahme an Unmäßigkeit und Bosheit
jeder Art und jedes Grades, sollten alle gottesfürchtigen
veranlassen zu forschen, was getan werden kann, um der Flut des Übels
Einhalt zu gebieten.
"Denn
wer das ganze Gesetz hält, aber in einem strauchelt, ist aller
Gebote schuldig geworden."
(Jakobus
2:10)
Jetzt,
da Satan die Welt nicht länger unter seiner Herrschaft halten kann,
indem er die Heilige Schrift entzieht, nimmt er zu anderen Mitteln
seine Zuflucht, um dasselbe Ziel zu erreichen. Den Glauben an die
Bibel zu zerstören, dient seiner Absicht ebenso sehr, wie die Bibel
selbst zu vernichten. Durch die Auffassung, daß Gottes Gesetze nicht
bindend seien bringt er die Menschen ebenso erfolgreich dahin, sie zu
übertreten als wenn sie über deren Vorschriften überhaupt nichts
wüßten. Auch gegenwärtig hat er, wie in früheren Zeiten, durch
die Kirche gewirkt, um seine Absichten zu fördern. Religiöse
Gemeinschaften haben sich geweigert, auf die in der Heiligen Schrift
deutlich vor Augen geführten und beim Volke unbeliebten Wahrheiten
zu achten. Indem sie diese bekämpfen, nehmen sie eine Auslegung an
und behaupten einen Standpunkt, durch den der Same des Unglaubens
gesät wird.
Und
wenn die Ansprüche des vierten Gebotes dem Volk klargemacht werden
und es zeigt sich darin, daß die Beachtung des Siebenten-Tag-Sabbats
zur Pflicht gemacht wird, dann erklären viele volkstümliche Lehrer
als einzigen Ausweg, sich von einer Pflicht zu befreien, die sie
nicht erfüllen wollen, daß Gottes Gesetz nicht mehr bindend sei.
Auf diese Weise verwerfen sie beide zusammen, das Gesetz und den
Sabbat. Wenn sich die Sabbatreform ausdehnt, wird die Verwerfung des
göttlichen Gesetzes, um die Ansprüche des vierten Gebotes zu
umgehen, nahezu allgemein üblich werden. Die Lehren verantwortlicher
religiöser Männer haben dem Unglauben, dem Spiritismus und der
Verachtung des heiligen Gesetzes Gottes die Tore geöffnet. Auf
diesen leitenden Männern liegt eine furchtbare Verantwortung für
die Gottlosigkeit, die in der christlichen Welt vorhanden ist.
Dennoch
erhebt gerade diese selbe Gruppe die Behauptung, daß die schnell
überhandnehmende Verderbnis größtenteils der
Entheiligung
des sogenannten "christlichen Sabbats" zuzuschreiben
sei, und daß die strikte Durchführung der Sonntagsfeier die Sitten
des Volkes um vieles bessern würde. Diese Behauptung wird besonders
in Amerika aufgestellt, wo die Lehre vom wahren Sabbat schon weit und
breit gepredigt worden ist. Dort wird das Mäßigkeitswerk, eine der
hervorragendsten und wichtigsten aller sittlichen Reformen, oft mit
der Sonntagsbewegung verbunden. Ihre Anhänger treten auf als würden
sie für das höchste Wohl der Gesellschaft wirken und alle, die sich
weigern, sich mit ihnen zu verbinden, werden als Feinde der Mäßigkeit
und der Reform verschrien.
Aber
die Tatsache, daß mit einer an und für sich guten Maßnahme eine
Bewegung verbunden ist, die einen Irrtum verkündigt, spricht nicht
zu deren Gunsten. Wir können das Gift mit gesunder Nahrung
vermischen und dadurch unkenntlich machen, aber auf diese Weise
verändern wir seine Natur nicht. Im Gegenteil, es wird nur noch
gefährlicher, da man es desto leichter unversehens nimmt. Es ist
eine der Verführungen Satans, mit der Lüge gerade so viel Wahrheit
zu verbinden, damit sie glaubwürdig erscheint. Die leitenden Männer
der Sonntagsbewegung mögen Reformen vertreten, die das Volk nötig
hat, und Grundsätze, die mit der Bibel übereinstimmen, und doch
können sich des Herrn Knechte nicht mit ihnen vereinen, weil damit
eine Forderung verbunden ist, die dem Gesetz Gottes zuwiderläuft.
Nichts kann die Beseitigung der Gebote Gottes zugunsten menschlicher
Vorschriften rechtfertigen.
Zwei
große Irrtümer
Durch
die zwei großen Irrtümer, die Unsterblichkeit der Seele und die
Heiligkeit des Sonntags, wird Satan das Volk unter seine Täuschungen
bringen. Während jener den Grund für den Spiritismus legt, schafft
dieser ein Band der Übereinstimmung mit Rom. Die Protestanten der
Vereinigten Staaten werden die ersten sein, die ihre Hände über den
Abgrund strecken, um die Hand des Spiritismus zu erfassen. Sie werden
über die Kluft hinüberreichen zum Handschlag mit der römischen
Macht, und unter dem Einfluß dieser dreifachen Verbindung wird jenes
Land den Fußstapfen von Rom folgen und die Gewissensrechte mit Füßen
treten.
Die
Grenzlinie zwischen den bekennenden Christen und den Gottlosen ist
gegenwärtig kaum erkennbar. Kirchenglieder lieben,was die Welt
liebt, und sind bereit sich mit ihr zu vereinen. Satan ist fest
entschlossen, sie zu einer Gemeinschaft zu verbinden und seine Sache
dadurch zu stärken, daß er alle in die Reihen des Spiritismus
treibt. Katholiken, die Wunder als ein Zeichen der wahren Kirche
ansehen, werden durch diese wunderwirkende Macht leicht getäuscht
werden; und Protestanten, die den Schild der Wahrheit von sich
geworfen haben werden ebenfalls hintergangen. Katholiken,
Protestanten und Weltmenschen werden den Schein eines "gottseligen
Wesens annehmen, während sie dessen Kraft verleugnen." (2.
Timotheus 3:5) Sie werden in dieser Vereinigung eine große
Bewegung sehen, die die Welt begehrt und die lang erwartete
tausendjährige Regierung Christi ankündigt.
Himmlische
Segnungen werden zurückgezogen
Die
christliche Welt hat das Gesetz des Herrn verachtet, und der Herr
wird genau das tun, was Er angekündigt hat, ausführen zu wollen. Er
wird der Erde Seinen Segen entziehen und Seinen fürsorgenden Schutz
von denen nehmen, die sich gegen Sein Gesetz empören und andere
lehren und zwingen, dasselbe zu tun. Satan herrscht über alle, die
nicht unter Gottes besonderem Schutz stehen. Er wird manche
begünstigen und fördern, um seine eigenen Absichten voranzubringen.
Auf andere wird er Schwierigkeiten herabbeschwören und die Menschen
glauben machen, es sei Gott der sie peinigen würde.
Durch
den Spiritismus erscheint Satan als Wohltäter des
Menschengeschlechts, indem er die Krankheiten des Volkes heilt und
vorgibt, ein neues und erhabenes System religiösen Glaubens
einzuführen; gleichzeitig aber wirkt er als Zerstörer. Seine
Versuchungen führen Scharen von Menschen ins Verderben. Unmäßigkeit
entthront Vernunft; sinnliche Befriedigung, Streit und Blutvergießen
folgen. Es ist daher Satans Absicht, die Völker gegeneinander zum
Krieg aufzuhetzen; denn auf diese Weise kann er die Gedanken der
Menschen von den Vorbereitungen ablenken, die sie befähigen würden,
am Tage Gottes zu bestehen.
Da
sich der Spiritismus dem heutigen Namenschristentum anpaßt, hat er
größere Macht, zu hintergehen und zu verstricken. Satan selbst hat
sich zu der modernen Ordnung der Dinge bekehrt. Er wird als ein Engel
des Lichts erscheinen. Durch die Wirksamkeit des Spiritismus werden
Wunder geschehen. Kranke werden geheilt und viele unleugbare Wunder
vollbracht werden. Und da die Geister ihren Glauben an die Bibel
beteuern und Achtung vor den Einrichtungen der Kirche bekunden, wird
ihr Werk als eine Offenbarung göttlicher Macht angenommen werden.
Krankheiten
und Unglücke werden sich häufen
Während
er den Menschenkindern als ein großer Arzt erscheint, der alle ihre
Krankheiten heilen kann, wird er Gebrechen und Unheil bringen, bis
dicht bevölkerte Städte in Trümmer und Einöden verwandelt sind.
Schon jetzt ist er am Wirken. In Unfällen und Not zu Wasser und zu
Lande, in Großbränden, in wütenden Wirbelstürmen und
schrecklichen Hagelschauern, in Orkanen, Überschwemmungen,
Springfluten und Erdbeben, an allen Orten und in tausenderlei Gestalt
übt Satan seine Macht aus. Er fegt die reifende Ernte hinweg, und
Hungersnot und Elend folgen.
Er
erfüllt die Luft mit einer tödlichen Seuche und Tausende kommen
durch Pestilenz um. Die Heimsuchungen werden immer häufiger und
unheilvoller werden. Das Verderben wird über Menschen wie über
Tiere kommen.
"Es
vertrocknet, es welkt das Land, … es schmachten die Hohen des
Volkes im Land und die Erde ist entweiht worden unter ihren
Bewohnern. Denn sie haben die Gesetze übertreten, die Ordnungen
überschritten, den ewigen Grund ungültig gemacht!"
(Jesaja 24:4+5)
Alsdann
wird der große Betrüger den Menschen einreden, daß diejenigen, die
Gott dienen, diese Überstände verursachen. Die Menschen, die das
Mißfallen des Himmels herausgefordert haben, werden all ihr Unglück
denen zur Last legen, deren Gehorsam gegenüber Gottes Geboten den
Übertretern ein beständiger Vorwurf ist. Man wird erklären, daß
die Menschen durch die Mißachtung der Sonntagsfeier Gott beleidigen,
daß diese Sünde ein Elend herbeigeführt habe, das nicht aufhören
werde, bis man die Heiligung des Sonntags erzwingen würde und daß
die, welche die Ansprüche des vierten Gebots aufrechterhalten und
dadurch die Ehrfurcht vor dem Sonntag zugrunde richten, das Volk
beschweren und seine Wiedereinsetzung in göttliche Gnade und
zeitliches Wohlergehen verhindern.
Wenn
der Zorn der Menschen durch falsche Anschuldigungen erregt sein wird,
werden sie gegen die Gesandten Gottes ähnlich verfahren wie damals
das abtrünnige Israel gegen Elia.
"Bist
du der, der Israel ins Unglück gebracht hat? Aber er sagte: Nicht
ich habe Israel ins Unglück gebracht, sondern Du und das Haus Deines
Vaters, indem Ihr die Gebote des Herrn verlassen habt und Du den Baal
nachgelaufen bist." (1.
Könige 18:17+18)
Satans
Handlungsweise gegenüber dem Volke Gottes in diesem letzten Kampf
ist die gleiche, die er zu Beginn des großen Streites im Himmel
einschlug. Er gab vor, die Festigkeit der göttlichen Regierung
fördern zu wollen, während er heimlich alle Anstrengungen machte,
sie zu stürzen. Gerade das Werk, daß er auf diese Weise
durchzuführen hoffte, legte er den treu gebliebenen Engeln zur Last.
Unter der Herrschaft Roms wurden die Menschen, die ihre Treue zum
Evangelium mit dem Leben bezahlen mußten, als Übeltäter
gebrandmarkt. Man erklärte, sie seien mit Satan im Bunde, und wandte
alle möglichen Mittel an, sie mit Schmach zu überhäufen, damit sie
in den Augen des Volkes und sogar vor sich selbst als die gemeinsten
Verbrecher erschienen. So wird es auch jetzt sein. Indem Satan danach
trachtet, die Menschen umzubringen, die Gottes Gesetze ehren, wird er
veranlassen, daß sie als Übertreter des Gesetzes angeklagt werden,
als solche, die Gott entehren und Seine schrecklichen Gerichte über
die Welt bringen.
Satanische
Wunder
Die
wunderwirkende, sich durch den Spiritismus offenbarende Macht wird
ihren Einfluß gegen alle ausüben, die es vorziehen, Gott mehr zu
gehorchen, als den Menschen. In ihren Mitteilungen werden Geister
erklären, daß Gott sie gesandt habe, um die Verwerfer des Sonntags
ihres Irrtums zu überführen und zu bestätigen, daß die Gesetze
des Landes als Gottes Gesetz beachtet werden sollten. Sie werden die
große Gottlosigkeit in der Welt beklagen und die Zeugnisse
religiöser Lehrer unterstützen, daß die gesunkene Moral durch die
Entheiligung des Sonntags verursacht werde.
Tiefe
Entrüstung wird sich gegen alle jene erheben die sich weigern ihr
Zeugnis anzunehmen.
Gott
zwingt nie, weder den Willen noch das Gewissen. Satan hingegen nimmt
beständig seine Zuflucht zum Zwang durch Grausamkeit, um jene in
seine Gewalt zu bringen, die er auf keine andere Weise verführen
kann. Mit Furcht oder Gewalt bemüht er sich, das Gewissen zu
beherrschen und Huldigungen für sich selbst zu gewinnen. Um dies
durchzusetzen, wirkt er durch religiöse und auch weltliche Mächte,
die er antreibt, die menschlichen Verordnungen, Gottes Gesetz zum
Trotz, zu erzwingen.
Der
baldige bevorstehende Kampf
Die
den biblischen Sabbat ehren, werden als Feinde des Gesetzes und der
Ordnung verschrien werden, die die sittlichen Schranken der
Gesellschaft niederreißen, Anarchie und Verderbnis verursachen und
Strafgerichte Gottes über die Erde hervorrufen. Ihre gewissenhaften
Bedenken wird man als Eigensinn, Hartnäckigkeit und Verachtung der
Obrigkeit ansehen. Sie werden der Untreue ihrer Regierung gegenüber
beschuldigt werden. Prediger, die die Verbindlichkeit des göttlichen
Gesetzes leugnen, werden von der Kanzel herunter zu der Verpflichtung
aufrufen, den zivilen Behörden, als von Gott eingesetzt, Gehorsam zu
leisten. In gesetzgebenden Kreisen und an Gerichtshöfen werden die
Menschen, die Gottes Gebote beachten, verleumdet und verurteilt
werden. Ihre Worte wird man falsch deuten und ihren Handlungen die
schlechtesten Beweggründe unterschieben.
Wenn
die protestantischen Gemeinden, die deutlichen, schriftgemäßen
Beweise zur Verteidigung des Gesetzes Gottes verwerfen, werden sie
danach verlangen, alle die zum Schweigen zu bringen, deren Glauben
sie mit der Bibel nicht umstürzen können. Obwohl sie die Augen den
Tatsachen gegenüber verschließen, schlagen sie denn noch eine
Richtung ein, die zur Verfolgung derer führen wird, die sich
gewissenhaft weigern, dem nachzukommen, was die übrige christliche
Welt tut, und sie erkennen ihrerseits die Ansprüche des päpstlichen
Sonntags an.
Die
Würdenträger der Kirche und des Staates werden sich vereinen, um
alle Menschen zu bestechen, zu überreden oder zu zwingen, den
Sonntag zu ehren. Die mangelnden göttlichen Beweise werden durch
unterdrückende Maßnahmen ersetzt werden. Die politische
Verderbtheit untergräbt die Liebe zur Gerechtigkeit und die Achtung
vor der Wahrheit. Selbst im freien Amerika werden Beamte und
Gesetzgeber dem Verlangen des Volkes nach einem Gesetz, das die
Sonntagsfeier erzwingt nachgeben, nur um sich die öffentliche Gunst
zu sichern. Die Gewissensfreiheit, die so große Opfer gefordert hat,
wird nicht länger geachtet werden. In dem bald kommenden Kampf
werden uns die Worte des Propheten durch Taten veranschaulicht:
"Der
Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, Krieg zu führen mit
den übrigen ihrer Nachkommenschaft, welche die Gebote Gottes halten
und das Zeugnis Jesu haben."
(Offenbarung
12:17)
Katholische
Aussichten über ihre Kirche
"Wir
lehren und erklären: Die römische Kirche besitzt nach der Anordnung
des Herrn den Vorrang der ordentlichen Gewalt über alle anderen
Kirchen. Diese Gewalt der Rechtsbefugnis des römischen Bischofs, die
wirklich bischöflichen Charakter hat, ist unmittelbar. Ihr gegenüber
sind Hirten und Gläubige jeglichen Ritus und Ranges, einzeln so wohl
wie in ihrer Gesamtheit, zur Pflicht hierarchischer Unterordnung und
wahren Gehorsams gehalten, nicht allein in Sachen des Glaubens und
der Sitten, sondern auch der Ordnung und Regierung der über den
ganzen Erdkreis verbreiteten Kirche. Durch Bewahrung dieser Einheit
mit dem römischen Bischof in der Gemeinschaft und im Bekenntnis
desselben Glaubens, ist so die Kirche Christi eine Herde unter einem
obersten Hirten. Das ist die Lehre der katholischen Wahrheit, von der
niemand abweichen kann, ohne Schaden zu leiden an seinem Glauben und
an seinem Heil." (Erstes
vatikanisches Konzil 1871)
"In
der katholischen Kirche, so lehrt das Zweite Vatikanische Konzil, ist
die eine und wahre Kirche Christi verwirklicht."
(Bensheimer Hefte, Heft 46.
Katholisch und evangelisch, S. 102)
"Gemäß
katholischem Glauben, soll sich die "Wiederherstellung der
Einheit durch die Einheit aller Christen in der römisch-katholischen
Kirche vollziehen, in der die Kirche Christi schon jetzt ihre
konkrete Existenzform" habe (so der langjährige Vorsitzende der
ökumenischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal
Jaeger)." (Bensheimer
Hefte, Heft 46. Katholisch und evangelisch, S. 112)
Die
protestantische Antwort
"Viel
Gutes mag über den gegenwärtigen Papst in Rom gesagt werden. Er
spricht die totalitären Regierungen bezüglich Tatsachen an, die
wahr und notwendig sind. ... Das alles aber ist unwichtig, wenn man
an seinen Besuch in Dänemark im letzten Jahr denkt. Als Papst
verfolgt er ein ganz bestimmtes Ziel. Er ist nicht einfach ein Mensch
mit vielseitiger Persönlichkeit oder ein furchtloser Evangelist, der
auf dem Flughafen von Kastrup landen wird. Er ist ein Mensch, der
behauptet, Gottes Stellvertreter und Grundstein der Kirche zu sein.
Aber wir Lutheraner glauben nicht, daß irgendein Mensch Gottes
Stellvertreter sein kann, und wir kennen keinen anderen Grundstein
für die christliche Kirche als Christus. Deswegen werden wir zu der
Botschaft des Papstes "nein"
sagen. Die dänische
öffentliche Kirche wird deswegen an keiner Art der Anerkennung und
Anbetung des Papstes von Rom teilnehmen. ...
War
die Reformation ein Mißverständnis? Sollen wir anfangen, "nein"
zu Martin Luther und "ja"
zum Papst zu sagen?
Sollen wir anfangen, an Rom und nicht an Gott zu glauben?
"Nein!"
Der Papst ist ein
falscher Stellvertreter und in der dänischen Öffentlichen Kirche
werden wir dies natürlich laut und deutlich sagen. Dies ist eine
Pflicht der Kirche. Es ist die Pflicht der Pastoren. ... Laßt keinen
von ihnen, oder sonst jemand, das Christentum verfälschen, um Rom zu
huldigen." (Soren
Krarup, dänischer Pastor, Berlingske Tidende, 28.06.1988)
"Ich
bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater
denn durch Mich. ... Was Ihr bitten werdet in Meinem Namen, das will
Ich tun." (Jesus
Christus, Johannes 14:6+13)
"Denn
es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen,
nämlich der Mensch Jesus Christus."
(Der Apostel Paulus, 1. Timotheus 2:5)
"In
der Tat war die Wiederherstellung der Einheit der Christen eines der
Hauptziele des Zweiten Vatikanischen Konzils, und ich habe mich nach
meiner Wahl feierlich verpflichtet, die Durchführung seiner
Bestimmungen und Weisungen zu fördern aus der Überlegung heraus,
daß das für mich die vorrangigste Pflicht sei. Eure Gegenwart hier
und heute hat also symbolische Bedeutung. Sie bringt zum Ausdruck,
daß die katholische Kirche, getreu der vom Konzil angenommenen
Richtung, nicht nur auf dem Weg fortschreiten will, der zur
Wiederherstellung der Einheit führt, sondern nach dem Maß ihrer
Möglichkeiten und in voller Empfänglichkeit für die Anregungen des
Heiligen Geistes auf allen Ebenen ihren Beitrag zu dieser großen
"Bewegung" aller Christen zu verstärken wünscht.
Im
Besonderen möchte ich hier in Erinnerung rufen, daß das Konzil
davon überzeugt war, die Kirche werde vor allem sichtbar, wenn alle
ihre Glieder sich zur Feier einer und dergleichen Eucharistie
versammeln "um den einen Altar und unter dem Vorsitz des
Bischofs, der umgeben ist von seinem Presbyterium und den Dienern des
Alltags."
Die
ökumenische Bewegung als klareres und weit verbreitetes Bewußtsein,
daß es die Einheit aller Christen dringlich zu verwirklichen gilt,
hat auf seiten der katholischen Kirche ihren höchsten Ausdruck im
Werk des Zweiten Vatikanischen Konzils gefunden."
(Johannes
Paul II., Wort und Weisung im Jahre 1978, Ansprache an die Mitglieder
des Einheitssekretariats, 18. November, Seite 150+151)
Nichts
ist dem ökumenischen Geist so fern wie jener falsche Irenismus [die
Lehre, Frieden unter den christlichen Gemeinschaften zu fördern],
durch den die Reinheit der katholischen Lehre Schaden leidet und ihr
ursprünglicher und sicherer Sinn verdunkelt wird. ...
Sehr
bedeutsam ist jene Stelle des Dekrets "Unitatis
redintegratio", an der es direkt von den katholischen
Theologen handelt und dabei unterstreicht, daß sie, wenn sie "in
gemeinsamer Forschungsarbeit mit den getrennten Brüdern die
göttlichen Geheimnisse zu ergründen suchen",
dieses "in Treue zur Lehre der
Kirche" tun sollen.
(Johannes
Paul II., Brief an die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz,
15. Mai 1980)
Eine
ungeheuerliche Fabel
Die
Theorie von der Unsterblichkeit der Seele war eine der falschen
Lehren, die Rom dem Heidentum entlehnte und mit der falschen Religion
vermengte. Martin Luther reihte sie
"den
zahllosen Ausgeburten des römischen Misthaufen der Dekretalen an."
(E.
Petavel, "The Problem of Immortality", (dt.: Das Problem
der Unsterblichkeit), Seite 255)
(Anmerkung:
Eine Dekretale ist eine seit dem 4. Jahrhundert in Urkundenform
veröffentlichte Antwort des Papstes auf eine Rechtsanfrage oder eine
Entscheidung im Rahmen der päpstlichen Jurisdiktionsgewalt, das
bedeutet die Rechts- und Verwaltungshoheit, die in kirchenrechtliche
Sammlungen aufgenommen und dadurch als allgemeine Regel angenommen
wurde.)
In
seinen Anmerkungen zu den Worten Salomos im Prediger, daß die Toten
nichts wissen, sagt der Reformator:
"Ein
weiterer Beweis, daß die Toten bewußtlos sind. Salomo denkt
deshalb, die Toten schliefen gänzlich, und dächten an nichts. Sie
liegen, ohne Tage oder Jahre zu rechnen; doch wenn sie aufwachen,
wird es ihnen vorkommen, als ob sie nur einen Augenblick geschlafen
hätten."
(Luthers
Werke, St.L., Bd. V, S. 1535 f.)
Auf
dem grundlegenden Irrtum der natürlichen Unsterblichkeit beruht die
Lehre von dem Bewußtsein im Tode - eine Lehre, die gleich der von
der ewigen Qual den Lehren der Heiligen Schrift, den Eingebungen der
Vernunft und unseren Gefühlen der Menschlichkeit widerstrebt. Nach
allgemein verbreiteter Auffassung sind die Erlösten im Himmel mit
allem vertraut, was auf Erden stattfindet, besonders mit dem Leben
der Freunde, die sie zurückgelassen haben. Wie könnte es aber für
die Toten eine Quelle der Glückseligkeit sein, die Widerwärtigkeiten
der Lebenden zu kennen, die von ihren Lieben begangenen Sünden
wahrzunehmen und zu sehen, wie sie die Leiden, die Enttäuschungen
und die Sorgen des Lebens erdulden? Wie viel würden jene, deren
Gedanken bei ihren Freunden auf Erden verweilen von der Wonne des
Himmels genießen? Und wie außerordentlich empörend ist ferner der
Glaube, daß die Seele des Unbußfertigen den Flammen der Hölle
übergeben wird, sobald der Odem den Leib verläßt! Welche tiefe
Angst müßten die Menschen erleiden die ihre Freunde unvorbereitet
ins Grab sinken sehen, um die Ewigkeit der Pein und der Sünde
anzutreten! Viele sind durch diesen qualvollen Gedanken zum Wahnsinn
getrieben worden.
Was
sagt die Heilige Schrift über diese Dinge? David erklärt, daß der
Tote kein Bewußtsein besitzt:
"Sein
Geist geht aus und er wird wieder zu Erde: am selben Tag gehen seine
Pläne verloren." (Psalm
146:4)
Salomo
bezeugt das gleiche:
"Die
Lebenden wissen, daß sie sterben werden, die Toten aber wissen gar
nichts."
"Auch
ihr Lieben, auch ihr Hassen, auch ihr Eifern ist längst verloren
gegangen. Und sie haben ewig keinen Anteil mehr an allem, was unter
der Sonne geschieht."
"Denn
es gibt weder Tun noch Berechnung, noch Kenntnis, noch Weisheit im
Scheol in den Du gehst." (Prediger
9:5,6+10)
Als
Hiskias Leben, in Erfüllung seines Gebets, um 15 Jahre verlängert
wurde, huldigte der dankbare König, Gott mit Lob und Preis für
Seine große Barmherzigkeit. In diesem Lobgesang nennt er den Grund
seiner Freude:
"Denn
der Scheol preist Dich nicht, der Tod lobsingt Dir nicht; die in die
Grube hinabgefahren sind, hoffen nicht auf Deine Treue. Der Lebende,
der preist Dich, wie heute ich."
(Jesaja
38:18+19)
Die
allgemeine Theologie sagt von den Toten, daß sie im Himmel seien, wo
sie in Wonne leben und Gott mit unsterblicher Zunge preisen. Aber
Hiskia konnte im Tod keine solche herrliche Erwartung sehen. Mit
seinen Worten stimmt das Zeugnis des Psalmisten überein:
"Im
Tode gedenkt man Deiner nicht; im Scheol, wer wird Dich
preisen?"(Psalm
6:5)
"Die
Toten werden Jahwe nicht loben, noch alle, die zum Schweigen
hinabgehen."
(Psalm
115:7)
Petrus
sagte am Pfingsttag von dem Erzvater David:
"daß
er gestorben und begraben und sein Grab bis auf diesen Tag unter uns
ist."
"Denn
David ist nicht in den Himmel aufgefahren."
(Apostelgeschichte
2:29+ 34)
Die
Tatsache, daß David bis zur Auferstehung im Grabe bleibt, beweist:
Die Gerechten gehen beim Tod nicht in den Himmel ein. Nur durch die
Auferstehung und kraft der Tatsache, daß Christus auferstanden ist,
kann David schließlich zur Rechten Gottes sitzen.
Wichtige
Bibellehren werden vernachlässigt
Paulus
erklärte:
"Wenn
Tote nicht auferweckt werden, so ist auch Christus nicht auferweckt.
Wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist Euer Glaube nichtig,
so seid Ihr noch in Euren Sünden. Also sind auch die, welche in
Christus entschlafen sind, verloren gegangen."
(1.
Korinther 15:16-18)
Wären
4000 Jahre lang die Gerechten beim Tode sofort in den Himmel
aufgenommen worden, wie hätte Paulus dann sagen können, daß wenn
es keine Auferstehung geben würde, "also
auch die, welche in Christus entschlafen sind, verloren gegangen"
seien? Es wäre dann überhaupt keine Auferstehung nötig.
Der
Märtyrer Tyndale sagte über den Zustand der Toten:
"Ich
gestehe offen, ich bin nicht davon überzeugt, daß sie schon in der
Herrlichkeit leben, wie Christus und die erwählten Engel Gottes.
Auch ist diese Lehre kein Artikel meines Glaubensbekenntnisses; denn
wenn dem so wäre, sähe ich die Predigt von der Auferstehung des
Leibes als ganz vergeblich an."
(William
Tyndale, Preface to the New Testament(edited 1534). Reprinted in
British Reformers (dt.: Vorrede zum Neuen Testament (bearbeitet
1534). Nachgedruckt in British Reformers) - Tindal, Frith, Barnes,
Seite 349)
Es
ist eine unleugbare Tatsache, daß die Hoffnung, beim Tode sofort in
unsterbliche Seligkeit versetzt zu werden, zu einer weit verbreiteten
Vernachlässigung der biblischen Lehre über die Auferstehung geführt
hat. Dr. Adam Clarke stellte dies fest und sagte:
"Die
Auferstehungslehre scheint unter den ersten Christen von weit
größerer Bedeutung gewesen zu sein, als es heute der Fall ist. Wie
kommt das? Die Apostel betonen sie beständig und ermahnten durch
sie, die Gottes Kinder zu Fleiß, Gehorsam und Freudigkeit. Ihre
Nachfolger in der Gegenwart erwähnen sie nur selten! So predigten
die Apostel und so glaubten die ersten Christen; so predigen wir, und
so glauben unsere Zuhörer. Es gibt keine Lehre im Evangelium, auf
die mehr Nachdruck gelegt wird, und es findet sich keine Lehre in der
gegenwärtigen theologischen Verkündigung, die mehr vernachlässigt
wird."
(Commentary,
remarks on 1 Corinthians 15, Par 3, (dt.:Kommentar, Anmerkungen zu 1.
Korinther 15, Absatz 3)
Dies
hat angedauert, bis die herrliche Wahrheit von der Auferstehung
beinahe gänzlich verdunkelt worden war und die christliche Welt sie
fast völlig aus den Augen verloren hatte. Ein führender religiöser
Schriftsteller sagt in seinen Anmerkungen zu den Worten vom Apostel
Paulus in 1. Thessalonicher 4:13+18,
"Für
alle praktischen Zwecke des Trostes nimmt die Lehre von der seligen
Unsterblichkeit der Gerechten für uns die Stelle irgendeiner
zweifelhaften Lehre von dem zweiten Kommen Christi ein. Bei unserem
Tode kommt der Herr für uns. Darauf sollen wir harren, dafür
wachen. Die Toten sind bereits in die Herrlichkeit eingegangen. Sie
warten nicht auf die Posaune, ihr Urteil und ihre Seligkeit zu
erlangen."
Aber
als Jesus im Begriff stand, Seine Jünger zu verlassen, sagte Er
ihnen nicht, daß sie bald zu Ihm kommen würden.
"Ich
gehe hin, Euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn Ich hingehe und
Euch eine Stätte bereite, so komme Ich wieder und Ich werde Euch zu
Mir nehmen, damit auch Ihr seid, wo Ich bin." (Johannes
14:2+3)
Und
Paulus sagt uns weiter, daß
"der
Herr selbst wird beim Befehlsruf, bei der Stimme des Erzengels und
bei dem Schall der Posaune Gottes herabkommen vom Himmel, und die
Toten in Christus werden zuerst auferstehen; danach werden wir, die
Lebenden, die übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in
den Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit
beim Herrn sein."
Außerdem
fügt er hinzu:
"So
ermuntert nun einander mit diesen Worten. "
(1.
Thessalonicher 4:16-18)
Vater
der Lügen
Während
das Leben das Erbe der Gerechten ist, wird der Tod der Teil der
Gottlosen sein.
"Der
Tod ist der Sünde Sold; aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in
Jesus Christus, unserem Herrn." (Römer
6:23)
Der
in dieser Schriftstelle erwähnte Tod ist nicht der über Adam
ausgesprochene Tod, denn alle Menschen erleiden die Strafe der
Übertretung, sondern es ist "der
zweite Tod", der dem ewigen Leben
gegenübergestellt wird. Der einzige, der Adam Leben im Ungehorsam
versprach, war der große Betrüger. Die Erklärung, die die Schlange
der Eva im Paradies gab - "keineswegs
werdet Ihr sterben!", war die erste über die
Unsterblichkeit der Seele gehaltene Predigt. Und doch hallt diese
Erklärung, die auf der Autorität Satans beruht, von den Kanzeln der
Christenheit wider und wird von der Mehrzahl der Menschen ebenso
bereitwillig angenommen, wie sie von unseren ersten Eltern angenommen
worden ist. Dem göttlichen Richterspruch: "die
Seele, die sündigt, sie soll sterben." (Hesekiel
18:20) wird demnach folgende Bedeutung gegeben: "die
Seele, die sündigt, soll nicht sterben, sondern ewig leben."
Wir können uns nur wundern über die seltsame Verblendung, die die
Menschen hinsichtlich der Worte Satans so leichtgläubig und
bezüglich der Worte Gottes so ungläubig macht.
Der
Tod ist infolge der Sünde von Adam auf das ganze menschliche
Geschlecht gekommen. Alle, ohne Unterschied sinken ins Grab. Durch
die Einsetzung des Erlösungsplanes werden alle wieder aus ihren
Gräbern hervorgehen. Es gibt eine zukünftige "Auferstehung
der Gerechten sowie der Ungerechten."
(Apostelgeschichte 24:5)
"Denn
wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig
gemacht werden."
(1.
Korinther 15:22)
Dennoch
wird ein Unterschied bestehen zwischen den beiden Klassen, die aus
den Gräbern hervorgehen werden.
"Es
kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, Seine Stimme
hören und hervorkommen werden: die das Gute getan haben, zur
Auferstehung des Lebens, die aber das Böse verübt haben, zur
Auferstehung des Gerichts." (Johannes
5:28+29)
Die
der Auferstehung des Lebens "würdig" befunden
wurden, sind "glückselig und heilig".
"Über
diese hat der zweite Tod keine Macht." (Offenbarung
20:6)
Die
Menschen hingegen, die nicht durch Buße und Glauben Vergebung
erlangt haben, müssen die Strafe für ihre Übertretung, "der
Sünde Sold", erdulden. Sie erleiden Pein "nach
ihren Werken", unterschiedlich in Dauer und
Stärke, die mit dem zweiten Tod endet. Da es Gott in Übereinstimmung
mit Seiner Gerechtigkeit und Gnade unmöglich ist, den Sünder in
seinen Sünden zu erretten, muß dieser sein Leben lassen, das er
durch seine Übertretungen verwirkt hat und dessen er sich und würdig
erwies. Der Psalmist sagt:
"Noch
kurze Zeit, und der Gottlose ist nicht mehr; und siehst Du Dich um
nach seiner Städte so ist er nicht da." (Psalm
37:10)
Ein
anderer erleuchteter Schreiber erklärt: Sie "werden
sein, als wären sie nie gewesen." (Obadja
16)
Mit
Schande bedeckt, versinken sie in hoffnungslose, ewige Vergessenheit.
So
wird diese mit allem Weh und Verderben, die aus ihr hervorgegangen
sind, ein Ende gemacht. Der Psalmist sagt:
"Du
hast Nationen gescholten, die Gesetzlosen vertilgt, ihren Namen hast
Du ausgelöscht für immer und ewig; O Feind! Zu Ende sind die
Trümmer für immer." (Psalm
9:5+6)
In
der Offenbarung hört Johannes, indem er auf den ewigen Zustand
vorausblickt, einen allgemeinen Lobgesang, der von keinem einzigen
Mißklang gestört wird. Alle Kreatur im Himmel und auf Erden gibt
Gott die Ehre. (Offenbarung 5:13)
Es
gibt keine verlorenen Seelen mehr, die Gott lästern, während sie
sich unter Qualen krümmen; keine elenden Geschöpfe der Hölle
werden ihre Schmerzensschreie mit dem Gesängen der Erlösten
vermischen.
Belohnung
vor dem Gericht?
Bevor
irgendwelche Seelen die Wohnungen der Seligen betreten können, muß
jeder Fall untersucht, müssen ihr Charakter und ihre Werke von Gott
beurteilt werden. Alle werden nach den in den Büchern
aufgezeichneten Berichten gerichtet. Alle werden den Lohn empfangen
nach ihren Werken. Dieses Gericht findet nicht beim Tode statt. Man
beachte die Worte von Paulus:
"Weil
Er einen Tag gesetzt hat, an dem Er den Erdkreis richten wird im
Gerechtigkeit durch einen Mann, den Er dazu bestimmt hat und Er hat
allen dadurch den Beweis gegeben, daß Er Ihn auferweckt hat aus den
Toten."
(Apostelgeschichte
17:31)
Hier
erklärt der Apostel deutlich, daß für das Gericht der Welt eine
bestimmte, damals zukünftige Zeit festgesetzt sei. Judas verweist
auf den selben Zeitpunkt:
"Engel,
die ihren Herrschaftsbereich nicht bewahrt, sondern ihre eigene
Behausung verlassen haben, hat Er zum Gericht des großen Tages mit
ewigen Fesseln in Finsternis verwahrt."
Ferner
führt er die Worte hier von Henoch an:
"Siehe,
der HERR ist gekommen mit Seinen heiligen Tausenden, Gerichts
auszuüben gegen alle."
(Judas
6+14+15)
Johannes
erklärt, daß er "sah die Toten,
die Großen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Bücher wurden
aufgeschlagen; und ein anderes Buch wurde aufgeschlagen, welches das
des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den
Büchern geschrieben war, nach ihren Werken."
(Offenbarung 10:12)
Wenn
sich aber die Toten bereits der Wonne des Himmels erfreuen oder sich
in den Flammen der Hölle winden, wozu ist da noch ein zukünftiges
Gericht notwendig? Die Lehren des Wortes Gottes über diese wichtigen
Fragen sind weder dunkel noch widersprüchlich; sie können von
einfachen Leuten verstanden werden. Welches aufrichtige Gemüt kann
aber in der geläufigen Lehre, Weisheit oder Gerechtigkeit sehen?
Sollen die Gerechten nach der Untersuchung ihrer Fälle im Gericht
das Lob empfangen:
"Recht
so, Du guter und treuer Knecht! ... Geh ein in die Freude Deines
Herrn." (Matthäus
25:21)
wenn
sie vielleicht schon jahrhundertelang in Seiner Gegenwart verweilt
haben? Sollen die Gottlosen von dem Ort der Qual weggerufen werden,
um von dem Ritter der ganzen Erde das Urteil zu vernehmen:
"Geht
von Mir, Verfluchte, in das ewige Feuer!"?
(Matthäus 25:14)
Welch
ein Spott! Welche schändliche Anklage gegen die Weisheit und
Gerechtigkeit Gottes!
Nirgends
in der Heiligen Schrift ist die Erklärung zu finden, daß die
Gerechten ihre Belohnung oder die Gottlosen ihre Strafe beim Tode
erhalten. Die Erzväter und Propheten haben keine solche Zusicherung
hinterlassen. Christus und Seine Apostel haben nichts derartiges
angedeutet. Die Bibel lehrt deutlich, daß die Toten nicht
unmittelbar in den Himmel eingehen, sondern bis zur Auferstehung
schlafen. (siehe: 1.
Thessalonicher 4:14) und (Hiob 14:10-12)
An
demselben Tag, an dem die "silberne
Schnur zerreißt und die goldene Schale"
zerbricht, (Prediger 12:6),
werden des Menschen Gedanken zunichte. Die in das Grab
hinunterfahren, verharren im Schweigen. Sie wissen nichts mehr von
allem, was unter der Sonne geschieht.
(siehe Hiob 14:21). Selige Ruhe für die müden Gerechten! Die
Zeit, sei sie kurz oder lang, ist nur ein Augenblick für sie. Sie
entschlafen und werden durch die Posaune Gottes zu einer herrlichen
Unsterblichkeit auferweckt.
"Bei
der letzten Posaune; denn posaunen wird es, und die Toten werden
auferweckt werden unverweslich, ... Denn dies Verwesliche muß
Unverweslichkeit anziehen und dieses Sterbliche, Unsterblichkeit
anziehen. Wenn aber dieses Verwesliche Unverweslichkeit anziehen und
dieses Sterbliche Unterblichkeit anziehen wird, dann wird das Wort
erfüllt werden, das geschrieben steht: Verschlungen ist der Tod im
Sieg." (1.
Korinther 15:52-54)
Wenn
sie aus ihrem tiefen Schlummer herausgerufen werden, fangen sie
gerade da an zu denken, wo sie seinerzeit aufhörten. Das letzte
Gefühl war die Todesangst, der letzte Gedanke, daß sie der Macht
des Grabes anheim fielen. Nun, da sie auferstanden sind, wird ihr
erster glücklicher Gedanke in dem frohlockenden Ruf ausbrechen:
"Wo
ist, oh Tod, dein Sieg? Wo ist, oh Tod, dein Stachel?"
(1. Korinther 15:58)
Biblische
Lehren werden verdreht werden
Der
Dienst der heiligen Engel, wie ihn das Wort Gottes darstellt, ist für
jeden Nachfolger Christi eine besondere trostreiche und köstliche
Wahrheit. Aber die biblische Lehre darüber, ist durch die Irrtümer
einer im Volke beliebten Theologie, verdunkelt und verfälscht
worden. Die Lehre von einer natürlichen Unsterblichkeit, anfangs der
heidnischen Philosophie entlehnt und in der Finsternis des großen
Abfalls mit dem christlichen Glauben verbunden, hat die in der
Heiligen Schrift so deutlich gelehrte Wahrheit, daß die Toten nichts
wissen, verdrängt. Sehr viele Menschen glauben heute, daß
"dienstbare
Geister, ausgesandt zum Dienst und derer willen, die das Heil ererben
sollen,"
(Hebräer
1:4)
Geister
der Toten seien, obwohl die Heilige Schrift das Dasein himmlischer
Engel und ihre Verbindung mit der Geschichte des Menschen bezeugt,
ehe noch ein menschliches Wesen gestorben war.
Die
Wurzel und Grundlage des Spiritismus
Die
Lehre von dem Bewußtsein des Menschen im Tode, insbesondere die
Überzeugung, daß die Geister der Verstorbenen zurückkehren, um den
Lebenden zu dienen, hat dem modernen Spiritismus den Weg bereitet.
Wenn die Toten in die Gegenwart Gottes und der heiligen Engel treten
dürfen und mit weit mehr Erkenntnis begünstigt werden, als sie
vorher besaßen, warum sollten sie dann nicht auf diese Erde
zurückkehren, um die Lebenden zu erleuchten und zu unterweisen? Wenn
die Geister der Toten, wie von den volkstümlichen Theologen gelehrt
wird, ihre Freunde auf Erden umschweben, warum sollten sie dann nicht
mit ihnen verkehren dürfen, um sie vor der Sünde zu warnen oder sie
in ihrem Kummer zu trösten? Wie können Menschen, die an ein
bewußtes Fortleben der Verstorbenen nach dem Tode glauben, das
verwerfen, was verklärte Geister ihnen als göttliches Licht
mitteilen?
Hier
ist ein als heilig betrachtetes Mittel, durch das Satan auf das
Erreichen seiner Absichten hinwirkt. Die gefallenen Engel, die seine
Befehle ausführen, erscheinen als Boten aus der Geisterwelt. Unter
dem Deckmantel, die Lebenden mit den Toten zu verbinden, übt der
Fürst des Bösen seinen bestricken den Einfluß auf ihre Gemüter
aus.
Verführerische
Geister
Satan
hat die Macht, den Menschen die Erscheinung ihrer verstorbenen
Freunde vor Augen zu führen. Die Nachahmung ist vollkommen; das
bekannte Aussehen, die Worte, die Stimme werden mit unglaublicher
Deutlichkeit wiedergegeben. Viele werden durch die Versicherung
getröstet, daß ihre Lieben die Wonne des Himmels genießen, und
schenken, ohne sich der Gefahr bewußt zu sein, den "betrügerischen
Geistern und Lehren von Dämonen" Gehör. (1.
Timotheus 4:1)
Sind
sie dann verleitet worden zu glauben, daß die Toten tatsächlich
zurückkommen, um mit ihnen zu verkehren, so läßt Satan Menschen
erscheinen, die unvorbereitet starben. Diese behaupten jetzt, im
Himmel glücklich zu sein und dort sogar gehobene Stellungen
einzunehmen. Auf diese Weise wird die irrige Auffassung verbreitet,
daß zwischen den Gerechten und den Gottlosen kein Unterschied
gemacht werde. Die angeblichen Besucher aus der Geisterwelt äußern
zuweilen Warnungen und Mahnungen zur Vorsicht, die sich als richtig
erweisen. Haben sie dann Vertrauen gewonnen, bringen sie Lehren vor,
die den Glauben an die Heilige Schrift gerade zu untergraben.
Mit
dem Anschein großer Anteilnahme an dem Wohlergehen ihrer Freunde auf
Erden, flößen sie ihnen die gefährlichsten Irrtümer ein. Die
Tatsache, daß sie einige Wahrheiten darlegen und zuweilen imstande
sind, zukünftige Ereignisse vorauszusagen, gibt ihren Aussagen einen
Anschein von Zuverlässigkeit. Ihre falschen Lehren werden von der
Menge so bereitwillig angenommen und so blind geglaubt, als seien es
die heiligsten Wahrheiten der Bibel. Das Gesetz Gottes wird beiseite
geschoben, der Geist der Gnade verachtet und das Blut des Bundes als
etwas Unheiliges angesehen. Die Geister verleugnen die Gottheit
Christi und stellen sich sogar mit dem Schöpfer auf die gleiche
Stufe. So führt der große Empörer unter einer neuen Maske
weiterhin seinen Kampf gegen Gott, den er im Himmel begonnen und
beinahe 6000 Jahre auf Erden fortgesetzt hat.
Böse
Geister existieren!
Viele
bemühen sich, die spiritistischen Bekundungen dadurch zu erklären,
daß sie diese gänzlich als Betrug hinstellen oder sie den
Kunstgriffen des Mediums zu schreiben. Während es zwar wahr ist, daß
Taschenspielerkünste oft als echte Offenbarungen ausgegeben werden,
hat man auch außerordentliche Kundgebungen übernatürlicher Kräfte
wahrgenommen. Das geheimnisvolle Klopfen, womit der moderne
Spiritismus begann, war nicht das Ergebnis menschlicher Kunstgriffe
oder Geschicklichkeit, sondern das unmittelbare Werk böser Engel,
die auf diese Weise eine der erfolgreichsten seelenverderbenden
Täuschungen einführten. Viele werden verstrickt durch die Annahme,
daß der Spiritismus eine rein menschliche Betrügerei sei. Werden
sie aber Bekundungen gegenübergestellt, die sie nur als
übernatürlich betrachten können, dann werden sie verblendet und
verführt, sie als die große Macht Gottes anzunehmen.
Diese
Leute übersehen das Zeugnis der Heiligen Schrift hinsichtlich der
durch Satan und seine Engel gewirkten Wunder. Durch satanische Hilfe
waren Pharaos Zauberer fähig, das Werk Gottes nachzuahmen. Paulus
bezeugt, daß vor der Wiederkunft Christi ähnliche Offenbarungen der
satanischen Macht stattfinden werden. Dem Kommen des Herrn muß die
"Wirksamkeit des Satans, mit jeder
Machttat und mit Zeichen und Wundern der Lüge und mit jedem Betrug
der Ungerechtigkeit" vorausgehen. (siehe
2. Thessalonicher 2:9+10)
Der
Apostel Johannes beschreibt die wunderwirkende Macht, die in den
letzten Tagen offenbart werden wird, mit folgenden Worten:
"Und
es tut große Zeichen, daß es selbst Feuer vom Himmel vor den
Menschen auf die Erde herab kommen läßt; und es verführt die,
welche auf der Erde wohnen, wegen der Zeichen, die vor dem Tier zu
tun ihm gegeben wurde." (Offenbarung
13:13+14)
Keine
bloßen Betrügereien sind hier vorhergesagt. Die Menschen werden
verführt durch die Wunder, die Satans Helfer ausüben können und
nicht etwa nur vorgeben auszuüben.
Der
Fürst der Finsternis, der so lange die Kräfte seines gewaltigen
Geistes Täuschungen geweiht hat, paßt seine Versuchungen den
Menschen aller Klassen und Stände geschickt an. Den Gebildeten
stellt er den Spiritismus in seinen verfeinerten und intellektuellen
Gesichtspunkten dar, wodurch es ihm gelingt, viele in sein Netz zu
ziehen. Die Weisheit, die der Spiritismus verleiht, ist wie der
Apostel Jakobus sagt, "nicht die
Weisheit, die von oben herab kommt, sondern eine irdische, sinnliche,
teuflische." (siehe
Jakobus 3:15)
Dies
verbirgt der große Betrüger jedoch, wenn die Verstellung seinen
Absichten am besten dient. Der in der Wüste der Versuchung vor
Christus im Glanz der himmlischen Seraphim erscheinen konnte, kommt
zu den Menschen in einer außerordentlich anziehenden Weise als ein
Engel des Lichts. Er spricht den Verstand an, indem er gewichtige
Themen vorbringt. Er entzückt die Einbildungskraft durch hinreißende
Darstellungen und erwirbt sich die Zuneigung durch beredte
Schilderungen der Liebe und Menschenfreundlichkeit. Er reizt die
Fantasie zu einem himmelstürmenden Aufschwung und verleitet die
Menschen zu einer hohen Meinung von ihrer Weisheit, daß sie in ihren
Herzen den Ewigen verachten. Jenes mächtige Wesen, das den Erlöser
der Welt auf einen sehr hohen Berg nehmen und Ihm alle Reiche der
Erde und ihre Herrlichkeit zeigen konnte, wird sich mit seinen
Versuchungen den Menschen in einer Weise nahen, daß die Sinne von
allen verwirrt werden, die nicht unter dem Schutz der göttlichen
Macht stehen.
Vorsicht
Falle!
Niemand
braucht durch die lügenhaften Ansprüche des Spiritismus getäuscht
zu werden. Gott hat in der Welt hinreichend Licht gegeben, die
Schlinge entdecken zu können. Wie bereits dargelegt wurde, steht die
Lehre, die die eigentliche Grundlage des Spiritismus bildet, in
schroffem Widerspruch zu den deutlichsten Aussagen der Heiligen
Schrift. Die Bibel lehrt, daß die Toten nichts wissen, daß ihre
Gedanken dahin sind, daß sie keinen Teil haben an irgendetwas, daß
unter der Sonne geschieht, und nichts wissen von den Freuden und
Schmerzen derer, die ihnen auf Erden am teuersten waren.
Ferner
hat Gott ausdrücklich jeden angeblichen Verkehr mit den Geistern
Verstorbener verboten. Unter den Hebräern gab es Leute, die wie die
Spiritisten heutzutage behaupteten, Umgang mit den Toten zu haben.
Aber die "Wahrsagegeister", wie man diese Besucher
aus der anderen Welt nannte, werden von der Bibel als "Geister
der Teufel" bezeichnet.
(Siehe
4. Mose 25:1-3, und Psalm 106:28, sowie 1. Korinther 10:20 und
Offenbarung 16:14)
Mit
Wahrsagegeistern zu verkehren, wurde vom Herrn als Gräuel angesehen
und unter Todesstrafe feierlich verboten. (Siehe
3. Mose 19:31 und 20:27) Schon der Name "Zauberei"
wird jetzt verachtet. Die Behauptung, daß Menschen mit bösen
Geistern in Verbindung stehen können, wird als eine mittelalterliche
Fabel betrachtet. Der Spiritismus aber, der seine Anhänger nach
Hunderttausenden, ja nach Millionen zählt, der sich seinen Weg in
wissenschaftliche Kreise gebahnt, sich in Kirchen gedrängt hat, der
in gesetzgebenden Körperschaften, ja sogar an den Höfen der Könige
günstig aufgenommen wurde - diese riesige Täuschung ist nur eine
Wiederbelebung der vor alters verdammten und verbotenen Zauberei in
einem neuen Gewande.
Selbst
wenn es kein anderes Kennzeichen für den wahren Charakter des
Spiritismus geben würde, sollte es für den Christen genügen, daß
die Geister keinen Unterschied zwischen Gerechtigkeit und Sünde,
zwischen den edelsten und reinsten Aposteln Christi und den
verkommensten Dienern Satans machen. Diese Lügengeister stellen die
Apostel so hin, als würden sie dem widersprechen, was sie unter
Eingebung des Heiligen Geistes schrieben, als sie noch auf Erden
waren. Sie leugnen den göttlichen Ursprung der Bibel, vernichten
dadurch die Grundlage der Hoffnung des Christen und löschen das
Licht aus, das den Weg zum Himmel offenbart. Satan macht die Welt
glauben, daß die Bibel nur ein erdichtetes oder wenigstens ein nur
für unsere Vorfahren passendes Buch sei, das jetzt geringgeschätzt
oder als veraltet beiseite geworfen werden sollte. Als Ersatz für
das Wort Gottes weist er auf spiritistische Offenbarungen hin. Hier
ist ein Weg, der völlig unter seiner Herrschaft steht. Hierdurch
kann er die Welt glauben machen, was er will.
Das
Buch, daß ihn und seine Nachfolge richten wird, stellt er in den
Schatten, wohin er es haben will. Den Heiland der Welt würdigt er zu
einem gewöhnlichen Menschen herab. Und wie die römischen Wachen,
die das Grab Jesu bewachten, das lügenhafte Gerücht verbreiteten,
das ihnen die Priester und Ältesten in den Mund gelegt hatten, um
Christi Auferstehung zu widerlegen, so versuchen die Anhänger
spiritistischer Offenbarungen den Anschein zu erwecken, daß an dem
Leben unseres Heilandes nichts wunderbares sei. Nachdem sie auf diese
Weise versucht haben, Jesus in den Hintergrund zu drängen, lenken
sie die Aufmerksamkeit ihrer Opfer auf ihre eigenen Wunder und
erklären, daß diese die Werke Christi bei weitem übertreffen.
Der
Spiritismus breitet sich im Christentum aus
Wohl
verändert der Spiritismus jetzt seine Form, verbirgt einige seiner
verwerflichen Züge und hängt sich ein christliches Mäntelchen um.
Doch seine Aussprüche in öffentlichen Reden und in der Presse sind
dem Volke schon seit Jahren bekannt. In ihnen offenbart sich sein
wirklicher Charakter. Diese Lehren können weder geleugnet noch
verborgen werden.
Selbst
in der gegenwärtigen Form ist die Täuschung weit davon entfernt,
der Duldung würdiger zu sein als früher. In Wirklichkeit ist sie
gefährlicher, weil sie weit verfänglicher ist. Während sie früher
Christus und die Bibel verwarf, gibt sie nun vor, beide anzunehmen.
Doch wird die Bibel in einer Weise ausgelegt, die dem nicht
erneuerten Herzen gefällt, während ihre ernstesten und wichtigsten
Wahrheiten als wertlos hingestellt werden. Man spricht von der Liebe
als der Haupteigenschaft Gottes, erniedrigt sie aber zu einer
schwachen Gefühlsduselei, die wenig Unterschied macht zwischen dem
Guten und dem Bösen. Gottes Gerechtigkeit, Seine Verdammung der
Sünde, die Forderungen Seines heiligen Gesetzes werden nicht
beachtet. Das Volk wird gelehrt, die Zehn Gebote als tote Buchstaben
zu betrachten. Angenehme, bezaubernde Fabeln nehmen die Sinne
gefangen und veranlassen die Menschen, die Heilige Schrift als
Grundlage ihres Glaubens zu verwerfen. Christus wird ebenso
verleugnet wie ehemals, aber Satan hat die Augen der Menschen so
geblendet, daß sie die Täuschung nicht wahrnehmen.
Es
gibt nur wenige, die eine richtige Vorstellung von der täuschenden
Macht des Spiritismus haben und von der Gefahr, seinem Einfluß zu
unterliegen. Viele beschäftigen sich damit, nur um ihre Neugierde zu
befriedigen. Sie glauben nicht wirklich daran und würden vor dem
Gedanken zurückschrecken, sich unter die Herrschaft der Geister zu
stellen. Sie wagen sich auf verbotenes Gebiet, und der gewaltige
Verderber übt gegen ihren Willen seine Macht auf sie aus. Sind sie
einmal bewogen worden, sich von ihm leiten zu lassen, so hält er sie
gefangen. Es ist ihnen unmöglich, sich aus eigener Kraft von diesem
bezaubernden, verlockenden Bann loszureißen. Nichts außer der Macht
Gottes kann diese verstrickten Seelen in Erhörung eines ernsten, im
Glauben gesprochenen Gebetes befreien.
Der
Prophet Jesaja sagt:
"Und
wenn sie zu Euch sagen: Befragt die Totengeister und die
Wahrsagegeister, die da flüstern und murmeln! So antwortet: Soll
nicht ein Volk seinen Gott befragen? Soll es etwa für die Lebenden
die Toten befragen? Hin zur Weisung und zur Offenbarung! Wenn sie
nicht nach diesem Wort sprechen, dann gibt es für sie keine
Morgenröte." (Jesaja
8:19+20)
Hätten
die Menschen die in der Heiligen Schrift so deutlich dargelegte
Wahrheit über die Natur des Menschen und den Zustand der Toten
angenommen, so würden sie in den Behauptungen und Bekundungen des
Spiritismus, Satans Wirken mit Macht und Zeichen und betrügerischen
Wundern erblicken. Aber statt die dem fleischlichen Herzen so
angenehme Ungebundenheit aufzugeben und sich von den liebgewordenen
Sünden loszureißen, verschließen viele ihre Augen vor dem Licht
und wandeln unbekümmert trotz aller Warnungen weiter, während Satan
ihnen Schlingen legt, denen sie zum Opfer fallen.
"Dafür,
daß sie die Liebe zur Wahrheit nicht haben angenommen, auf daß sie
selig würden. Darum wird ihnen Gott kräftige Irrtümer senden, daß
sie glauben der Lüge." (2.
Thessalonicher 2:10+11)
Die
sich den Lehren des Spiritismus widersetzen, greifen nicht nur
Menschen, sondern auch den Teufel und seine Engel an. Sie haben den
Kampf aufgenommen mit Fürsten und Gewaltigen und mit den bösen
Geistern unter dem Himmel. Satan wird auch nicht einen Zollbreit
seines Bereiches preisgeben, es sei denn, daß er durch die Macht
himmlischer Boten zurück getrieben wird. Gottes Volk sollte imstande
sein, ihm mit den gleichen Worten zu begegnen, mit denen unser
Heiland ihm entgegen trat: "Es steht
geschrieben!" Wie in den Tagen Christi führt
Satan auch heute Schriftstellen an und verdreht ihre Aussagen, um
seine Täuschungen zu unterstützen. Wer in dieser Zeit der Gefahr
standhalten möchte, muß das Zeugnis der Heiligen Schrift für sich
selbst verstehen.
Teufel
werden Familienangehörige verkörpern
Viele
werden Geistern der Teufel gegenübergestellt, die Gestalt lieber
Verwandte oder Freunde erscheinen und die gefährlichsten Irrlehren
verkünden. Diese Besucher werden unsere zärtlichsten Gefühle
berühren und Wunder wirken, um ihren Behauptungen Nachdruck zu
verleihen.Wir müssen bereit sein, ihnen mit der Bibelwahrheit
entgegenzutreten, daß die Toten nichts wissen und daß alle, die auf
diese Weise erscheinen, Geister der Teufel sind.
"Die
Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, um
die zu versuchen, die auf der Erde wohnen", steht
unmittelbar bevor. (Offenbarung
3:10)
Alle,
deren Glaube nicht fest auf das Wort Gottes gegründet ist, werden
hintergangen und überwunden werden. Satan wirkt "mit aller
Verfügung zu Ungerechtigkeit", um die Menschenkinder unter
seine Herrschaft zu bringen; seine Täuschungen nehmen ständig zu.
Er kann jedoch sein Ziel nur erreichen, wenn die Menschen freiwillig
auf seine Versuchungen eingehen. Wer ernsthaft nach der Erkenntnis
der Wahrheit sucht und bestrebt ist, seine Seele durch Gehorsam zu
läutern, und auf diese Weise alles in seinen Kräften Stehende tut,
um sich auf den Kampf vorzubereiten, der wird in dem Gott der
Wahrheit eine sichere Schutzwehr finden.
"Weil
Du das Wort vom Harren auf Mich bewahrt hast, werde auch Ich Dich
bewahren", lautet die Verheißung Jesu. (Siehe
Offenbarung 3:10)
Er
würde eher alle Engel des Himmels senden, um Sein Volk zu
beschützen, als einen, der Ihm vertraut, preiszugeben, damit Satan
ihn überwinde.
Der
Prophet Jesaja weist auf die furchtbare Täuschung hin, die über die
Gottlosen kommen wird, so daß sie sich vor den Gerichten
Gottes
sicher fühlen: "Wir haben einen
Bund mit dem Tod geschlossen und mit dem Scheol einen Vertrag
gemacht. Wenn die einherflutende Geißel hindurch fährt, wird sie
uns nicht erreichen, denn wir haben Lüge zu unserer Zuflucht gemacht
und in Trug uns geborgen." (Jesaja
28:15)
Zu
der hier beschriebenen Menschenklasse gehören alle, die sich in
hartnäckiger Unbußfertigkeit mit der Versicherung trösten, daß es
keine Strafe für den Sünder geben wird, daß alle Menschen, wie
verderbt sie auch sein mögen, in den Himmel erhoben werden sollen,
um den Engeln Gottes gleich zu werden. Weit mehr aber verbinden sich
diejenigen mit dem Tode und mit der Hölle, welche die Wahrheiten die
der Himmel als Schutzwehr für die Gerechten in den Tagen der Trübsal
vorgesehen hat, verwerfen und zu den von Satan angebotenen Lügen,
den betrügerischen Vorspiegelungen des Spiritismus, ihre Zuflucht
nehmen.
Unglaubliche
Blindheit
Über
alle Maßen erstaunlich ist die Blindheit des gegenwärtigen
Menschengeschlechts. Tausende verwerfen das Wort Gottes als
unglaubhaft und nehmen mit eifrigem Vertrauen die Täuschungen Satans
an. Zweifler und Spötter verhöhnen den blinden Eifer derer, die für
den Glauben der Propheten und Apostel kämpfen, und belustigen sich
damit, die ernsten Erklärungen der Heiligen Schrift über Christus,
den Erlösungsplan und die Vergeltung, die alle Verwerfer der
Wahrheit heimsuchen soll, ins Lächerliche zu ziehen. Sie heucheln,
großes Mitleid mit denen zu haben, die so beschränkt, schwach und
abergläubisch sind, Gottes Ansprüche anzuerkennen und den
Anforderungen Seines Gesetzes zu gehorchen. Sie legen eine solche
Gewißheit an den Tag, als hätten sie in der Tat einen Bund mit dem
Tode und einen Vertrag mit der Hölle gemacht, ja als hätten sie
eine unübersteigbare, undurchdringliche Schranke zwischen sich und
der Rache Gottes aufgerichtet. Nichts kann ihre Furcht erwecken. So
völlig haben sie sich dem Versucher hingegeben, so innig sind sie
mit ihm verbunden, so gründlich von seinem Geist erfüllt, daß sie
weder die Kraft noch die Neigung haben, sich aus seinen Schlingen zu
befreien.
Die
letzte Verführung
Lange
hat sich Satan auf seine letzte Anstrengung, die Täuschung der Welt,
vorbereitet. Die Grundlage zu seinem Werk wurde bereits durch die der
Eva im Paradies gegebenen Versicherung gelegt: "Keineswegs
werdet Ihr sterben!" (1.
Mose 3:4)
Nach
und nach hat er die Vorbereitungen für seine Entwicklung des
Spiritismus getroffen. Er hat sein Ziel noch nicht völlig erreicht.
Seine Bemühungen werden aber in der allerletzten Zeit von Erfolg
gekrönt sein. Der Prophet sagt:
"Und
ich sah aus dem Munde des Drachen und aus dem Munde des Tiers und aus
dem Munde des falschen Propheten drei unreine Geister gehen, gleich
den Fröschen; denn es sind Geister der Teufel, die tun Zeichen und
gehen aus zu den Königen auf dem ganzen Kreis der Welt, sie zu
versammeln in den Streit auf jenen Tag Gottes, des Allmächtigen."
(Offenbarung
16:13+14)
Mit
Ausnahme derer, die durch die Macht Gottes im Glauben an Sein Wort
bewahrt bleiben, wird die ganze Welt dieser Täuschung in die Arme
getrieben werden. Die Menschen werden in eine gefährliche Sicherheit
eingelullt und erst durch die Ausgießung des Zornes Gottes
aufgeweckt.
Die
nicht willens sind, die deutlichen, tiefgreifenden Wahrheiten der
Bibel anzunehmen, suchen beständig nach angenehmen Fabeln, die das
Gewissen beruhigen. Je weniger geistlich, selbstverleugnend und
demütigend die vorgetragenen Lehren sind, desto günstiger werden
sie aufgenommen. In ihrer Selbstüberschätzung zu weise, um in der
Heiligen Schrift mit bußfertigem Herzen und unter ernstem nach
göttlicher Leitung zu suchen, haben sie kein Schild gegen die
Verblendung. Satan steht bereit das Verlangen des Herzens zu stillen,
und er setzt seine Täuschungen an die Stelle der Wahrheit.
Auf
diese Weise gewann das Papsttum seine Macht über die Menschen, und
durch die Verwerfung der Wahrheit, weil dies ein Kreuz einschließt,
gehen die Protestanten den gleichen Weg. Alle, die das Wort Gottes
vernachlässigen, um Bequemlichkeit und Gewissenheit zu studieren,
damit sie sich nicht von der Welt unterscheiden, werden
verdammungswürdige Ketzereien für religiöse Wahrheit empfangen.
Jede erdenkliche Form des Irrtums wird von denen angenommen werden,
die die Wahrheit vorsätzlich verwerfen. Wer mit Schrecken auf eine
Täuschung sehen mag, wird eine andere willig annehmen. Der Apostel
Paulus spricht von Menschen, welche
"die
Liebe zur Wahrheit nicht haben angenommen, auf daß sie selig würden.
Darum wird ihnen Gott kräftige Irrtümer senden, daß sie glauben
der Lüge, auf daß gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht
glauben, sondern haben Lust an der Ungerechtigkeit."
(2.
Thessalonicher 2:10-12)
New
Age und Christentum
"Und
ich sah aus dem Munde des Drachen und aus dem Munde des Tiers und aus
dem Munde des falschen Propheten drei unreine Geister gehen, gleich
den Fröschen; denn es sind Geister der Teufel, die tun Zeichen und
gehen aus zu den Königen auf dem ganzen Kreis der Welt, sie zu
versammeln in den Streit auf jenen Tag Gottes, des Allmächtigen."
(Offenbarung
16:13+14)
Kontakt
zu Verstorbenen
Spiritisten
sind Menschen, die an eine jenseitige Geisterwelt glauben.
Der
Spiritismus in seiner heutigen Form ist weitgehend im letzten
Jahrhundert (Allan Kardec 1804-1869) entstanden und versucht zum
einen, Kontakt zu Verstorbenen und zu einer vermuteten jenseitigen
Welt aufzubauen.
Jenseitskontakte
werden über Medien hergestellt. Bekannte Verfahren sind:
Glasorakel,
schreibendes Tischchen, Tische Rücken, automatisches Schreiben,
Pendeln, Wünschelruten gehen, Kristallsehen, Orakelpraktiken wie
Tarot und I-Ging, Handlesen, Hellsehen - hören und fühlen,
Einstrahlungen, verschiedene Tranceverfahren, Channeling und - den
Fortschritt der Technik folgend - Tonband, Radio und Video
Einspielungen sowie UFO-Beobachtungen als Mittel zur
"Transkommunikation"
mit
den
"Jenseitigen" oder
"Außerirdischen".
(Joachim
Keden, "Sogenannte
Jugendsekten und die okkulte Welle",
Seite 152+153)
Bettina
aus der zehnten Klasse:
"Aus
Neugier machte ich mit. Ich reagierte sehr ängstlich, als ich in
diesen Raum kam und gesehen habe, wie es dort aussah. Als wir uns an
die Hände nahmen, fühlte ich nicht mehr eine so große Angst. Wir
standen alle in einem Kreis mit ganz komischen Zeichen. In der Mitte
war ein Fünfeck, in dem sie eine Bibel verbrannten. Da habe ich
schon gedacht ob sie ein bisschen blöd sind. Als sie dann noch
riefen: "Satan komm wir rufen Dich!", ging es mir schon
richtig mies. Als es dann noch windig wurde, obwohl es keine Fenster
gab, bin ich aus den Latschen gekippt. In dem Moment, als ich die
anderen losgelassen habe, war alles vorbei. Denn wenn jemand sich aus
der Runde entfernt, ist alles umsonst. Einige waren auf mich sauer,
aber ein paar verstanden mich auch. Aber eins habe ich mir
geschworen, daß ich es nie mehr mache. Ich würde auch anderen
raten, daß sie so was niemals machen, denn man bekommt tierische
Angst."
(Joachim
Keden, "Sogenannte
Jugendsekten und die okkulte Welle",
Seite 147+148)
"Der
Okkultist geht von der Vorstellung aus, Mittel und Wege gefunden zu
haben, mit einer "unheimlichen jenseitigen Welt"
Verbindungen herstellen zu können und damit zum verfügungsmächtigen
Partner dieser anderen Wirklichkeit zu werden. dabei kann es auch zum
okkultistischen Gebrauch von Versatzstücken des christlichen
Glaubens kommen, wenn Zaubersprüche im Namen des Dreieinigen Gottes
propagiert oder Gebete und Bibelzitate wunderwirksam eingesetzt
werden. Durch sein Denken und seine Handlungsweise macht der
Okkultist deutlich, daß er von der Vorstellung ausgeht, sich mit
Gott auf eine Stufe stellen und Ihn manipulieren zu können. Doch
nach christlicher Vorstellung ist Gott der Schöpfer und der Mensch
sein Geschöpf. ....
Der
christliche Glaube lehnt eine "Vergöttlichung" des
Menschen aus guten Gründen ab."
(Joachim
Keden,"Sogenannte
Jugendsekten und die okkulte Welle",
Seite 150+151)
"Mit
den vorangestellten Berichten wird ein Teil des sogenannten
Jugendspiritismus und Okkultismus veranschaulicht. Die meisten
Jugendlichen kommen mit diesen Praktiken aus Neugier, Sensationslust,
Faszination oder Langeweile in Berührung. Andere suchen auf diese
Weise nach Orientierung und haben Fragen nach dem Weiterleben im
Todesfall."
(Joachim
Keden,"Sogenannte
Jugendsekten und die okkulte Welle",
Seite 150+151)
"Wir
müssen Ehrfurcht vor der Schönheit und den Wundern der Schöpfung
empfinden. Vielleicht wird das die neue spirituelle Weltanschauung
sein, welche alle Menschen miteinander vereint. Wir sollten uns mit
Geist und Herz zu dem ekstatischen Bewußtsein erheben, daß wir eins
sind mit dem Mysterium des Universums."
"Gebet,
Meditation und Spiritualität bei den Vereinten Nationen sind ein
faszinierender Gegenstand. Alle großen Weltreligionen sind als
unpolitische Organisationen bei den Vereinten Nationen beglaubigt."
(Robert
Müller, stellvertretender Generalsekretär der UNO, aus seinem Buch
"Die Neuschaffung
der Welt")
"Das
Christentum ist für viele New-Age-Denker eine überholte
Bewußtseinsstufe, die Religion der auslaufenden Epoche der Fische.
Entsprechend geht man mit Christentum und Kirche um .... Jesus findet
durchaus Beachtung, aber meist nur als kosmischer Christus und
erleuchteter Meister im Sinne der Theosophie oder als Esoteriker. Die
Behauptung Er sei ein Essener gewesen, taucht ebenso auf wie die alte
gnostische Meinung, Er sei gar nicht am Kreuz gestorben, Sein Grab
befindet sich in Kaschmir und so weiter. Das ist vom Anliegen her
verständlich, denn die zentrale christliche Botschaft vom
stellvertretenden Leiden und Sterben Jesu Christi und damit verbunden
der Erlösungsgedanke passen nicht in das New-Age Konzept."
(Helmut
Obst, Neureligionen, Jugendreligionen, New-Age Seite 425)
"Die
Kirche "wird sterben. Der Prozess ist unaufhaltsam. Deshalb
bemühe ich mich auch, nichts Böses über sie zu sagen, denn wer
sagt schon Böses über einen Sterbenden? Man sollte ihr eine gute
Sterbehilfe geben."
Die
besteht darin, den Menschen deutlich zu machen:
"Die
Welt geht nicht unter, wenn es keine Kirche mehr gibt."
Auch
im New-Age-Denken Leuenbergers kommt der astrologisch begründeten
Lehre vom Übergang des Fischezeitalter in das Wassermannzeitalter
grundlegende Bedeutung zu. Sie wird aber eigenwillig entfaltet.
Kirche und Kommunismus sind beide Kinder dieses Zeitalters. …
"Die
Kirche ist ein Bestandteil des patriarchalen, hierarchischen
Fischezeitalters, genau wie der Kommunismus. Sie hat sich damit
identifiziert also wird sie damit sterben. … "
"Das,
was jetzt mit der DDR, mit Polen und Ungarn passiert ist, stelle ich
mir in ein paar Jahrzehnten mit der Kirche vor. Da wird es innerhalb
eines Jahres einfach krachen."
Mit
der Vernichtung der Kirchen bricht eine neue Epoche voll an, in der
die rechte Harmonie aller Dinge, selbstverständlich ohne alle
Erlösung, wiederhergestellt wird." Wenn damit
[mit der
Kirche]
Schluß ist, bzw.
schon dann, wenn die Menschen aufhören, das schwarzmagische Ritual
der Verwandlung von Brot und Wein zu praktizieren, gibt es meiner
Auffassung nach eine gute Chance dafür, daß wir wieder in Einklang
mit der Natur kommen. Wenn die Menschen anfangen, bewußt zu leben
und zu merken, daß der Weg zum Göttlichen in ihrer eigenen
Verantwortung liegt und nicht in der einer Institution oder eines
Priesters."
(Hans-Dieter
Leuenberger. [Leuenberger versteht sich selbst als "Esoteriker",
nicht als New-Age-Denker, gehört aber objektiv zweifellos in diesen
Zusammenhang] Neureligionen, Jugendreligionen, New-Age Seite 427+428)
"New-Age
greift viele berechtigte Fragen des heutigen Menschen auf. Die
weithin gegebenen Antworten, stellen aber den Menschen ganz auf sich,
stellen ihn in die Härte und Kälte kosmischer Gesetze und eines
Entwicklungsweges, der keine Gnade, keine väterliche Liebe und keine
Erlösung kennt."
(Helmut
Obst, Neureligionen, Jugendreligionen, New-Age Seite 428)
"Der
christliche Glaube läßt sich mit dem Spiritismus nicht in Einklang
bringen, obwohl dies von Spiritismusgläubigen oft versucht und dazu
die Bibel umgeschrieben und umgedeutet wurde, z.B. von Johannes
Greber (1876-1944). Doch die Widersprüche sind offensichtlich: Der
Lebensraum des Menschen, seine Macht, Möglichkeiten und Chancen
werden im spiritistischen Welten- und Sinngebäude ins Grenzenlose
gesteigert. Sein Überleben nach dem Tode wird garantiert. Die
Göttlichkeit des Menschen ist eindeutig festgelegt. Das "Sein
wie Gott" ist nur eine Frage der rechten Wahrnehmung, des
entsprechenden Verhaltens im damit verbundenen Zeitverständnis. …
In
der Bibel geht es hauptsächlich um die Zuwendung Gottes. In Bezug
auf Satan und Dämonen ist als Leitlinie zu erkennen, daß sie auf
jeden Fall Gottes Gegenspieler darstellen. Für das Neue Testament
ist die Macht des Bösen ein für allemal gebrochen. Der Mensch ist
Gott gegenüber für sein Handeln, auch für das Böse, das er
anrichtet, selbst verantwortlich. Daran lassen die früheren und
späteren biblischen Schreiber keinen Zweifel.
Die
Vorstellungswelt des modernen Satanisten ist vom christlichen Glauben
losgelöst. Manche Praktiken versuchen zwar, an historische
Satansvorstellungen anzuknüpfen, aber in Wirklichkeit geht es um die
Macht des Menschen, um die Aneignung magischer "Kräfte".
(Joachim
Keden,"Sogenannte
Jugendsekten und die okkulte Welle",
Seite 154)
"Wenn
Du in das Land kommst, das Dir der HERR, Dein Gott, geben wird, so
sollst Du nicht lernen tun die Gräuel dieser Völker, daß nicht
jemand unter Dir gefunden werde, der seinen Sohn oder seine Tochter
durchs Feuer gehen lasse, oder ein Weissager oder Tagewähler oder
der auf Vogelgeschrei achte oder ein Zauberer oder Beschwörer oder
Wahrsager oder Zeichendeuter oder der die Toten frage. Denn wer
solches tut, der ist dem HERRN ein Gräuel, und um solcher Gräuel
willen vertreibt sie der HERR, Dein Gott, vor Dir her."
(5.
Mose 18:9-12)
Das
Folgende ist ein Auszug aus dem Buch:
"Wer
wird die Welt beherrschen?"
von Pierre Lanarès aus dem 6. Kapitel "Politik
und Religion"
Mit
der Ankündigung der vier Weltreiche und der 10 Teilreiche ist die
Prophezeiung aus Daniel 7 noch nicht ausgeschöpft. Mitten zwischen
den zehn Hörnern des vierten Tieres entsteht ein elftes Horn, das
einige Besonderheiten mit einem der Hörner eines anderen Tieres
teilt, von dem in Daniel 8 die Rede ist. Die gleichen Merkmale
tauchen auch in der Beschreibung des Tieres auf, das in Offenbarung
13 vorgestellt wird.
Diese
verschiedenen Texte insgesamt lassen auf die Existenz einer
politischen und zugleich religiösen Macht schließen. Sie entsteht
im römischen Reich. Nach einer bestimmten Zeit - dreieinhalb Zeiten,
(Daniel 7:25 ) bzw. 42 Monate (Offenbarung 13:5) - wird ihre Kraft
gebrochen, und wenig später umso größer zu werden. Diese
angekündigte politisch-religiöse Macht trifft allein auf die
römisch-katholische Kirche zu, wie wir gleich sehen werden.
Zunächst
möchte ich aber betonen, daß alles Folgende sich auf die kirchliche
Organisation bezieht und nicht auf Personen. Die Überzeugung der
katholischen Gläubigen respektiere ich, und ihren Glaubenseifer,
ihre Ehrfurcht und ihre selbstlose Hingabe im sozialen Dienst schätze
ich hoch ein. Ich möchte nur Tatsachen aufzeigen, die dem
Verständnis der heutigen Zeit und der Hauptprobleme des Menschen
dienen. Der Sachlichkeit wegen habe ich meist katholische Verfasser
zu Wort kommen lassen, die mit ihrem tiefen Glauben zugleich eine
klare Sicht der Kirchengeschichte verbinden. Die Erforschung der
Vergangenheit hilft uns, die Fallen zu entdecken die den Weg der
Gläubigen im Laufe der Jahrhunderte gefährdeten. In der großen
moralischen und geistlichen Krise, die wir gegenwärtig erleben,
müssen wir jeden faulen Kompromiss vermeiden und uns fester an die
göttliche Offenbarung halten.
Der
politische Vatikan
Die
Vision des Propheten Daniel. "Da
ich aber die Hörner schaute, siehe, da brach hervor zwischen ihnen
ein anderes kleines Horn, vor welchen der vorigen Hörner drei
ausgerissen wurden; und siehe, dasselbe Horn hatte Augen wie
Menschenaugen und ein Maul, das redete große Dinge."
(Daniel 7:8)
Die
Deutung, die der Engel Daniel vermittelte.
"Die
Zehn Hörner bedeuten zehn Könige, so aus dem Reich entstehen
werden. Nach ihnen aber wird ein anderer aufkommen, der wird gar
anders sein denn die vorigen und wird drei Könige demütigen. Er
wird den Höchsten Lästern und die Heiligen des Höchsten verstören
und wird sich unterstehen, Zeit und Gesetz zu ändern. Sie werden
aber in seine Hand gegeben werden eine Zeit und zwei Zeiten und eine
halbe Zeit. Darnach wird das Gericht gehalten werden; da wird dann
seine Gewalt weggenommen werden, daß er zu Grund vertilgt und
umgebracht werde."
(Daniel
7:24-26)
Die
Vision des Apostels Johannes
"Und
ich trat an den Sand des Meeres und sah ein Tier aus dem Meer
steigen, das hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen
Hörnern zehn Kronen und auf seinen Häuptern Namen der Lästerung.
Und das Tier, das ich sah, war gleich einem Parder und seine Füße
wie Bärenfüße und sein Mund wie eines Löwen Mund. Und der Drache
gab ihm seine Kraft und seinen Stuhl und große Macht. Und ich sah
seiner Häupter eines, als wäre es tödlich wund; und seine tödliche
Wunde ward heil. Und der ganze Erdboden verwunderte sich des Tieres
und sie beteten den Drachen an, der dem Tier die Macht gab, und
beteten das Tier an und sprachen: Wer ist dem Tier gleich, und wer
kann mit ihm kriegen? Und es ward ihm gegeben ein Mund, zu reden
große Dinge und Lästerungen, und ward ihm gegeben, daß es mit ihm
währte zweiundvierzig Monate lang. Und es tat seinen Mund auf zur
Lästerung gegen Gott, zu lästern seinen Namen und seine Hütte und
die im Himmel wohnen. Und ward ihm gegeben, zu streiten mit den
Heiligen und sie zu überwinden; und ward ihm gegeben Macht über
alle Geschlechter und Sprachen und Heiden. Und alle, die auf Erden
wohnen, beten es an, deren Namen nicht geschrieben sind in dem
Lebensbuch des Lammes, das erwürgt ist, von Anfang der Welt."
(Offenbarung
13:1-8)
Das
Wesen der Macht
Es
handelt sich um eine privilegierte politische Macht. In seiner
Auslegung des Propheten Daniel schrieb Abbé Fabre d'Envieu:
"Die
Augen sind das Symbol für Scharfsinn und Verstandesschärfe. ...
Diese Beschreibung lässt darauf schließen, daß das Horn Symbol ist
für einen Menschen, eine menschliche Macht, ein Lebewesen oder eine
Gemeinschaft von Lebewesen, die der menschlichen Rasse angehören. "
Selbst
der frömmste Mensch kennt Augenblicke der Schwäche. Die Heilige
Schrift erklärt :
"Da
ist keiner, der gerecht sei, auch nicht einer."
(Römer
3:11)
Unter
dem Druck von Bestrafung und Verfolgung lassen sich viele trotz ihres
ehrlichen Wunsches, Gottes Willen zu tun, dazu bringen, gegen ihr
Gewissen zu handeln. Selbst der Apostel Paulus gesteht:
"Denn
das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich
nicht will, das tue ich." (Römer
7:19)
Das
trifft auch auf Einrichtungen zu, die das Evangelium verkündigen.
Mehr oder weniger dem Einfluss des "Fürsten
dieser Welt"
unterliegen, ist keine vollkommen. Wir dürfen daher nicht
verurteilen, sondern sollen uns bemühen, zu verstehen und daraus zu
lernen.
In
dieser Welt nimmt die römisch-katholische Kirche mit dem Papst als
Oberhaupt eine wichtige Stelle ein. Wer an die Worte Jesu denkt:
"Gebt
dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott was Gottes ist."
(Matthäus
22:21)
Dem
erwidert Bischof Christiani:
"Das
Recht Gottes dessen alleiniger Stellvertreter die Kirche ist, hat
Vorrang vor dem Recht des Staates. Daraus ergibt sich, daß nach dem
Willen Christi die Kirche eine vollkommene Gesellschaft und
infolgedessen eine juristische Körperschaft mit einer Verfassung
ist, die keinem Staat unterliegt und über jeder weltlichen Macht
steht. Diese Gesellschaft verfügt über eine unabhängige
Hierarchie, eine eigene Organisation und vollständige Freiheit auf
dem Gebiet der Gesetzgebung, der Rechtsprechung, der Verwaltung und
der Vollstreckung in Bezug auf alles, was ihr eigentliches Ziel
berührt: das geistige und überweltliche. Daraus folgt, daß sie mit
den verschiedenen Staaten nur auf der Grundlage einer völligen
Gleichberechtigung verhandeln können und daß sie berechtigt ist,
Botschafter und Abgesandte zu empfangen und Nuntien und Legaten zu
entsenden, die sie vertreten und in ihrem Namen sprechen sollten."
Genau
das ist heute der Fall. Ein Rechtsgelehrter sagte zur Situation nach
den Lateranverträgen vom 11. Februar 1929:
"Künftig
werden in der Person des Papstes wieder zwei Ämter vereint sein, das
des Staatsoberhauptes und das des Oberhauptes der katholischen
Kirche."
Der
Ursprung der Macht
"Der
Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Macht. "
(Offenbarung
13:2)
Dieses
"Tier"
erhält also Macht, Thron und Durchsetzungskraft von außen. Es
handelt sich um Merkmale, die seinem Wesen nicht entsprechen.
"Der
wird mächtig sein, doch nicht durch seine Kraft; er wird gräulich
verwüsten, und es wird ihm gelingen, daß er's ausrichte. Er wird
die Starken samt dem heiligen Volk verstören."
(Daniel
8:24)
Durch
wessen Macht dann? Auf dieser Welt stehen sich zwei Kräfte
gegenüber: Gott und Satan; Jesus, "der
Herr aller Herren und der König aller Könige"einerseits,
(Offenbarung
17:14),
und Satan, der "Herrscher
der Finsternis", andererseits.
(Epheser
6:12).
Der Text in Offenbarung 13:2 zeigt, daß das "Tier"
seine Macht vom "Drachen"
erhält. "Der große Drache... ist die Schlange, die auch Teufel
oder Satan genannt wird und die ganze Welt verführt. "
(Offenbarung
12:9)
Der
"andere"
König aus Daniel 7:24 stellt also eine politisch-religiöse Macht
dar. Sie ist entstanden weil politische Elemente in eine
hauptsächlich religiöse Institution eingedrungen sind. Deshalb sind
hier die besten und die schlechtesten Eigenschaften miteinander
vereint.
Wie
ist es dazu gekommen? Wir haben bereits festgestellt, daß das 4.
Tier aus Daniel 7 das römische Reich darstellt. Das Tier in
Offenbarung 13 trägt die gleichen Merkmale wie die vier Tiere in
Daniel 7.
Es
handelt sich also um eine politische Macht kaiserlicher Prägung.
Kaiser Konstantin hat die Politisierung der Kirche im Römischen
Reich gefördert. Dann ging das Weströmische Reich durch die
Invasion von Barbarenvölkern zugrunde, und es entstanden einzelne
politische Mächte mit kaiserlichen Zügen.
Das
kleine Horn, das zu Beginn des Kapitels erwähnt wurde, brach
zwischen den anderen Hörnern hervor (Daniel 7:8), und zwar nach
ihnen (Daniel 7:24). Das heißt, diese Macht entstand mitten im
Römischen Reich nach dem Einfall der Barbarenvölker. Dieses kleine
Horn wuchs, setzte sich durch, herrschte und unterdrückte die
Heiligen dreieinhalb Zeiten lang (Daniel 7:24-26); das Tier wurde
tödlich verletzt, dann geheilt und von aller Welt bestaunt
(Offenbarung 13:3). Das ist die bemerkenswerte Zusammenfassung einer
überraschenden Geschichte, die wir jetzt in einzelnen Abschnitten
untersuchen wollen.
Abbé
Fabre d’Envieu erkärte:
"Die
Kirchenväter (Justin, Origenes, Irenäus, Lactantius, Hieronymus,
Augustinus, Chrysostomus) irrten sich also nicht, als sie meinten,
"das kleine Horn" werde auftauchen nach der Aufteilung des
Römischen Reiches in zehn Königreiche."
So
beschreibt Daniel-Rops in wenigen Worten den Zusammenbruch des
Weströmischen Reiches:
"Die
Germanen
lehnten sich
auf, ernannten den Skiren Odoaker zum König, nahmen Orestes gefangen
und entledigten sich seiner, verbannten den letzten Kaiser, den armen
kleinen Romulus Augustus. auf einen Landsitz nahe Neapel. ()Das
Weströmische Reich war nicht mehr. Am 4. September 476 geschah das.
Tausend Jahre Herrlichkeit waren vorbei. ... Es gab kein Abendland
mehr, kein Europa, keine römische Einheit, ein buntes Durcheinander
von Barbarenstaaten hatte das Reich abgelöst. Ein Einheitsprinzip
blieb jedoch immer bestehen: die Kirche, das Christentum, das überall
wirkte."
"Diese
Macht strebte hartnäckig danach, ihren Einfluß zu vergrößern und
ihre Rechte und Verantwortung in ihrer ganzen Fülle wahrzunehmen."
Julius
I.
(337-352)
sah sich als Schiedsrichter der Bischöfe; Innozenz I. (402-417)
betrachtete sich als Weltbischof; Leo I. (440-461)
gab dem Bischof von Rom die Oberhoheit; Symmachus (498-514)
erklärte,
der Papst spreche Urteile an Stelle Gottes. Johannes II. (533-535)
wurde durch Kaiser Justinian als Oberhaupt aller Kirchen anerkannt.
Als
das Römische Reich zerfiel, riß das "kleine
Horn"
drei andere "Hörner"
aus: in der Tat stürzte das erste Horn, als der byzantinische Kaiser
Zenon, "der die Heruler nicht
verjagen konnte, die Ostgoten unter Theoderich gegen sie einsetzte."
Das zweite Horn wurde gestürzt, als der byzantinische Kaiser
Justinian seinen Heeführer Belisar aussandte, um gegen die Vandalen
zu kämpfen. Das Vandalenreich wurde 533/ 34 vernichtet.
Justinian
bemühte sich weiter um die Wiederherstellung des Reiches und
unterstützte die Christenheit. Er begann einen Krieg gegen
Theoderich den Großen, dessen sich Zenon bedient hatte. Belisar
errang 535 erneut den Sieg und befreite Rom 538. Aber erst sein
Nachfolger Narses besiegte die Ostgoten endgültig 553 in der
Schlacht am Vesuv:
"Es
ist geschafft! Die Pragmatische Sanktion von 554 führt in Italien
das Gesetzbuch des Justinian ein, beseitigt die Spuren der
ostgotischen Verwaltung, hebt die Reformen Totilas auf, setzt die
Großgrundbesitzer wieder ein und räumt dem Papst und den Bischöfen
einen vorrangigen Platz in der neuen Organisation ein."
Der
Thron der Macht
Sehen
wir uns noch einmal das von Johannes in Offenbarung 13:1 beschriebene
Tier an:
"Ich
sah ein Tier aus dem Meer steigen, das hatte zehn Hörner und sieben
Häupter und auf seinen Hörnern zehn Kronen und auf seinen Häuptern
lästerliche Namen."
Auf
jedem Horn befindet sich eine Krone, die Macht liegt also nicht in
einer Hand, sondern ist auf mehrere verteilt. Dies ist ein Symbol für
die Regierungsform, die auf die vier Weltreiche, besonders auf das
römische Reich nach der Barbarenherrschaft und während der
Herrschaft der westlichen Nationen folgen sollte. Obwohl die Hörner
selbständig sind, bleiben sie doch nur Fortsätze dieses Tieres: des
römischen Reiches. Dessen Macht, Thron und Autorität über das
Abendland lebte weiter in der römisch-katholischen Kirche. Nachdem
Kaiser Konstantin den Christenverfolgungen 313 ein Ende gesetzt
hatte, beteiligte er die Kirche durch großzügige Geschenke an der
Macht. Er schenkte dem Bischof von Rom den Lateranpalast, der fast
ein Jahrtausend lang die Residenz der Päpste blieb. Er ließ die
Lateranbasilika und San Giovanni erbauen. Aus strategischen Gründen
wählte Konstantin eine neue Hauptstadt: Byzanz, das 330 in
Konstantinopel umbenannt wurde. Rom verlor seine Holle als Hauptstadt
des Reiches und wurde zum Thron der christlichen Kirche.
Das
Anwachsen der Macht
Das
Tier in Offenbarung 13 besteht aus verschiedenen Teilen der Tiere,
die in Daniel 7 die Weltreiche versinnbilden. Dieses Tier
symbolisiert die politische Macht, die auf eine religiöse
Gemeinschaft übertragen wird.
Bevor
Konstantin der christlichen Kirche Vergünstigungen gewährte, konnte
man in ihr einen Trend zur Zentralisierung ausmachen. Im zweiten
Jahrhundert tauchte zum ersten mal der Amtsbegriff "Bischof"
auf.
Der Bischof verfügte über die von der Kirche empfangenen Gelder und
spielte in seiner Stadt eine große Rolle. Dazu kam eine stark
differenzierte Rangordnung unter den Bischöfen je nach Größe und
Bedeutung der Städte, in denen sie ihren Sitz hatten. Der Bischof
von Rom gewann bald eine Vorrangstellung, besonders nach dem
Zusammenbruch des Römischen Reiches infolge der Invasion der
Germanenvölker.
Indem
die sich Kirche unter den Schutz Konstantins stellte, band sie sich
an staatliche Macht und beschritt den Weg fauler Kompromisse um
weltlichen Ansehens willen. Der Kampf um die Oberherrschaft zwischen
der politischen Macht und der Kirche hörte von da an nie mehr auf.
Manchmal mischte sich der Kaiser in religiöse Angelegenheiten ein;
dann wiederum setzte die Kirche ihren Willen beim Herrscher durch.
"Alles
verläuft so, als ahnte die Kirche . .. daß der Tag anbrechen würde,
an dem sie an die Stelle des an seiner Aufgabe gescheiterten Reiches
zu treten hätte, und als bereitete sie sich darauf vor. .. Es
entwickelte sich dazu, daß neben die kaiserliche Organisation eine
christliche Organisation trat und neben dem hohen römischen Beamten
eine kirchliche Behörde eingesetzt wurde; der Tag wird kommen, an
dem die Gewalt den kraftlosen Händen der weltlichen Macht entgleiten
und in die Hände der christlichen Macht übergehen wird. Und das ist
noch nicht alles. Zu einer Zeit, da das Reich mit den Kräften des
Zerfalls ringt, da ganze Gebiete sich jahrzehntelang selbständig
machen, strebt die Kirche mehr und mehr nach einer hierarchischen und
organischen Einheit."
Daniel-Rops
weist darauf hin, daß diese Autorität von oben nicht der Tendenz
der Kirche in ihren Anfangen entspricht. "Die
Ernennung von oben, heute die Regel, gibt es nicht. Der Klerus und
das Volk, die zu Anfang völlig frei und selbständig wählen
konnten, spielen gewöhnlich nur noch eine bescheidene Rolle . .. Die
Bischöfe der Provinz — wenigstens drei — besetzen freie
Kirchenämter mit von ihnen ernannten Personen. Es kommt jedoch vor,
daß jemand so offensichtlich überlegen ist, daß das Volk ihn an
der Spitze der Kirche sehen will und die bischöflichen Wähler sich
diesem Willen fügen."
Die
römische Kirche gab die Grundsätze der frühchristlichen Kirche
auf, um an die Macht zu gelangen und anstelle des römischen Reiches
zur höchsten Autorität der Welt zu werden. Nach und nach zeichnete
sich folgende Auffassung von den Beziehungen zwischen Kaiser und
Kirche ab: Der Kaiser steht innerhalb der Kirche und nicht über ihr.
Die Kirche muß darüber wachen, daß der Kaiser seiner ihm von Gott
übertragenen Aufgabe getreu nachkommt. Wenn er sich als unwürdig
erweist, kann die Kirche ihn exkommunizieren oder absetzen. Am Ende
des fünften Jahrhunderts legte Papst Gelasius (492-496) in einem
Brief an den oströmischen Kaiser Anastasios I. die Beziehungen
zwischen Kirche und Staat fest.
"Es
gibt zwei Einrichtungen, von denen die Welt in letzter Instanz
beherrscht wird: die heilige Macht der Päpste und die königliche
Macht. Aber die Machtbefugnis der Priester wiegt schwerer, weil sie
sich selbst beim Jüngsten Gericht vor dem Herrn aller Könige
verantworten müssen."
Der
Kaiser wird darauf hingewiesen, "mit
welcher Liebe Du jenen zu gehorchen hast, die die göttlichen
Sakramente spenden".
Um
dieser Verantwortung vor Gott gerecht zu werden, haben die Päpste
Könige und Kaiser exkommuniziert. Kaiser Justinian (482-561) sah
sich als Oberhaupt der Kirche. Papst Gregor I. der Große (590-604)
bestätigte die Oberhoheit Roms über die Königreiche. Mehr und mehr
beschäftigte sich das Papsttum mit der Politik und dem
Zeitgeschehen. Im achten Jahrhundert herrschte der Heilige Stuhl über
einen eigenen italienischen Staat. Der Kampf zwischen den Päpsten
und den Kaisern setzte sich fort. Allmählich erlangte der Papst eine
höhere Macht als alle politischen Herrscher.
Gregor
VII. (1073-1085) erklärte:
"Warum
sollte der Apostolische Stuhl, der in geistlichen Angelegenheiten
richtet, nicht auch in weltlichen Angelegenheiten richten?"
1076
bot er dem weltlichen Herrscher die Stirn und verkündete am 14.
Februar:
"Ich
verbiete König Heinrich, der sich in törichtem Hochmut gegen die
Kirche erhoben hat, das Königreich Deutschland und Italien zu
regieren; ich entbinde alle Christen des Eids, den sie ihm geleistet
haben; ich verbiete jedem, ihn als König anzuerkennen."
Das
war noch nie dagewesen: Der Papst setzte einen Herrscher ab!
Dann
spielte sich ein unerhörtes, erschütterndes Schauspiel ab: Heinrich
IV. begab sich am 25. Januar 1077 nach Canossa. Er überschritt trotz
Frost und Schnee die Alpen und zog ohne königliche Insignien, nur
mit einer Mönchskutte bekleidet und barfüßig, vor die Tore der
päpstlichen Residenz. Drei Tage mußte er warten, ehe er vor den
Papst treten durfte und Vergebung erhielt.
Innozenz
II. (1130-1143) gelang es einige Jahrzehnte später fast, sich an die
Stelle des Kaisers zu setzen: "In
Vertretung dessen, dem die Erde und alles, was sich auf ihr befindet,
und alle, die sie bewohnen, gehören",
als ,"Bevollmächtigter
dessen, durch den die Könige herrschen und die Fürsten regieren,
der die Königreiche nach seinem Wohlgefallen vergibt",
hat der Papst "die Macht zu stürzen, zu zerstören, zu
zerstreuen, zu vertreiben, zu errichten und einzurichten." Er
steht "über allen Fürsten,weil es ihm gebührt über sie zu
richten . . . Der Papst wird keine Gewaltenteilung mit jemandem
hineinnehmen."
In
bezug auf Innozenz III. (1198-1216) schrieb ein
Geschichtswissenschaftler:
"Seine
Amtszeit war eine der strahlendsten der christlichen Geschichte, er
vertrieb den Kaiser aus Italien, stellte Sizilien unter seine
Vormundschaft und England unter seine Schutzherrschat, bestimmte über
die germanische Krone, übte über Ungarn, Aragon und Kastilien
Kontrolle aus, führte die Christenheit in die Kreuzzüge und warf
die Ketzerei mit Waffengewalt nieder."
Der
Papst vereinigte nun alle Gewalten in seiner Hand: Priester, Hüter
der Kirchenlehre, oberster Richter, einziger Gesetzgeber und oberster
Herrscher. Durch die Reformation im 16. Jahrhundert zerbrach die
abendländische Kircheneinheit, die ohnehin nur äußerer Schein war.
Das Ansehen Roms aber blieb dank der Gegenreformation, die die
römische Kirche geistlich belebte, bestehen. Ihr Eroberungsgeist
sicherte ihr den Fortbestand. Dennoch zeichneten sich bereits andere
Gefahren ab.
Die
Dauer der Machtausübung
Die
Bibel weist mehrfach auf eine intensive Aktivität jener
angekündigten geistlich-politischen Macht über einen bestimmten
Zeitraum hin, der zwar verschieden ausgedrückt wird, aber doch immer
gleich lang ist: dreieinhalb Zeiten (= Jahre) (Daniel 7:25; 12:7;
Offenbarung 12:14); 42 Monate (Offenbarung 11:2; 13:5); 1260 Tage
(Offenbarung 12:6). Da ein prophetischer Tag gleich einem Jahr ist
(Hesekiel 4:5+6), haben wir hier einen Zeitraum von 1260 Jahren (der
jüdische Monat hatte 30 Tage, das jüdische Jahr 360 Tage), der 538
beginnt, als Rom befreit wurde und der Papst seine Macht frei ausüben
konnte. Dieser Zeitraum endete 1798, als die Truppen Napoleons in Rom
einfielen und den Papst gefangen nahmen. Darauf weist die
Prophezeiung in Offenbarung 13:3 hin:
"Ich
sah seiner Häupter eines, als wäre es tödlich wund."
Die
Erschütterung der katholischen Macht, die in dem Verbot der
Gesellschaft Jesu (Jesuiten) 1773 und der Verweltlichung zahlreicher
europäischer Universitäten Gestalt annahm, fand ihren Abschluß,
als der französische General Berthier am 12. Februar 1798 in Rom
einmarschierte und zehn Tage später Papst Pius VI. befahl, die Ewige
Stadt zu verlassen, um in der Toskana und dann in Valence die
Gefangenschaft anzutreten, wo er am 29. August 1799 starb.
"Vom
alten Verwaltungsapparat des Heiligen Stuhls war nichts mehr übrig.
Die Mitglieder des Kardinalskollegium waren von der französischen
Invasion in alle Winde zerstreut worden: die einen waren gezwungen,
sich in benachbarte Gebiete zu retten, die anderen, die ins Gefängnis
geworfen worden waren, wurden anschießend deportiert, und niemand
wußte, wohin sie verschlagen worden waren. Zwei Kardinäle schämten
sich nicht einmal, aus Angst auf die Kardinalswürde zu verzichten,
die sie nur empfangen hatten, um während der Verfolgungen ein
Beispiel des Widerstandes bis in den Tod zu geben. Der Unglaube hatte
die Oberhand gewonnen, und man verkündete, daß der Papst für immer
verschwunden sei."
Die
Mittel der Macht
Die
Ländereien
Um
der Kirche die Mittel zu geben, die sie brauchte, um ihrer neuen
Verantwortung gerecht zu werden, überhäufte Kaiser Konstantin sie
mit Spenden. Seine Nachfolger und die Fürsten folgten seinem
Beispiel. Die Gläubigen taten es ihnen gleich. Im Jahre 754 bat
Papst Stephan II. den König von Frankreich, Pippin III., um
Unterstützung gegen die Lombarden. Als diese geschlagen waren,
mußten sie einen Teil ihrer Ländereien an den König abtreten, der
sie dem Papst überschrieb und damit den Grundstock für den
Kirchenstaat legte. Seitdem strebte das Papsttum eine Vergrößerung
seiner Gebiete an, um über mehr Einnahmequellen und größere
politische Macht zu verfügen.
Das
Geld
Um
das Unternehmen Kirche zu verwalten, die Kreuzzüge zu unterstützen
und die Baupläne der Renaissance-Päpste zu verwirklichen, bedurfte
es enormer finanzieller Mittel. Die Scherflein der Gläubigen
reichten nicht. Daher führte der Vatikan ein erdrückendes, aber
sehr wirkungsvolles Steuerwesen ein. Papst Sixtus V. (1585-1590)
gelang es, einen Vorrat von 9129 Kilogramm Feingold anzuhäufen.
Zusätzlich
zu den aus den Ländereien erzielten Einkünften und den
Steuerauflagen für den Klerus bat man diejenigen zur Kasse, denen
eine päpstliche Gunst erteilt wurde. Um die Einnahmen zu erhöhen,
verkaufte man Ämter und schuf "sogar
überflüssige Stellen, die man an Käufer veräußert, denen die
erforderliche Eignung für diese Ämter fehlt."
Die
Spenden der Gläubigen besserten angeblich das Los ihrer verstorbenen
Angehörigen und verkürzten die Zeit, die sie im Fegefeuer zubringen
mußten. Schließlich schritt man zum Verkauf von Ablässen, deren
Erlöse zum Bau des Petersdomes in Rom dienen sollten. Der
Ablaßhandel stieß auf den Widerstand vieler Gläubiger und war der
äußere Anlaß für die Reformation Luthers. Selbst die Wahl einiger
Päpste wurde mit Geld erkauft. Nach dem Tod von Papst Alexander VI.
(1492-1503) stellte sich zum Beispiel heraus, daß er 500.000 Dukaten
in Juwelen und Bargeld besaß! Keine Spur mehr von der
Selbstlosigkeit und Entsagung Jesu von Nazareth!
Die
Armee
Der
Kirchenstaat brauchte Soldaten. Für die Kreuzzüge jedoch und um
Konflikte in Europa beizulegen, bediente sich der Vatikan der Armeen
anderer Länder.
Die
Politik
Politische
Verbindungen und Allianzen sind zu einer Notwendigkeit geworden; das
ist die logische Folge des Ehrgeizes, diese Erde beherrschen zu
wollen. Der katholische Historiker und Professor am College de
France, Jean Delumeau erklärt:
Das
offizielle Christentum ist von der konstantinischen Epoche an ins
Schleudern geraten . . . Von dem Augenblick an, da das Christentum
den Finger — und bald mehr als das — in das Räderwerk der Macht
steckte, wurde es [das Christentum] mit Problemen und Sorgen,
Aufgaben und Ehren beladen, die es nur von seinem geistlichen Auftrag
abbringen konnten. . . . Da es von allen möglichen materiellen
Problemen betroffen war, wurde das offizielle Christentum Gefangener
von Politik und Reichtum. ... Aus zeitlichem Abstand gesehen, scheint
es die Hauptsünde der Kirche im Laufe der Jahrhunderte gewesen zu
sein, eine Macht und dadurch unvermeidlicherweise ein
Unterdrückungsinstrument geworden zu sein."
Die
Geschichte beweist, daß Macht die Kirche verdirbt. So gab es zum
Beispiel von 1378-1417 das sogenannte "Abendländische
Schisma",
in dem sich zwei Päpste — in Rom und Avignon — gegenseitig den
Papsttitel streitig machten; 1409 kam sogar noch ein (ordnungsgemäß
gewählter) dritter Papst hinzu.
Das
Zeichen der Macht
Ich
habe die weltliche Macht der Kirche ~ etwas Erstaunliches für den
,"Stellvertreter Gottes" ~ besonders hervorgehoben, weil
die Prophezeiung diesen Umstand betont. In Daniel 7:25 wird gesagt:
"Er
wird sich unterstehen, Festzeiten und Gesetz zu ändern."
Abbé
Fabre d'Envieu vermerkt dazu:
"Bei
dem Gesetz handelt es sich selbstverständlich um das religiöse
Gesetz, die Religion."
Die
Gebote Gottes wurden tatsächlich nicht verschont. Es genügt, den
Gesetzestext, den Gott auf zwei Steintafeln niedergeschrieben und
Mose übergeben hat (2. Mose 20), mit dem eines katholischen
Katechismus zu vergleichen.
Die
Gebote Gottes nach der Bibel
1.Ich
bin der Herr, dein Gott, der Ich Dich aus Ägyptenland, aus der
Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben
neben Mir.
2.
Du sollst Dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von
dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von
dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene
ihnen nicht! Denn Ich, der Herr, Dein Gott, bin ein eifernder Gott,
der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied
an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an
vielen Tausenden, die Mich lieben und Meine Gebote halten.
3.
Du sollst den Namen des Herrn, Deines Gottes, nicht mißbrauchen;
denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der Seinen Namen
mißbraucht.
4.
Gedenke des Sabbattages, daß Du ihn heiligest. Sechs Tage sollst Du
arbeiten und alle Deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der
Sabbat des HERRN, Deines Gottes; da sollst Du keine Arbeit tun, auch
nicht Dein Sohn, noch Deine Tochter, noch Dein Knecht, noch Deine
Magd, noch Dein Vieh, noch Dein Fremdling, der in Deinen Toren ist.
Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer
und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum
segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.
5.
Du sollst Deinen Vater und Deine Mutter ehren, auf daß Du lange
lebest in dem Lande, daß Dir der HERR, Dein Gott, gibt.
6.
Du sollst nicht töten.
7.
Du sollst nicht ehebrechen.
8.
Du sollst nicht stehlen.
9.
Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider Deinen Nächsten.
10.
Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Haus. Du sollst nicht
begehren Deines Nächsten Weibes, noch seines Knechtes noch seiner
Magd, noch seines Ochsen noch seines Esels, noch alles, was Dein
Nächster hat.
Die
Gebote Gottes nach dem katholischen Katechismus
1.
"Ich bin der Herr, Dein Gott!“ Du sollst keine anderen Götter
neben Mir haben!
2.
Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren!
3.
Gedenke, daß Du den Sabbat heiligest!
4.
Du sollst Vater und Mutter ehren!
5.
Du sollst nicht töten!
6.
Du sollst nicht ehebrechen!
7.
Du sollst nicht stehlen!
8.
Du sollst kein falsches Zeugnis geben wider Deinen Nächsten!
9.
Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Weib!
10.
Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Hab und Gut!
"Die
Juden beachteten den Sabbat, den Ruhetag, zum Gedenken daran, daß
Gott nach sechstägigem Schöpfungswerk am siebenten Tag ruhte. Aber
die Kirche ersetzte den letzten Tag durch den ersten Tag der Woche...
So ist die Pflicht, den Sonntag mehr als einen anderen Tag zu
heiligen, nur Kirchenrecht. Die Kirche selbst hat die Gottesdienste
und die Heiligung des Sabbats auf den Sonntag verlegt, wie es der
Katechismus des Konzils von Trient lehrte."
Den
Christen und den Heiden zuliebe verkündete Kaiser Konstantin am 7.
März 321 ein Gesetz zugunsten der Beachtung des Sonnentages.
"Alle
Richter und Einwohner der Städte, auch die Arbeiter aller Künste,
sollen am ehrwürdigen Tage der Sonne ruhen."
Zum
Zeitpunkt der Reformation erklärten die Protestanten, die Heilige
Schrift sei die einzige Richtschnur ihres Glaubens. Darauf
antworteten die Katholiken:
"Der
Sonntag, den ihr heiligt, findet sich nicht in der Bibel."
Im
Verlaufe einer Diskussion mit Guillaume Farel, bestätigte der
Dominikaner Guy Furbity im Jahre 1534:
"Ich
beweise ihnen ausdrücklich, daß der Heilige Petrus und die Kirche
die. . . Gebote Gottes ändern und abwandeln können... Die Kirche
hat kraft der ihr verliehenen Macht zur Feier der Auferstehung
unseres Herrn den Samstag gegen den Sonntag ausgewechselt. Man feiert
tatsächlich den Sonntag auf Geheiß und Verordnung der Kirche und
nicht auf das Gebot Gottes. Im strengeren Sinne müßte man am
Samstag ruhen."
In
Lausanne erklärte am 1. Oktober 1536 bei einem öffentlichen
Streitgespräch der Dominikaner Dominique de Monbouson:
"Wenn
die Kirche die Macht gehabt hat, aufgrund ihrer eigenen Autorität
ohne Ermächtigung der Heiligen Schrift den Sabbat gegen den Sonntag
auszuwechseln, wie es geschah, so kann sie ebensogut andere
Verordnungen und Bestimmungen erlassen, die auch nicht in der
Heiligen Schrift enthalten sind. Daraus schließe ich, daß die
Kirche über der Heiligen Schrift steht und ihr nicht unterworfen
ist."
"Erst
zu Beginn des zweiten Jahrhunderts wurde der Sonntag speziell zum
'Tag des Herrn' als Tag der Gebete und der Heiligung. Aber lange Zeit
wurde er nicht überall als solcher Tag anerkannt, in Syrien zum
Beispiel behielt man den Samstag, den Sabbat, bei. Vom theologischen
Standpunkt her gibt es keinen Text in der Heiligen Schrift, der als
göttliches Gebot den Sonntag als Tag des Herrn festlegt. Diese
Einrichtung hat die Kirche selbst geschaffen, sie kann sie daher auch
abwandeln."
So
maßt sich die Kirche das Recht an, je nach ihrer Interessenlage die
Lehren der Heiligen Schrift auszulegen und abzuwandeln.
Der
Mißbrauch der Macht
"Welchen
Mangel an Glauben zeigten die Kirchenoberhäupter, die
jahrhundertelang meinten, sie könnten dem Evangelium nur zum Sieg
verhelfen, wenn sie über gewisse politische Macht verfügten!
Typisches Beispiel für diesen Unsinn ist der Kirchenstaat."
"Weil
sie [die Kirche] nicht wußte, wie Auswüchse zu verhindern sind, und
das Mittel mit dem Ziel verwechselte, mißbrauchte sie ihre Macht so
weit, daß sie ihre religiöse, also ihre eigentliche Aufgabe vergaß
und vielleicht sogar leugnete."
Von
"großmächtigen Prahlereien" und "unerhörten
Reden" sprechen der Prophet Daniel und der Apostel Johannes.
(Daniel 7:8 und Offenbarung 13:5)
Zahlreiche
Katholiken haben die Ansprüche des Papsttums auf irdische Macht, für
eine Ungeheuerlichkeit gehalten. Dasselbe trifft auf die Mittel zu,
mit denen das Papsttum Macht zu erlangen suchte, auch wenn diese
Mittel in der Politik allgemein üblich sind.
"Er
wird den Höchsten lästern." (Daniel
7:25)
Die
Autorität des Papstes wächst, was besonders durch das Dogma von
dessen Unfehlbarkeit zum Ausdruck kommt. Einige Papsttitel
entsprechen den Titeln, die die Heilige Schrift Gott zuerkennt, bzw.
Götter- und Priestertiteln, die in heidnischen Religionen üblich
waren. Papst Leo XIII. erklärte am 20. Juni 1894:
"Wir
nehmen auf Erden den Platz des allmächtigen Gottes ein."
Die
Verfolgungen
"Und
ihm ward gegeben, zu streiten wider die Heiligen und sie zu
überwinden." (Offenbarung
13:7)
Wer
sind diese Heiligen?
"Hier
ist Geduld der Heiligen! Hier sind, die da halten die Gebote Gottes
und den Glauben an Jesus!" (Offenbarung
14:12)
Ein
katholischer Geschichtswissenschaftler schreibt:
"Weil
das Christentum an der Macht war und sich mit dem Staat verbunden
hatte, wurde es totalitär und verfolgte alle, die von der amtlichen
Lehre abwichen. Jahrhundertelang glaubte man an den höchsten
Stellen, daß jeder in den christlichen Ländern, der nicht der
Wahrheit anhing, kein Recht auf Leben hatte. ... Die Ketzer wurden
daher als Feinde des Gemeinwohls angesehen und dementsprechend
bestraft. Daher stammt die Inquisition mit ihrer finsteren
Hinterlassenschaft"
Die
Erfüllung der Prophezeiung begann mit der Bekämpfung der
Germanenvölker und der Niederwerfung der Arianer und setzte sich
fort in den Kreuzzügen gegen die Waldenser von Piemont und gegen die
Katharer im zwölften Jahrhundert, sowie gegen die Albigenser im 13.
Jahrhundert. Die Bartholomäusnacht in Paris (24. August 1572)
feierte Papst Gregor XIII. mit einem Tedeum. In dieser Nacht und den
anschließenden blutigen Verfolgungen kamen mindestens 13000
Hugenotten ums Leben. Die Inquisition forderte im Laufe des 16. und
17. Jahrhunderts schätzungsweise 100 000 Opfer.
Der
Mehrzahl der als ketzerisch erachteten Bewegungen gehörten Gläubige
an, die nicht beabsichtigten, die Kirche zu verlassen. Sie strebten
einfach nach einem unverfälschten geistlichen Leben und fühlten
sich in ihrem Gewissen belastet durch den Machtanspruch der Kirche.
Sie sehnten sich danach, die Schlichtheit der Lehren Christi
wiederzufinden. Die Bildung solcher Bewegungen hätte die Kirche
warnen sollen, aber daraus wurde nichts, weil sie politische Ziele
verfolgte. Ein bezeichnendes Beispiel dafür ist das Vorgehen gegen
die Katharer im Süden Frankreichs. Innozenz III. sprach über den
Grafen von Toulouse, Raymond VI, der sich einem Krieg gegen die
Katharer widersetzte, den Kirchenbann aus, entband seine Untertanen
ihres Treueeides, erklärte ihn für unwürdig und ließ jeden, der
wollte, Besitz ergreifen von den Ländereien des Grafen. Zahlreiche
Landesherren aus dem Norden Frankreichs. aus England, Deutschland und
Italien nahmen daraufhin den ganzen Landstrich ein.
Die
Inquisition verfolgte den Ketzer sogar über den Tod hinaus. Der
Inquisitor Bernard Gui sagte dazu:
"Das
Verbrechen der Ketzerei muß nicht nur bei den Lebenden verfolgt
werden, sondern sogar bei den Toten, besonders wenn den Erben die
Übernahme einer Hinterlassenschaft aufgrund der Glaubenssätze
dessen, der sie ihnen Übertragen hat, zu untersagen ist."
Das
Vorgehen der Inquisition — die zum Prinzip erhobene Denunziation,
(das bedeutet, die Erstattung einer Anzeige aus persönlichen,
niedrigen Beweggründen), Gerichtsverfahren ohne Anwälte, peinlich
genau vorgeschriebene Folterungen — zeugt von einer ungeheueren
Verachtung der Menschenwürde, wie man sie heute in allen totalitären
Systemen findet.
Selbst
Luther, der für die Freiheit der Gläubigen gekämpft hatte,
verteidigte die Staatskirche und duldete die Todesstrafe für Ketzer.
Natürlich entsprach das Vorgehen der Kirche den Sitten jener Zeit;
aber sollte nicht gerade sie eine andere Rolle spielen, nämlich die,
das "Salz der Erde"
zu sein? Wir sollten nun aber nicht einfach verurteilen, sondern im
Geschehenen eine Mahnung erkennen. Man kann sich so leicht dazu
hinreißen lassen, im Dienst einer guten Sache immer zweifelhaftere
Mittel anzuwenden!
Der
Verlust der Macht
Gemäß
der Prophezeiung blieb die Kirche 1260 Jahre, von 538 bis 1798, an
der Macht. Dann wurde der Papst gefangengenommen, die katholische
Kirche verfolgt. Die Französische Revolution erschütterte die Welt.
Die Religion war den Angriffen der Philosophie der Aufklärung
ausgesetzt. An die Stelle der Offenbarung trat die Vernunft. Das
Gesetz Gottes wich dem staatlichen Gesetz. Das göttliche Recht des
Herrschers wurde von der Souveränität des Volkes abgelöst. Die
staatliche Autorität mußte angesichts der Menschenrechte in den
Hintergrund treten. Die Tradition wich dem Fortschritt. Das Reich
wurde zugunsten einzelner Nationalstaaten abgelehnt.
Die
revolutionären Armeen verbreiteten die neuen Anschauungen in ganz
Europa. Die Kirche gab sich zwar nicht geschlagen und nahm die
Herausforderung an, indem sie die Mission in den anderen Erdteilen
vorantrieb; aber die Zeiten, in denen die Päpste über Könige und
Völker herrschten, waren vorbei. Gemäß der Prophezeiung in der
Offenbarung des Johannes erhielt das "Tier"
eine tödliche Wunde.
Der
Rückgewinn der Macht
Die
Lage der Kirche schien hoffnungslos. 1815 wurde der Kirchenstaat
vorübergehend wiederhergestellt, doch schon 1848 mußte Papst Pius
IX. vor der Erhebung Garibaldis fliehen. Nach seiner Rückkehr blieb
ihm der Kirchenstaat noch bis 1870 erhalten. Dann annektierte ihn der
König von Italien und erklärte Rom zu seiner Hauptstadt. Der Papst
betrachtete sich fortan als "Gefangener im Vatikan".
Doch
"seine tödliche Wunde ward heil"
(Offenbarung 13:3).
In
der Tat reagierte das Papsttum im gleichen Jahr, da es seine
weltliche Macht verlor, mit einer Stärkung seiner geistlichen Macht:
Das Erste Vatikanische Konzil verkündete den Primat und die
Unfehlbarkeit des Papstes.
Die
totalitären Regime kamen dem Vatikan zu Hilfe: Mussolini
unterzeichnete 1929 die Lateranverträge, die eine Neugründung des
Kirchenstaates "Vatikanstadt" und 1,75 Milliarden
Lire Entschädigung vorsahen; Hitler gewährte der katholischen
Kirche 1933 das äußerst entgegenkommende Reichskonkordat, an das er
sich später allerdings kaum noch hielt.
Durch
seine Dienste während des zweiten Weltkrieges und durch die neu
gefundene Autorität begann das Papsttum wieder eine bedeutende Rolle
in der Weltpolitik zu spielen.
"Der
Heilige Stuhl, den die Materialisten gestern noch als Fossil der
sozialen Welt verachteten, genießt heute ein höheres Ansehen, als
er es jemals seit der Zeit der Kreuzzüge gehabt hat."
939
waren 37 Länder beim Vatikan vertreten, 1980 bereits 95. Der Papst
seinerseits war 1983 in achtzig Ländern durch Nuntien vertreten und
hat Internuntien (das sind ständige diplomatische Vertreter des
Papstes bei einer Staatsregierung) und apostolische Abgesandte in
einer Reihe weiterer Länder. Als souveräner Staat nimmt der Vatikan
an internationalen Konferenzen teil.
Ende
des Auszugs aus dem Buch:
"Wer
wird die Welt beherrschen?"
von Pierre Lanarès aus dem 6. Kapitel "Politik
und Religion"
Abschließende
Worte
Die
Frage was hinter der "Neuen Weltordnung" steckt, ist
in der Zusammenstellung, in dieser Zusammenstellung vielleicht nicht
so zur Sprache gekommen, wie man es sich hat vorstellen mögen. Dazu
gibt es zwei Seiten. Die eine Seite ist die, die uns ganz persönlich,
also jeden einzelnen Menschen betrifft. Die andere Seite ist die
weltpolitische, was weltweit vor sich geht. Was aber beinhaltet
dieser Begriff "Neue Weltordnung" kurz "NWO"?
Viele Menschen machen sich darüber gar keine Gedanken, oder wenn sie
dieses Wort hören, können sie damit nicht wirklich etwas anfangen.
Was dieser Begriff "NWO" überhaupt bedeutet und was
in seinem völligen Umfang dahinter steht, würde den Rahmen dieser
Zusammenstellung sprengen und ist das Thema für einen eigenen
Vortrag. Die Dinge die in diesem Büchlein beschrieben worden sind,
betreffen die Agenda, das Vorgehen gegen jeden einzelnen von uns, das
im Geheimen geschieht und von dem wir eigentlich gar nichts
mitbekommen sollten.
Es
ist nicht einfach, diese Frage zu beantworten, was die Neue
Weltordnung tatsächlich ist, ohne in ein falsches Licht gerückt
oder mißverstanden zu werden. Ganz leicht kommen Stimmen auf, von
denjenigen, die den Worten der Erklärung darüber keinen Glauben
schenken wollen, daß man ein sogenannter Verschwörungstheoretiker
oder ein "Aluhut-Träger" oder ähnliches ist. Wer
aber die Wahrheit hinter den Kulissen erkannt hat und sie anderen
darlegen möchte, riskiert dafür in ein schlechtes Licht gerückt zu
werden, denn viele können es sich überhaupt nicht vorstellen, daß
diese Dinge hinter den Kulissen überhaupt passieren. Doch leider
entspricht dies vielmehr der Wahrheit als einer ausgedachten
Geschichte.
Doch
dann stellt sich wiederum die Frage, wenn diejenigen die die Wahrheit
ans Licht bringen nicht die Verschwörungstheoretiker sind, wer sie
dann wohl sein mögen. Es gibt geheime Gesellschaften, in der
Realität, nicht nur in Science-Fiction-Filmen, drastisch
dargestellt, sondern in Wirklichkeit. Es gibt viele Menschen, die
sich zwar solche Filme, in sehr interessanter und fesselnder Weise
ansehen und sie nur als spannende Filme abtun, aber wenn es dann zur
Realität kommt, die wahren Tatsachen als ebenso fiktiv einordnen und
ihnen nicht glauben. Es wird in so manchen Science-Fiction-Filmen,
obwohl diese erdacht sind, viele Elemente eingebaut, die der Realität
entnommen worden sind. Weil es aber Filme sind, nehmen viele Leute
die unterschwellige Botschaft die dort drin steckt im Grunde genommen
nicht ernst. Kommt es nun zur Realität in der wir leben, nehmen sie
viele auch nicht ernst, weil sie es sich einfach nicht vorstellen
können, daß es so etwas geben könnte und schicken diese Worte und
Gedanken in das Reich der Fantasie.
Was
aber in Wirklichkeit hinter dem Begriff der neuen Weltordnung steht,
ist viel viel weitreichender, als sich die meisten überhaupt
vorstellen. Wie gesagt, was in diesem Büchlein zusammengetragen
worden ist, betrifft uns ganz persönlich. Die Hauptagenda, oder die
hauptsächliche Absicht die hinter der NWO steht, ist uns Menschen,
ohne daß wir es wirklich mitbekommen, also ganz unterschwellig und
insgeheim dorthin zu lenken, wohin die wirklichen Machthaber und
Strippenzieher dieser Welt uns haben wollen.
Viele
Menschen sind der Meinung, daß die politischen Weltereignisse sich
"zufällig" so ereignen wie sie sich ereignen. Sie
sehen nur das was sie vor Augen haben, aber sie haben keine
"Antennen" für das was wirklich auf der Weltbühne
geschieht. Viele mutige Menschen sind schon aufgetreten und haben die
Wahrheit ans Licht gebracht. Einige haben sie geglaubt, viele haben
sie aber verworfen, weil sie sich einfach nicht vorstellen können,
daß diese Worte wahr sein und den Tatsachen entsprechen könnten.
Sie glauben den aalglatten Worten der Medien, insbesondere was die
Verbreitung von Nachrichten auf den verschiedenen Fernsehkanälen
usw. betrifft.
Diese
Nachrichtensender haben, zweifelsohne, ein sehr seriöses Auftreten,
egal welche Nachrichtensender man entweder anhört oder ansieht. Man
würde nicht auf die Idee kommen ihnen zu unterstellen, sie würden
etwas anderes darlegen als die Wahrheit. Aber es sind Stimmen von
Menschen an die Oberfläche gekommen, die ihr Leben dafür riskiert
haben, die Wahrheit ans Licht zu bringen und die haben berichtet, daß
in diesem so seriösen Auftreten der Nachrichtensender, genauso
seriös Halbwahrheiten erzählt werden. Doch aus welchem Grund wird
so etwas gemacht?
Warum
sollte man uns Zuschauern oder Zuhörern etwas erzählen was nur die
Halbwahrheit ist? Das kann sich kaum jemand vorstellen, daß dies so
sein sollte. Aber Menschen die direkt damit verbunden gewesen sind,
sind aufgestanden und haben die Wahrheit darüber gesprochen, daß
gerade diese so seriösen Medien, viele Halbwahrheiten verbreiten,
damit diejenigen die sie sehen oder hören, ihnen glauben und damit
manipuliert werden können. Das hört sich hart an, aber eine
Manipulation wird nicht offen als Manipulation dargestellt, sondern
verbirgt sich immer im Geheimen, also hinter den Kulissen. Wenn man
jemanden manipulieren und so leiten will, in die Richtung in die man
ihn gehen lassen will, und ihn dazu bringen zu tun was man will, wird
man es ihm nicht sagen, sondern ihn geschickt mit Worten so lenken,
also manipulieren, daß er es gar nicht mitbekommt. Denn, würde er
es mitbekommen, würde er es sich wohl nicht gefallen lassen und
dementsprechend entgegenwirken und die Absicht des Manipulators wäre
dahin. Deswegen muß ganz unterschwellig, unmerklich, hinter den
Kulissen gearbeitet werden, damit das Ziel der Manipulatoren auch
erreicht werden kann. Diese Worte hören sich wirklich krass an, doch
was will wer eigentlich, womit erreichen und warum? Das ist eine
wirklich gute Frage, die wir im nächsten Thema ausführlich
beantworten werden. Also verpasse das nächste spannende Thema nicht,
auf keinen Fall! Es geht um alles oder nichts!